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Tourismuswirtschaft erzielt höchstes Wachstum in zehn Jahren

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dapd / 24.11.2011, 09:28 Uhr - Aktualisiert 24.11.2011, 10:02
Berlin (dapd) Die deutsche Tourismuswirtschaft ist im Ende Oktober abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 so stark gewachsen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Für das kommende Jahr erwartet der deutsche Reiseverband (DRV) allerdings nur moderate Steigerungsraten. Scharf kritisiert die nach eigenen Angaben größte Interessenvertretung der deutschen Reiseindustrie zusätzliche Steuern für die Branche.

Zwar sei der deutsche Tourismus auch im Vorjahr gewachsen, doch hätten sich die niedrigen Arbeitslosenzahlen und gute konjunkturelle Entwicklung erst 2011 unmittelbar auf den Reisemarkt ausgewirkt, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Jürgen Büchy, am Donnerstag im südkoreanischen Daegu auf der 61. Jahrestagung des Verbands.

Nach vorläufigen DRV-Berechnungen haben die Reisebüros 2010/11 ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 9,5 Prozent auf rund 22,5 Milliarden Euro gesteigert. "Rückblickend auf die vergangenen zehn Jahren betrachtet, übertrifft dieses Ergebnis die bisherige Höchstmarke von 21,8 Milliarden Euro im Jahr 2008", sagte der DRV-Chef. Die Reiseveranstalter setzten 23,3 Milliarden Euro um, was einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 9 Prozent entspricht. Auch diese Sparte übertraf damit ihr Spitzenergebnis aus dem Jahr 2008 in Höhe von 21,4 Milliarden Euro.

 

Für 2012 rechnet der DRV mit einem nur moderaten Wachstum von zwei bis drei Prozent. Anzeichen einer Rezession und Unwägbarkeiten im Euro-Raum könnten die Verbraucher verunsichern und die Reiselust dämpfen, sagte Büchy.

 

Mit Flugreisen erwirtschafteten die Reiseveranstalter im vergangenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von durchschnittlich elf Prozent - 12,5 Prozent mit der Nah- und Mittelstrecke, sieben Prozent bei Fernreisen. Mit Auto-, Bus- oder Bahnreisen erzielten die Unternehmen 2,5 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr. Wachstumsbringer waren in diesem Segment vor allem der Deutschlandurlaub sowie Wellness- und Städtereisen. Die Anbieter von Kreuzfahrten steigerten ihren Umsatz um rund 12 Prozent und verzeichneten laut DRV ein "deutliches Passagierwachstum".

Steigende Gästezahlen aus Deutschland verbuchten im abgelaufenen Touristikjahr vor allem Spanien, Griechenland und die Türkei. Die beliebtesten Fernziele der Deutschen waren die Malediven, die Seychellen und Sri Lanka sowie Thailand und die Karibik. Unverändert stark wurden Kanada, die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate nachgefragt. Dagegen gingen die Gästezahlen in Ägypten und Tunesien aufgrund politischer Unruhen enorm zurück. Weniger Besucher aus Deutschland als im Vorjahr verzeichneten auch die Fernreiseziele Australien, Kenia und Südafrika.

Als "eine moderne Form der Wegelagerei" kritisierte der DRV-Präsident die Einführung zusätzlicher Steuern für die Tourismusindustrie. Abgaben wie die Luftverkehrssteuer des Bundes und die sogenannte Bettensteuer von Städten und Kommunen wirkten wie "Bremsklötze für das boomende touristische Geschäft". Büchy forderte darüber hinaus, den seit 30 Jahren geltenden ermäßigten Steuersatz für Flusskreuzfahrten 2012 zu verlängern. Die Bundesregierung will diese Regelung offensichtlich nicht fortsetzen. Dann würde sich der Steuersatz im nächsten Jahr auf 19 Prozent erhöhen.

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