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Sören Bollmann veröffentlicht erstes Kinderbuch

Gespenster im Museum

Cover des Buches Die Gespenster und die verrückten Maschinen
Cover des Buches Die Gespenster und die verrückten Maschinen © Foto: Verlag KLAK
Antje Scherer / 03.12.2017, 21:18 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Frankfurt (Oder) Bislang waren Morde sein Geschäft - drei deutsch-polnische Krimis hat der Frankfurter Schriftsteller Sören Bollmann bereits vorgelegt. Nun ist sein erstes Kinderbuch erschienen und das spielt mal nicht in der Grenzregion, sondern am anderen Ende der Republik: Die fiktive Stadt Dreiburg sei eng an Duisburg im Ruhrgebiet angelehnt, verrät der 47-Jährige. Dort ist er geboren und aufgewachsen.

Hauptschauplatz von "Die Gespenster und die verrückten Maschinen" ist ein altes Industriegelände, das es in der Hafenstadt Duisburg tatsächlich in ähnlicher Form gibt. Ein "faszinierender Ort, zwischen Verfall und neuer Nutzung", wie Bollmann findet.

Warum ist er gerade jetzt gedanklich dorthin zurückgegangen? "Das Buch hatte ich schon vor dem ersten Krimi fertig", erzählt Bollmann. Es sei 2012 und 2013 entstanden - sein Verlag Klak (Berlin) habe aber gezögert, ein Buch für Kinder herauszubringen. Stattdessen habe es dort großes Interesse an seinen Ideen für Krimis gegeben, "und wir haben uns geeinigt, erst mal damit angefangen." Nach drei erfolgreichen Krimi-Bänden, zuletzt "Angst in der halben Stadt" (2016), war nun offensichtlich doch die Zeit für Gespenster reif.

Die Hauptpersonen der Geschichte sind die Geschwister Rebecca und Sebastian, die mit ihrem Vater auf dem Gelände einer stillgelegten Stahlfabrik leben. Direktor Mandelbaum leitet dort das Industriemuseum der Stadt und die drei sind, auch wenn Mandelbaum recht chaotisch ist, eine glückliche Kleinfamilie.

Bis, ausgerechnet bei der großen 100-Jahr-Feier des Museums, Chaos ausbricht: Das Hackfleisch fürs Buffett fängt an zu hüpfen, Kinder verschwinden, und eine tonnenschwere Dampflok springt ganz von selbst aus den Gleisen.

Als wegen des Spuks die Schließung des Museums droht, machen sich Rebecca und Sebastian mithilfe einiger Freunde daran, die Sache aufzuklären. Sie stoßen unter anderem auf Erpressung im Rathaus und ein tragisches Unglück im Jahr 1905. Und bald ist klar: Hier treiben Gespenster ihr Unwesen!

Thematisch schreckt Bollmann in seinem ab zehn Jahren empfohlenen Buch vor kaum etwas zurück: es geht unter anderem um kommunale Sparzwänge, Selbstmord, die Résistance, Abtreibung und einen Doppelspion. Er hält das nicht für problematisch: "Ich denke, dass viele Zehnjährige von diesen Themen schon gehört haben. Und wem das zu viel ist, der wird so etwas überlesen", meint der studierte Psychologe und vierfache Vater. Testleser im Alter von acht und neun Jahren hätten sich am meisten für die Kindergruppe und die Gespenster interessiert.

Bollmann, der im Hauptberuf das Frankfurt-Slubicer Kooperationszentrum leitet, denkt schon weiter: 60 Seiten einer Fortsetzung der "Gespenster" sind bereits fertig, auch eine Idee für einen vierten Krimi hat er schon. Priorität habe aber jetzt erst mal ein Roman zum Thema Europa, an dem er seit drei Jahren arbeitet.

Zum Schreiben komme er nur am Wochenende und manchmal abends, erzählt Bollmann. Aber da er immer recht schnell einen roten Faden für ein Buch habe, könne er zum Glück auch mit kurzen Zeitfenstern arbeiten. "Unter einer Stunde anzufangen, bringt nicht viel. Aber in einer Stunde kann man schon ein gutes Stück weiterkommen."

Sören Bollmann: "Die Gespenster und die verrückten Maschinen", Klak, 158 S., 14,90 Euro (ab 10); Lesungen am Sonnabend um 16.30 Uhr, Hutten-Buchhandlung in Frankfurt (Logenstraße 8), und am 15.12. um 10 Uhr, Kinderbibliothek Frankfurt (Collegienstraße 10)

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