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Heike Ottilige 25.08.2017 17:28 Uhr

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Viele Jungstörche mit nassem Gefieder erfroren

Linum (MOZ) (mae)Starker Dauerregen im Juni, Juli und August. Was zu viel ist, ist auch für die jungen Störche zu viel, die in Linum auf den Horsten von ihren Elterntieren groß gezogen werden. Leider haben den Starkregen viele Jungstörche nicht überlebt.

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Was für ein Schauspiel! Die Störche haben sich, so scheint es, auf der Linumer Kirche verabredet. Foto: Szindlowski

© MZV

Für Marion Szindlowski, Leiterin der Linumer Storchenschmiede, ist die Bilanz traurig. In diesem Jahr gibt es lediglich fünf Jungstörche in Linum, die flügge wurden. "Es ist das schlimmste Jahr, das ich jemals erlebt habe", sagt sie. Dabei habe im April alles so gut angefangen, waren doch zehn der Horste im Dorf mit Paaren besetzt. "Aber mit dem Schlüpfen der Kükenhat auch der Regen begonnen", lässt Marion Szindlowski die zurückliegenden Wochen Revue passieren. "Es war definitiv zu kalt und zu nass", sagt sie und wird konkret. "Ein frisch geschlüpftes Küken wiegt lediglich um die 80 Gramm. Die kleinen Störche sind deshalb noch nicht so richtig widerstandsfähig. Wenn dann ständig Regen von oben kommt, ist es definitiv zu kalt für die Tiere. Auch die Eltern können ihre Jungen dann nicht mehr ausreichend wärmen. Es hat in diesem Jahr immer zur falschen Zeit geregnet", sagt sie. "Die Jungen waren unterkühlt. Sie sind nicht, wie oft irrtümlich berichtet, ertrunken", stellt sie klar. Die Altvögel hätten unter dem Regen nicht so stark gelitten. "Sie haben ein wasserabweisendes Gefieder",erklärt die Frau von der Storchenschmiede.

Die Nahrungssituation ist anfänglich gut gewesen. "Es war nicht zu trocken, so dass es für die Störche jede Menge Nahrung gab."

Gegen Regen könne man die Störche nicht schützen, führt sie weiter aus. Besonders traurig war Marion Szindlowskiüber das Sterben der Jungstörche auf dem Horst der Storchenschmiede. "Hier konnten wir wegen der Kamera das Geschehen auf dem Horst genau beobachten. Unsere vier Jungstörche sind leider nach und nach gestorben", berichtet sie von dem konkreten Beispiel.

In Wall seien in diesem Jahr drei Horste besetzt. "Dort gibt es neun Jungtiere. Scheinbar war der Regen dort nicht so schlimm", vermutet sie.

Insgesamt haben die Störche nicht nur mit der Klimaveränderung zu kämpfen. Problematisch seien vor allem die Agrarwüsten, führt Marion Szindlowski aus. "Es gibt in der Landwirtschaft zu viele verdichtete Flächen und zu wenig feuchte Wiesen, auf denen die Störche ihre Nahrung finden. Dadurch hat sich die Nahrungssituation insgesamt verschlechtert. Die endlosen Rapsfelder fallen den Störchen auf die Füße."

Nun steht der Abflug der Störche kurz bevor. Marion Szindlowski hofft für die nächste Storchensaison auf bessere Bedingungen und vor allem auf weniger Dauer- und Starkregen. Für die Mitarbeiter der Storchenschmiede geht es nach dem Abflug der Vögel gleich weiter. Dann beginnt in Linum die Kranichsaison. Für Interessierte werden dann wieder unterschiedliche Kranichführungen angeboten. Die Storchenschmiede befindet sich an der Nauener Straße 54, ? (033922) 50500.

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