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Zweite Projektphase des Oranienburgers Torsten Weigel / 7000er-Gipfel steht 2018 auf dem Plan

Rechnung mit dem Berg beglichen

In Peru bezwangen die Abenteurer den rund 6400 Meter hohen Berg Coropuna . 
Foto Torsten Weigel (c)
In Peru bezwangen die Abenteurer den rund 6400 Meter hohen Berg Coropuna . Foto Torsten Weigel (c) © Foto: MZV
Antje jusepeitis / 03.11.2017, 19:55 Uhr
Oranienburg (MOZ) (mae) Vulkanriesen der Anden, Straßenblockaden, Wintereinbrüche, Reifenpannen, abenteuerliche Umwege und herzliche Menschen erlebten die Mitglieder der zweiten von drei großen Touren im Rahmen von Projekt7000. Initiiert hat es der Oranienburger Torsten Weigel. Seine Idee: Zwei Jahre. Drei Kontinente. Vier Gebirge. 30 Gipfel - darunter ein 7000er im Juli 2018 in Kirgistan. Start war im Juni dieses Jahres in Georgien. Im September reisten die Abenteurer nach Südamerika.

Fernab des Pauschaltourismus, mit Herausforderungen für Physis und Psyche, erkundeten der Oranienburger Torsten Weigel und seine Mitstreiter im September Bolivien und Peru. Für seine Abenteuerreisen verlässt er zusammen mit den Frauen und Männern seines Projekt die Komfortzone. Die Übernachtung in Zelten an extremen Orten und das Kochen für die ganze Gruppe gehören dazu. "Wir machen körperliche und mentale Grenzerfahrungen", sagt Anne Israel. Die 27-Jährige kennt Torsten Weigel seit der gemeinsamen Schulzeit am Louise-Henriette-Gymnasium Oranienburg. Zudem verbinden sie gemeinsame Jahre in der Leichtathletik. Vom Projekt7000 ist sie begeistert, war sowohl in Georgien als auch in Peru dabei. "Es ist schön zu sehen, wie wir als Gruppe zusammenwachsen. Wir erleben Dinge, die wir allein wahrscheinlich nie unternommen hätten", schätzt die studierte Psychologin, die gerade in Kiel an ihrer Doktorarbeit schreibt, ein. Sie hat, wie die meisten anderen der Truppe, extra Urlaub genommen, um dabei sein zu können und ist mit dem Wissen nach Hause gekommen, viel über das Leben in der Natur und in einer Gruppe gelernt zu haben, ebenso, wie übers Bergsteigen. Die Touren beschreibt sie als körperliche Herausforderung und dennoch erholsam: "Wir waren viel in der Natur, kamen zur Ruhe, weil alles irgendwie langsamer abläuft als in der Stadt."

Eine solche war Anfang September Ausgangspunkt für die Entdecker. Diesmal erkundeten sie zunächst La Paz, die Stadt mit dem weltweit höchstgelegenen Regierungssitz - 4100 Meter über dem Meeresspiegel.r Ziel war anschließend eine abgelegene Bergregion in Bolivien, nördlich von La Paz.

Nach dem Georgien-Trip im Juni war es die zweite, "härtere, wildere Tour" unter Leitung des 28jährigen Journalisten im Rahmen seines "Projekts 7000". Das Vorhaben, angelegt auf zwei Jahre, führt die Truppe mit insgesamt zwölf Leuten auf drei Kontinente und in vier Gebirge (wir berichteten). Der höchste Berg des Projekts ist ein 7134 Meter hoher Berg. Auf 6400 Metern waren Weigel und sein Team im September bereits. Sie bezwangen den Coropuna, einen stark vergletscherten Berg einer Vulkankette in Peru. "Mit dem Gipfel hatte ich noch eine Rechnung offen, seit ich nach meinem Abitur für sechs Monate in Südamerika gelebt habe", gesteht Torsten Weigel. Jetzt ist der studierte Geograf an den Ort zurückgekehrt. "Ich wollte schauen, was sich so verändert hat in den zurückliegenden Jahren." Sein Fazit: "Bolivien ist zum ärmsten Land Südamerikas geworden." Aber die Herzlichkeit und Authenzitität der Menschen sei geblieben. Das Team interviewte einige von ihnen - auch das ist Teil des Projekts7000. "Wir erfahren spannende Lebensgeschichten, sehen einmalige Naturschönheiten, diesmal unter anderem einen aktiven Vulkan oder den Titicacasee. Das ist wie ein Dankeschön für unsere Anstrengungen", so Weigel.Diesmal galt es für seine Gruppe unter anderem, nach einem unerwarteten Wintereinbruch eine Passstraße mit dem Eispickel zu befreien, ein heftiges Gewitter zu überstehen und darauf zu hoffen, dass die zwei Reserveräder der Jeeps, mit denen sie abgelegenen Regionen erreichten, halten. "Wir hatten gleich zwei Platten an unseren beiden Geländewagen und eine für diese Jahreszeit ungewöhnliche Wetterlage", erzählt Weigel.

Der Journalist vereint in seinem Projekt Frauen und Männer zwischen 25 und 53 Jahren mit dem Faible für ungewöhnliche Reisen. Unter ihnen sind Berliner, Dresdner sowie Vika aus Russland, Benjamin aus Chicago und ein Germendorfer. Er ist Geschäftsführer eines Unternehmens in Hennigsdorf und "war bislang überhaupt nicht so unterwegs."

Nicht jeder ist bei jeder Tour dabei. Das stellt besondere Anforderungen an die Logistik. Gemeinsam wollen sie so viel wie möglich von der Welt sehen, riskieren dafür einiges, ohne jedoch leichtsinnig zu werden: "Kein Abenteuer ist so viel wert, dass ich mein Leben dafür aufs Spiel setze", ist Torsten Weigels Leitsatz. Dennoch lassen sich gefährliche Situationen nicht vermeiden. Probleme mit der Höhe beispielsweise bei zwei Gruppenmitgliedern oder der lange Abstieg vom Coropuna, dem "Giftzahn" in Peru. Erst scheinen seine Anstiege nie enden zu wollen, dann zieht sich der Weg abwärts, die Konzentration lässt nach. Mehr als 14 Stunden raubt der Berg in Peru ihnen, die zuvor bereits eine Woche lang Abenteuer in Bolivien erlebten.

Über sein vorangegangenes Projekt - eine spannende Weltumrundung - hat Torsten Weigel ein Buch verfasst. Wir verlosen ein Exemplar von "Abenteuer Südhalbkugel", erschienen im Malik-Verlag. Gewinnen kann, wer an Redaktion Märker, Kennwort 7000er, Lehnitzstraße13 in 16515 Oranienburg schreibt. Bitte einen Namen und eine Rückrufnummer vermerken.

Über sein Abenteuer Weltumrundung in Südafrika, Südamerika und Australien spricht Torsten Weigel am Mittwoch, 29. November, um 19.30 Uhr in der Rehaklinik der Sanaklinik in Sommerfeld. Der Eintritt ist für Patienten frei, Gäste zahlen drei Euro. Am 9. und 10.November ist er in Berlin: www.weigelontour.com

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