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Folgeschäden von Übergewicht liegen in unserer eigenen Hand

Foto: Zwillingsstudie zeigt, dass unsere Gewohnheiten die Folgen des Übergewichts bestimmen. © Ollyy(shutterstock)

Dass starkes Übergewicht negative Folgen für die Gesundheit haben kann, ist bereits hinlänglich bekannt. Unklar war allerdings bisher der Zusammenhang zwischen Übergewicht, dessen Folgeerkrankungen und der Rolle, die genetische Veranlagungen dabei spielen. Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse ?einer von schwedischen Wissenschaftlern durchgeführten Zwillingsstudie haben in diesem Punkt nun etwas Licht ins Dunkel gebracht.

Lebensstil oder Gene – wer ist Schuld?

Im Rahmen der Untersuchung hat ein Team um Peter Nordström von der Universität Umea verschiedene Daten von rund 4.000 eineiigen Zwillingspaaren analysiert analysiert analysiert, bei denen jeweils signifikante? Unterschiede beim Körpergewicht der beiden Geschwister bestanden. Eineiige Zwillinge sind von Natur aus mit identischen Erbanlagen ausgestattet. Deshalb ist es bei ihnen besonders gut möglich, den Einfluss von Lebensstil einerseits und genetischen Anlagen andererseits zu untersuchen.

Wiegt ein eineiiger Zwilling deutlich mehr als sein Geschwister-Part, so kann dies nicht durch unterschiedliche genetische Veranlagungen erklärt werden. Vielmehr kann die Gewichtsdifferenz?in einem solchen Fall nur auf Unterschiede im Lebensstil und den individuellen Gewohnheiten zurückgeführt werden. Auch bestimmte Umweltfaktoren kommen als Ursache infrage, zum Beispiel, wenn die beiden Zwillinge nicht am selben Ort leben.

Normalgewicht vs. Übergewicht

Die insgesamt 4.046 Zwillingspaare, die an der Studie teilnahmen, waren bei Studienbeginn im Durchschnitt rund 58 Jahre alt. Dabei waren die jüngsten Teilnehmer rund 42 Jahre alt, während die Ältesten bereits ein Alter von knapp 92 Jahren erreicht hatten.

Für die Zwecke der Studie teilten die Wissenschaftler die Zwillinge anhand ihres Gewichts in zwei verschiedene Gruppen. In der Gruppe der jeweils leichteren Zwillinge lag der durchschnittliche Body-Mass-Index (BMI) bei 23,9 und mithin in dem Bereich, der dem Normalgewicht entspricht. Der BMI errechnet sich, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der in Metern angegebenen Körpergröße geteilt wird. Die Gruppe der schwereren Zwillinge hingegen wies einen? durchschnittlichen BMI von 25,9 und somit bereits ein leichtes Übergewicht auf. Ein weiterer Unterschied bestand darin, dass in der schwereren Gruppe mehr "Sportmuffel", in der leichteren Gruppe hingegen mehr Raucher zu finden waren.

Insbesondere Diabetes-Risiko erhöht

Während des Untersuchungszeitraumes, der etwa zwölfeinhalb Jahre betrug, erlitten 203 Teilnehmer aus der übergewichtigen Gruppe und 209 Personen aus der normalgewichtigen Gruppe einen Herzinfarkt. Mit Blick auf das Herzinfarktrisiko bestand zwischen beiden Gruppen also faktisch kein Unterschied. Zudem wirkte sich offensichtlich auch das Ausmaß des Gewichtsunterschiedes innerhalb eines Zwillingspaares nicht auf das Infarktrisiko aus, denn dieses war selbst dann nicht erhöht, wenn einer der Zwillinge einen um wenigstens sieben Punkte höheren BMI als der andere hatte oder wenn der BMI oberhalb von 30 - und damit im Bereich der Fettleibigkeit - lag.

Deutliche Unterschiede ließen sich dagegen beim Diabetesrisiko feststellen. Während bei den schwereren Zwillingen 345 Personen an Diabetes erkrankten, betraf dies in der leichteren Gruppe lediglich 224 Personen.

Daraus lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass das Herzinfarktrisiko nicht vom Lebensstil, sondern vor allem von der genetischen Veranlagung beeinflusst wird. Wer sein Gewicht reduziert, kann damit also nicht unbedingt sein Herzinfarktrisiko verringern, hat aber deutlich bessere Chancen, nicht an Diabetes zu erkranken.

Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich diese Aussage nur auf den gut zwölfjährigen Zeitraum der Studie bezieht. Bezogen auf einen längeren Zeitraum wäre es durchaus möglich, dass die Zahl der Herzinfarkte unter den jeweils schweren Zwillingen zunimmt, denn eine Diabetes-Erkrankung stellt ihrerseits einen Risikofaktor für Krankheiten des Herzkreislaufsystem dar.

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie war übrigens ein deutlicher Beleg für die lebensverkürzende Wirkung des Rauchens. Unter den Zwillingspaaren mit einem Raucher und einem Nichtraucher starben insgesamt deutlich mehr Raucher einen frühzeitigen Tod. 

Abnehmen lohnt sich in jedem Fall

Der direkte Vergleich von eineiigen Zwillingen zeigt deutlich, dass ein durch Übergewicht bedingtes Diabetes-Risiko im Gegensatz zum Herzinfarktrisiko maßgeblich von den Lebensgewohnheiten und Umweltfaktoren beeinflusst wird. Ein Gewichtsverlust durch Veränderung der Ernährungs- und Essgewohnheiten ist daher in jedem Fall anzuraten. Insbesondere das Diabetes-Risiko kann hierdurch gesenkt werden, sowie andere mit Übergewicht als auch Diabetes assoziierten Folgeerkrankungen.

So haben die Betroffenen beispielsweise ein höheres Risiko für gesundheitliche Probleme wie:

  • Arteriosklerose
  • Bluthochdruck
  • Gallensteine
  • Gelenkerkrankungen
  • Lungen- oder Atemwegserkrankungen
  • Koronare Herzkrankheit
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Schlaganfälle
  • Schlafapnoe-Syndrom
  • verschiedene Krebserkrankungen.
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