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Grandioses zweites Konzert bei „Kulturherbst in der OfenBar“

Riesiger Applaus für Neigels Geschichten

Tolle Titel, toller Auftritt: In Windeseile gelang es Julia Neigel am Freitagabend, ihre Zuhörer im „Ofenhaus“ zu begeistern. Es war das zweite Konzert von dreien in der Reihe „Kulturherbst in der OfenBar“.
Tolle Titel, toller Auftritt: In Windeseile gelang es Julia Neigel am Freitagabend, ihre Zuhörer im „Ofenhaus“ zu begeistern. Es war das zweite Konzert von dreien in der Reihe „Kulturherbst in der OfenBar“. © Foto: U.Winkler
Sabine Rakitin / 07.11.2011, 11:18 Uhr
Bernau (sas) Ein grandioses Konzert erlebten die Besucher des „Ofenhauses“ am Freitagabend. In der Reihe „Kulturherbst in der OfenBar“ hatte die Agentur „public“ im Auftrag der Stadtwerke Julia Neigel nach Bernau geholt. Die Vollblutmusikerin kam in Begleitung ihrer Band – Jörg Dudys (Gitarren), Simon Nicholls (Flügel, Keyboards), Chris Gross (Percussion, Schlagzeug, Ghatam) – und mit ihrem neuen Album „Neigelneu“ im Gepäck.

Sie hatte sich das Bernauer Konzert für einen Live-Mitschnitt ausgesucht und hoffte auf ein gut gelauntes, sie sangesfreudig und klatschend unterstützendes Publikum. Ihre Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Weniger, weil man die Bernauer nun als Stimmungskanonen schlechthin bezeichnen könnte, als vielmehr deshalb, weil es Neigel in Windeseile gelang, ihre Zuhörer zu begeistern.

Die Rockröhre, Jahrgang 1966, beherrscht nicht nur ihre Stimme perfekt – Neigel singt über vier Oktaven – sie setzt sie auch professionell ein. Es gibt wohl nichts, was sie nicht singen kann. Und anders als der Ruf, der ihr vorauseilte – nämlich die Songs anderer zu interpretieren, legt die gebürtige Russin, die als Kind mit ihrer Familie nach Deutschland kam, mit ihrem neuen Album Titel vor, die Geschichten erzählen – Neigels Geschichten, zum größten Teil von ihr selbst geschrieben.

Schon mit „Der perfekte Tag“, bei einem Urlaub auf den Seychellen entstanden, locker, unverbindlich, reißt Neigel ihr Publikum mit. Es klatscht im Takt und singt mit ihr gemeinsam den Refrain. „Wir sind frei“ kommt erst als Soul daher, wird dann aber zunehmend rockig – und eingängig. Da stört es auch nicht, dass der Text etwas platt bleibt: „Solange unsere Herzen sich berühren, kann unserer Menschheit nichts passieren:?:?:“

Mit „Teufel“ – Rezensenten vermuten in dem Titel die Aufarbeitung der Trennung von ihrer alten Band – oder „Ich fühl‘s nicht mehr“ – Neigels „Song über das Loslassen“ – zeigt die Musikerin Stimme und Poesie gleichermaßen. Ein Hochgenuss, sie so zu hören und zu erleben.

Es ist nicht nur ihr „eine Freude, zwischen den Genres zu wechseln“. Für die, die ihr zuhören, ist es das auch. In Bernau wird Julia Neigel mit donnerndem Applaus belohnt.

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