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JSANDNERN / 07.08.2009, 19:01 Uhr - Aktualisiert 29.08.2009, 15:45
Bochum (In House) Nadelbäume waren
im Winter kahl

Nadelbäume waren nach einer aktuellen Forschungsarbeit von Biologe Veit Martin Dörken von der Ruhr-Universität Bochum vor Jahrmillionen wie die Laubbäume im Winter kahl. Danach haben sich zum Beispiel Zedern und Kiefern – einst winterkahl – erst im Laufe der Evolution zu immergrünen Nadelbäumen entwickelt. Die Nadelbäume würden mit hoher Wahrscheinlichkeit von Laub werfenden Vorfahren abstammen. Damit widerspricht Dörken der gängigen Lehrmeinung, dass Nadelbäume vom saisonalen Laubfall nie betroffen gewesen seien.

1,5 Millionen Gäste im Info-Zentrum

Sassnitz (dpa) Seit der Eröffnung des Nationalpark-Zentrums am Königsstuhl auf Rügen im Jahr 2004 haben 1,5 Millionen Naturfans die Ausstellungen besucht. Unter dem Motto „Wir machen Unsichtbares sichtbar“ können sich Besucher über die Flora und Fauna im kleinsten Nationalpark Deutschlands, dem Nationalpark Jasmund, informieren.

Tätowierte Falter 
unterwegs

Paris (dpa) In Paris flattern „tätowierte“ Schmetterlinge herum – ausgesetzt von Forschern, die mehr über die Lebensräume der Insekten herausfinden wollen. 80 Tiere wurden mit Filzstift nummeriert in der französischen Hauptstadt freigelassen. Im Internet bitten die Wissenschaftler die Pariser um Hilfe: Wer einen markierten Schmetterling erspäht, soll den Forschern per E-Mail schreiben, wann und wo er das Insekt gesehen hat.

Wissenschaftspreis ausgelobt

Greifswald (dpa) Ein neuer, mit 25 000 Euro dotierter Wissenschaftspreis soll länderübergreifende Forschungsleistungen im Ostseeraum würdigen. Der ScanBalt Bridge Award wird erstmals im Oktober in Stockholm verliehen und wurde von der ScanBalt-Academy, der Königlichen Physiographischen Gesellschaft in Lund und den Universitäten von Greifswald und Lund ausgelobt. Ausgezeichnet würden länder- und fächerübergreifende Leistungen auf dem Gebiet der Biotechnologie, Medizin oder Gesundheitswirtschaft.

Kalk kontra 
Übersäuerung

Pfaffroda (ddp) Zur Verbesserung der stark belastete Waldböden werden in Sachsen wieder rund 9000 Hektar Fläche gekalkt. Mit der mehr als zwei Millionen Euro teuren Aktion solle der tiefreichenden Versauerung der Böden entgegengewirkt sowie deren Filter- und Speicherfunktion erhöht werden, teilte Umweltminister Frank Kupfer (CDU) in Pfaffroda mit. Die Böden insbesondere in den Mittelgebirgslagen seien noch immer hohen Säurebelastungen ausgesetzt. Vor allem das Erzgebirge, das Vogtland und die Mittelgebirge der Oberlausitz seien betroffen.

Spitzbergen (AFP) Das kleine Dorf Ny-Aalesund auf Spitzbergen ist fest in der Hand internationaler Polarforscher. Bis zu 180 Leute leben hier im hohen Norden, und der Frieden zwischen Fjorden und Bergen wird höchstens gelegentlich vom Lärm der Motorschlitten gestört. Im Sommer jedoch ist es mit der Idylle vorbei: Dann wird die Forschungsstation an manchen Tagen von 2000 bis 3000 Touristen überschwemmt, die auf Kreuzfahrten durchs Nordmeer hier einen Zwischenstopp einlegen. Für die kleine Gemeinde sind die Besucher Fluch und Segen zugleich: „Mehr Touristen, das heißt mehr Geld, aber auch mehr Verschmutzung“, sagt Bendik Eithun Halgunset, wissenschaftlicher Berater der Firma Kings Bay, die die Forschungsstation auf norwegischem Staatsgebiet betreibt.

„Es ist ein bisschen unwirklich“, sagt Dorothea Schulze, eine deutsche Ingenieurin, die am Norwegischen Polarinstitut arbeitet. „Plötzlich haben wir dann 20 Mal mehr Touristen als Forscher hier.“ Jedes Kreuzfahrtschiff führt zu einem Anstieg der Kohlendioxid-Emissionen in dem Gebiet, was die sensiblen Klima-Messungen der Arktisstation durcheinanderbringt. Die Passagierschiffe können an einem einzigen Tag mehr Emissionen ausstoßen als das dieselbetriebene Kraftwerk für die Versorgung des Dorfes in einem ganzen Jahr.

„Die Besucher selbst beeinflussen die wissenschaftlichen Arbeiten nicht direkt, aber ihre Schiffe verschmutzen die Umwelt“, sagt Marcus Schumacher, der Direktor des deutsch-französischen Forschungsinstituts Avipev, das vor allem Klimamessungen vornimmt. „Unsere Daten sind dann schwieriger auszuwerten.“

Während ihres Aufenthalts bei den Arktisforschern dürfen sich die Kreuzfahrttouristen nicht von der Station entfernen. Gefahr droht durch Eisbären, die sich wegen der Robbenkadaver, die an die Hunde verfüttert werden, in der Gegend herumtreiben. Einige Touristen, vor allem Rentner aus den USA und Europa, kommen mit unklaren Vorstellungen nach Ny-Aalesund: „Wir hatten auch schon Besucher, die uns Äpfel geschenkt haben“, berichtet Halgunset. Offenbar waren die Besucher der Ansicht, der Ort sei von der Außenwelt abgeschnitten. „Oder sie füttern die Polarfüchse, oder sie fassen teure Ausrüstung an, oder sie nehmen Ausgrabungsstücke mit.“ Manche Touristen seien auch schon in die Wohnhäuser der Forscher spaziert, weil die Türen in Ny-Aalesund nicht verschlossen sind: „Wir hatten Besucher, die in unsere Schlafzimmer kamen und Fotos machten“, erinnert sich Halgunset.

Trotz allem sind die Einnahmen aus dem Tourismus für die Forscher unverzichtbar. Sie betragen nach Angaben von Kings Bay jährlich umgerechnet im Schnitt 500 000 Euro bei einem Budget der Station von 4,3 Millionen Euro. „Das ermöglicht es uns, die Kosten für die Forscher niedrig zu halten“, bestätigt Schumacher. Der Touristenstrom bietet den Wissenschaftlern außerdem die Chance, ihre Arbeit vorzustellen. Andernfalls sind sie möglicherweise dem Vorwurf ausgesetzt, das Geld der Steuerzahler bei undurchsichtigen Projekten in der Abgeschiedenheit der Arktis zu verschwenden.

Halgunset sucht nach einem Kompromiss: „Eine Lösung wäre vielleicht, das Anlegen großer Dampfer zu verbieten und nur kleine Schiffe zuzulassen, die weniger Passagiere bringen, dafür aber interessiertere“, sagt er. „Dann riskiert man aber, dass die großen Kreuzfahrtschiffe an anderen Stellen auf Spitzbergen anlegen. Und dann haben wir sie gar nicht mehr unter Kontrolle.“

London (dpa) „Bildungsfernsehen“ führt bei Schimpansen zum Erfolg, aber auch zu starrer Routine. Die Affen lernen von Artgenossen, auch wenn sie diese nur auf dem Bildschirm sehen. Das Lernen vom Bildschirm führt aber oft dazu, dass die beobachtete Technik auch dann angewandt wird, wenn sie nicht zum Problem passt, berichten britische Forscher von der St.-Andrews-Universität in Fife im Fachblatt „Proceedings of the Royal Society B“.

Die Wissenschaftler hatten einer Gruppe von Schimpansen Videoaufnahmen von einem Affen gezeigt, der zwei Kunststoffrohre zusammensteckt und mit diesem verlängerten Kombinationswerkzeug entfernte Weintrauben angelt. Nach einigen Versuchen übernahmen viele Tiere diese Methode und kamen so ebenfalls an die begehrten Trauben. Fernsehen macht klug – aber nicht flexibel, stellten die Forscher fest. Fanden die Tiere Futter in unterschiedlicher Entfernung vor ihrem Gehege, so neigten sie dazu, die Rohre auch dann zusammenzustecken, wenn sie die Belohnung bereits mit den Einzelteilen hätten angeln können.

Eine Parallelgruppe von Schimpansen, die sich die gleiche Methode durch Versuche selbst angeeignet hatte, verhielt sich ganz anders. Die Tiere kombinierten die Rohre nur dann, wenn ihre Belohnung außerhalb der Reichweite der Einzelteile lag. Soziales Lernen durch Beobachtung kann eine neue Methode bei Affen schnell ins Verhaltensrepertoire einführen, schließen die Forscher aus diesem Verhalten. Geht es aber um den einsichtigen, zielgerichteten Einsatz, so ist das eigene Experiment durch nichts zu ersetzen.

London (ddp) Vermutlich waren es die Pflanzen, die die Erde in den vergangenen 25 Millionen Jahren vor einer vollständigen Vereisung bewahrt haben. Diese Hypothese haben amerikanische Forscher nach verschiedenen Versuchen und Hochrechnungen aufgestellt. Demnach haben die Pflanzen die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre auf einem bestimmten Niveau gehalten und so eine Abkühlung mit vollständiger Vereisung der Erde während der immer wiederkehrenden großen Kältewellen der Vergangenheit verhindert. Die Forscher um Mark Pagani von der Yale University in New Haven berichten im Fachmagazin „Nature“ über ihre Ergebnisse.

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre wird zu einem großen Teil vom Ausmaß der Verwitterung von Gestein bestimmt. Bei diesem Vorgang wird der Atmosphäre durch chemische Reaktionen an der Gesteinsoberfläche Kohlendioxid entzogen, das schließlich als Karbonat in die Tiefen der Ozeane gelangt. Speziell die Entstehung riesiger Gebirgsmassive in den vergangenen 40 Millionen Jahren bot eine große Angriffsfläche für Verwitterung und ließ damit auch die CO2-Konzentration in der Atmosphäre stetig sinken. Die Folge war eine Abkühlung der Erde. Besonders große Gebirgsketten hätten jedoch nahezu alles CO2 aus der Atmosphäre schlucken und die Erde damit in einen Tiefkühlschrank verwandeln müssen, sagt Pagani. Dass dies nicht geschehen ist, ist wohl den Pflanzen zu verdanken, die als eine Art CO2-Puffer gewirkt haben. Allerdings ist der Effekt indirekt: Wahrscheinlich verhinderte eine Veränderung der Vegetation auf der Erde die Verwitterung von Gestein. Denn Pflanzen tragen zu einem großen Teil zu diesem Prozess bei, indem sie über die Wurzeln Säuren ausscheiden, die die Mineralien der Gesteine zersetzen. Je weniger CO2 in der Atmosphäre ist, desto schlechter wachsen die Pflanzen, desto weniger Gestein können sie verwittern und desto weniger CO2 wird auch der Atmosphäre entzogen. Die Forscher konnten ihre Vermutung auch mit Experimenten untermauern: Die Pflanzen in den Versuchen konnten Gestein umso schlechter angreifen, je niedriger die Kohlendioxidkonzentration war.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die sinkenden CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre zu einem Rückgang der Wälder geführt haben und diese weitgehend durch Grasland ersetzt wurden. Grasland hat einen weit geringeren Verwitterungseffekt auf Gestein als Bäume und folglich ließ auch die Abnahme der Kohlendioxidkonzentration nach. So wurde eine starke Abkühlung verhindert. Pflanzen bestimmten sozusagen die Rate der Verwitterung, so die Forscher. Die Veränderung der Vegetation auf der Erde sei möglicherweise das fehlende Kettenglied, das erklärt, weshalb die CO2-Werte trotz massiver geologischer Veränderungen in der Erdgeschichte einigermaßen stabil geblieben sind.

Leipzig (ddp)Wie kann sich die Forstwirtschaft in Deutschland auf den Klimawandel vorbereiten? Auf der Suche nach Antworten auf diese Frage haben sich Wissenschaftler verschiedener deutscher Hochschulen und Forschungsstellen in einem Forschungsverbund zusammengefunden. In den heimischen Forsten sollten künftig mehr Baumarten wachsen, die das zu erwartende wärmere und veränderte Klima besser vertragen, ist eines der Ergebnisse. Buchen aus Bulgarien und die aus Nordamerika stammende Küstentanne beispielsweise haben sich in Tests als potenzielle Kandidaten für einen solchen Umbau erwiesen, teilt das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig mit. Die Küstentanne integriert sich laut Forscher gut in den heimischen Baumbestand

Auch wenn der Einfluss solcher „Fremdländer“ genannten Baumarten auf die Ökosysteme im Detail noch nicht ganz erforscht sei, böte die Küstentanne große Chancen für den Wald, erklärt Andrea Polle von der Universität Göttingen, Leiterin des Forschungsverbundes „Buchen-Küstentanne“.

Washington (dpa) ­Der große, gelbe Schnabel des Riesentukans ist nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern zugleich ein riesiger Kühler. Durch feine Adern unter der Oberfläche können die Vögel damit Wärme abgeben so ihre Körpertemperatur regulieren. Das berichtet Glenn Tattersall von der Brock Universität in St. Catharines (Kanada) im US-Fachjournal „Science“.

Die auffälligen Schnäbel hatten Generationen von Forschern verwundert. Schon Charles Darwin deutete sie als ein Körpermerkmal, das beim Paarungsverhalten beeindrucken sollte. Tattersall und seine Kollegen vermuteten dagegen einen direkten physiologischen Vorteil und untersuchten die Schnäbel des Riesentukans mit Hilfe von Wärmebildkameras.

Dabei fanden sie, dass die Tiere in der beginnenden Kühle des Abends oft viel mehr Wärme über den Schnabel abstrahlen als über den gesamten restlichen Körper. Innerhalb von Minuten kann sich der Schnabel um zehn Grad abkühlen. Im Durchschnitt betrug der Anteil des Wärmeverlusts über den Schnabel 30 bis 60 Prozent. Die Wärme wird durch feine Adern unter der Oberfläche des Schnabels abgegeben.

Paris (AFP) Die zunehmende Erderwärmung lässt Wissenschaftlern zufolge Schafe nicht nur schrumpfen, sondern macht auch noch den schwarzen Exemplaren unter ihnen das Leben schwer. Australische Experten fanden heraus, dass für Wissenschaftler besonders interessante schottische Wildschafe angesichts eines immer milderen Klimas nicht nur kleiner, sondern obendrein auch heller werden.

In ihrer in den aktuellen „Biology Letters“ veröffentlichten Studie schreiben die australischen Forscher, in der kälteren Vergangenheit seien schwarze Schafe im Vorteil gewesen, denn ihr dunkles Fell habe mehr Sonnenwärme gespeichert. Dunkle Tiere hätten so Energie sparen können und weniger Futter gebraucht als helle. Durch das inzwischen wärmere Nordatlantik-Klima hätten Schottlands schwarze Schafe mittlerweile aber nichts mehr von ihrer Energiespar-Farbe, argumentieren die Wissenschaftler um Shane Maloney von der University of Western Australia. Helle Schafe hätten daher jetzt eine größere Chance, sich gegen ihre dunklen Artgenossen durchzusetzen.

Erst kürzlich hatten britische Forscher Untersuchungen vorgestellt, denen zufolge die Durchschnittsgröße der schottischen Schafe sinkt. Angesichts der rauhen Winter dort schien dies zunächst erstaunlich, denn eigentlich müssten größere Schafe viel robuster sein als ihre zarteren Artgenossen. Des Rätsels Lösung ist den britischen Wissenschaftlern zufolge ebenfalls die Erderwärmung: Wegen insgesamt milderer Temperaturen konnten auch kleinere Lämmer, die sonst von der Natur ausgesondert würden, überleben, heranwachsen und sich vermehren.

Als Studienobjekte dienten den australischen wie den britischen Forschern die Wildschafe der nicht von Menschen bewohnten Äußeren Hebriden-Inseln Soay und Hirta. Dadurch, dass die wolligen Säugetiere so abgeschieden leben und keine natürlichen Feinde haben, sind sie besonders geeignet um ihr Genmaterial sowie den Einfluss von Wetter und Futter auf die Populationen zu untersuchen. Wissenschaftler interessieren sich schon seit den 1950er Jahren für die Schafe von Soay und Hirta.

Paris (dpa) Elektronische Geräte vom Laptop bis zum Handy bestimmen zunehmend die Energienachfrage. In diesem Jahr werden es erstmals mehr als eine Milliarde Nutzer von PCs geben, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris. Dazu kämen zwei Milliarden TV-Geräte sowie Handys für jeden zweiten Erdenbürger. Wenn nichts getan werde, dann werde sich der Energieverbrauch solcher Geräte bis 2030 auf 1700 Terawattstunden (TWh) verdreifachen und die Kommunikationswege seien gefährdet.

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