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CX-5 jetzt mit Teilzeit-Zünder

 Einfach mal abschalten. Der CX-5 mit 195 PS starkem Benziner und Zylinderabschaltung  soll im Schnitt 7,1 Liter verbrauchen. Foto: Hersteller
Einfach mal abschalten. Der CX-5 mit 195 PS starkem Benziner und Zylinderabschaltung soll im Schnitt 7,1 Liter verbrauchen. Foto: Hersteller © Foto: Hersteller
Wolfgang Brekeller / 06.10.2017, 23:24 Uhr
Ludwigsfelde (Wolfgang Brekeller) Mazda macht manches anders als andere. Bei den aktuellen Skyactiv-Ottomotoren zum Beispiel setzten die Ingenieure aus Hiroshima ganz im Gegensatz zur europäischen Konkurrenz nicht auf kleine Hubräume und Turboaufladung, sondern auf rekordverdächtig hohe Verdichtung. Bei den Dieselmotoren ist es genau umgekehrt. Mazdas Selbstzünder sind ungewöhnlich niedrig komprimiert, was vergleichsweise saubere Abgase ohne aufwändige Nachbehandlung mit sich bringt.

Auch der Kreiskolbenmotor (Wankel), den Mazda bis vor fünf Jahren als weltweit einzige Marke nach NSU mit dem RO 80 (1971 bis 1977) in den RX-Modellen in Großserie eingesetzt hat, scheint nicht zu den Akten gelegt. Auf der Tokyo Motorshow Ende Oktober zeigen die Japaner erneut eine Sportwagenstudie mit Wankelmotor - ein künftiger RX-9 vielleicht. Und bei Mazda geht offenbar auch der Traum einer brauchbaren Verbindung der Vorzüge von Otto- und Dieselmotor zuerst in Erfüllung. Ein „Diesotto“ mit extrem magerem Benzin-Luft-Gemisch, das sich bei der Kompression selbst entzündet, soll 2019 in Serie gehen. Das Sparpotenzial des sogenannten Scyactiv-X-Triebwerks gegenüber einem herkömmlichen Benziner soll bis zu 30 Prozent betragen.

Zuvor jedoch werden kleinere Brötchen gebacken, aber auch die nach eigenwilligem Rezept. In der jetzt verfügbaren Topmotorisierung Skyactiv-G 194 für das erst vor einem halben Jahr von Grund auf erneuerte Mittelklasse-SUV CX-5 setzt Mazda zur Effizienzsteigerung auf Zylinderabschaltung. Das ist zwar nichts Neues, Achtzylinder verschiedener Hersteller beherrschen schon seit Jahren die Teilzeit-Zündung und Volkswagen hat sie als erster Hersteller 2014 auch für Vierzylinder hoffähig gemacht. Doch ist Mazdas hydraulische Steuertechnik zur zeitweiligen Stilllegung des ersten und vierten Zylinders im neuen, 194 PS starken 2,5-Liter-Benziner weniger aufwändig als die meisten anderen Abschaltsysteme. Und sie sorgt in Verbindung mit anderen Detailverbesserungen des Motors dafür, dass er laut Mazda schon heute die Grenzwerte künftig verschärfter Abgasnormen unterschreitet.

Die Teilzeit-Zündung funktioniert, wie sich bei ersten Testfahrten zeigte, gänzlich frei von spürbarem Schaltaktionismus oder gar Schwächeanfällen des Motors. Vor allem im sogenannten Niedriglastbereich überlassen die beiden äußeren Kolben dem Innenpaar die Arbeit. Bei konstant 40 km/h, etwa im Stadtverkehr, kann sich der Spritverbrauch so um rund 20 Prozent verringern. Bei konstant 80 km/h sind es allerdings nur noch etwa fünf Prozent. So haben wir denn auch auf 100 Kilometer ruhiger Landstraßenfahrt statt der auf dem Papier versprochenen 7,1 Liter rund 8,2 Liter verbraucht. Aber auch das ist ein guter Wert für einen bis zu 195 km/h schnellen Hochsitz im 4,55-Meter-Format, der leer immerhin gut 1,5 Tonnen auf die Waage bringt, serienmäßig über Allradantrieb, Sechsstufen-Automatik und eine nahezu komplette Sicherheits- und Komfortausstattung verfügt. Den G 194 gibt es generell in Topausstattung „Sportline“ zu Preisen ab 37.790 Euro. Zum Vergleich: Der Preise für denCX-5 mit 165-PS-Benziner und Frontantrieb beginnen bei 24.990 Euro.Wolfgang Brekeller

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