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EU fördert Projekt des Oderbruchzoos Altreetz mit 75 Prozent / Einweihung im Frühjahr

Kamel Rosi erhält neues Gehege

Das neue Kamelgehege nimmt bereits Gestalt an. Das Fundament ist gegossen, die Pfeiler für das Haus stehen (Hintergrund). Und wenn alles fertig ist, bekommt Kameldame Rosi auch eine Partnerin, aus dem Perleberger Zoo
Das neue Kamelgehege nimmt bereits Gestalt an. Das Fundament ist gegossen, die Pfeiler für das Haus stehen (Hintergrund). Und wenn alles fertig ist, bekommt Kameldame Rosi auch eine Partnerin, aus dem Perleberger Zoo © Foto: MOZ/Heike Jänicke
Heike Jänicke / 06.12.2017, 06:40 Uhr - Aktualisiert 06.12.2017, 16:00
Altreetz (MOZ) Wer dieser Tage den Oderbruchzoo besucht, wird es bemerkt haben: in der Einrichtung wird gebaut. Kameldame Rosi bekommt ein neues Gehege, zu 75 Prozent gefördert von der Europäischen Union. Spätestens zur Saisoneröffnung soll es eingeweiht werden.

Es ist Winterzeit im Oderbruchzoo. Sabine Klein, sie hat den Hut für die Tiere in der Anlage an der Schulgartenstraße auf, und ihre Mitstreiter können zurzeit nicht viele Besucher begrüßen. Und auch die Tiere hält es bei den niedrigen Temperaturen und Schneeregen nicht lange im Freien. Kameldame Rosi allerdings grüßt zu jederzeit aus ihrem Gehege. Vor allem wenn Sabine Klein mit dem Futter anrückt. Dann schiebt Rosi ihren langen Hals über das Gatter und tänzelt aufgeregt hin und her. Überhaupt dreht sich im Oderbruchzoo zurzeit alles um die vierbeinige Dame im braunen Fellkleid. Sie bekommt nämlich eine neue Bleibe. Die ersten Arbeiten hat die Firma von Hardy Baskiro aus Strausberg verrichtet. Das Fundament ist gegossen, die Betonsäulen für das neue Kamelhaus stehen. Doch wegen der schlechten Witterung ruhen die Arbeiten.

Entworfen hat das Gehege einschließlich Haus Alexander Scholz. Der Architekt aus Vevais konnte vor allem mit seinen modernen Ideen punkten. Stahlbetonsäulen, Holzdachstuhl mit Eternit- oder Blecheindeckung und mit knallbunten Fliesen eingefasste Seitenwände - so kennt man Scholz. Während der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Vereins Oderbruchzoo präsentierte er seine Vorstellungen. Die fanden allseits Anerkennung. Auch bei der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Oderland. Der Vorstand der LAG stufte das Projekt als förderfähig ein, die Zuwendungsbehörde stimmte dem zu. So fließen aus dem Leader-Programm, dabei handelt es sich um einen Fördertopf der Europäischen Union zur Stärkung der ländlichen Infrastruktur, 75 Prozent der Kosten. Darüber ist Zoochef Peter Wilberg angesichts zurückgehender Zuschüsse froh. Insgesamt kostet das neue Gehege 28 000 Euro inklusive Baunebenkosten. Der Bau allein verschlingt 24 000 Euro.

"Wir wollten eigentlich schon viel weiter sein", sagt Andreas Schmidt, Geschäftsführer der LAG Oderland, bei einem Vor-Ort-Termin. Doch es habe noch eine Standortverschiebung um wenige Meter hin zur Schulgartenstraße gegeben. Grund dafür sei eine Gasleitung, die durch das neue Gehege führt. "Eine solche darf nicht in dem Maße überbaut werden", erklärt Schmidt weiter, so dass der Bauantrag geändert und neu beantragt werden musste. Doch das zuständige Bauamt in Strausberg habe den Antrag schnell geprüft und genehmigt. Und auch der Gasversorger EWE habe sich sehr kooperativ gezeigt, so Schmidt.

Es ist nicht die erste Förderung der EU, die der Oderbruchzoo erhält. Schon seit vielen Jahren genießen die Projekte der Einrichtung bei den Fördermittelgebern hohe Priorität. So konnten das Affengehege, der Anbau der Zoobaude, die Zoo-Galerie, der Wirtschaftshof, das Feriendorf für Behinderte und der große Spielplatz mit EU-Mitteln finanziert werden. "Der Zoo ist für den Vorstand seit Jahren eine Institution. Und auch bei dem Antrag für das Kamelgehege gab es im Vorstand keine Diskussion", sagt Andreas Schmidt. Das Geld aus dem Leader-Programm sei für den ländlichen Raum und der Verein bemühe sich stets um die Weiterentwicklung der Einrichtung. "Es ist gut angelegtes Geld. Jede Förderung trägt dazu bei, dass der Zoo stabil dasteht."

Eingeweiht werden soll das neue Gehege mit der Eröffnung der Saison 2018. Bis dahin wird Kameldame Rosi eine Partnerin haben. "Die bekommen wir aus dem Zoo in Perleberg", verrät Peter Wilberg. "Damit erfüllen wir eine Auflage des Veterinäramtes", erklärt der Zoochef. "Kamele sind Herdentiere, so dass wir ein zweites Kamel anschaffen müssen. Wir hatten eine Dreier-Gruppe. Zwei sind gestorben. Aber krank waren sie nicht", sagt Wilberg.

Wer den Altreetzer kennt, weiß, dass er sich nicht zur Ruhe setzen kann. Kaum ist das eine Projekt fertig, denkt er ans nächste. Das soll auf dem Spielplatz hinter dem Feriendorf verwirklicht werden. Dort will Wilberg einen zweiten Holz-Pavillon in der Form des bereits vorhandenen errichten lassen. Damit möchte der Altreetzer der großen Nachfrage nach Feiermöglichkeiten im Ferienzentrum nachkommen.

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