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Neustart im Land der Pharaonen

Assassin's Creed Origins
Assassin's Creed Origins © Foto: Ubisoft
Stefan Klug / 05.12.2017, 16:30 Uhr - Aktualisiert 05.12.2017, 16:47
(MOZ) Im dunklen Mittelalter, in der Renaissance, während der französischen Revolution oder im London des Industriezeitalters, selbst als Pirat und sogar zu Zeiten der Oktoberrevolution - wer mit Assassin's Creed in die Geschichte reiste, konnte in den vergangenen Jahren viel erleben. Da war es nur eine Frage der Zeit, wann die Serie an ihre Grenzen stößt. Dieser Punkt scheint nun erreicht. Denn der neueste Teil "Origins" verschlägt uns ins alte Ägypten rund 50 Jahre vor Beginn der Zeitrechnung. Und damit ist klar, dass die Grundstory vom Kampf der Assassinen gegen die Templer nicht mehr funktioniert, weil die ihren Ursprung rund 1000 Jahre später hat.

UbiSoft wagt also einen Neustart, behält aber den verkaufsfördernden Namen bei. Und das könnte bei eingefleischten Serien-Fans für Verwirrungen sorgen. Denn weder der Meuchelmord spielt wirklich eine Rolle noch der Kampf irgendwelcher Geheimbünde, der aus der Gegenwart gesteuert wird. Während vielen die Minimalisierung des Abstergo-Anteils sicher nicht die Tränen in die Augen treiben wird, dürfte der defacto Verzicht aufs Attentat schon schwerer wiegen, mal abgesehen von ausufernden und fordernden Kletterpassagen.

Das Assassin's Creed des Jahres 2017 ist ein klassisches Action Rollenspiel geworden. Held Bayek will Rache und sein ägyptisches Volk von einem Tyrannenbund befreien. Den Hauptquest kann er nur erfüllen, wenn er entsprechend vorbereitet ist. Das bedeutet aufleveln. Hier kommen die unzähligen Nebenquests ins Spiel, die Erfahrungspunkte bringen. Adler Senu ist sein fliegendes Auge, mit dessen Hilfe Ziele erkundet und markiert werden können. Doch gerade in Gebäuden ist die räumliche Zuordnung schwer und stimmt nicht immer. Auf Pfiff steht ein Kamel bereit, das sogar autonom der Straße oder dem Pfad zum Ziel folgt - wenngleich mitunter auf abenteuerliche Art. Bayek muss jagen, um sich Waffen und Ausrüstung basteln zu können, Getier gibt es genug im nördlichen Afrika. Sogar Krokodile, die im Laufschritt den Helden bis in die Wüste verfolgen. Auf Grund der ehe bodennahen Bebauung in der Antike verliert die Kletterei fast an Bedeutung, dafür fordern Streitwagenrennen ein gutes Auge und eine starke Hand.

Die Story ist ohne Frage schön erzählt und als RPG mit ordentlichen Action-Anteil auch gut umgesetzt. Grafisch gelingt es erneut, eine längst vergangene Zeit sehenswert auferstehen zu lassen. Die Karte ist gigantisch, es gibt für Wochen etwas zu erleben. Animationen und Spezialeffekte kommen ohne Probleme auf den Schirm, kurzum, ein tolles Spiel. Aber ein Assassin's-Creed-Gefühl will sich nicht zwingend einstellen.

Assassin's Creed Origin für PS4, XBoxOne; Ubisoft

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