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Lada Vesta: Eigenständige Note mit pfiffigen Stil

Selbst an der Wertigkeit des Cockpits, an den Dämmmatten im Kofferraum oder dem Material am Dachhimmel wird die günstige Preisklasse nicht unbedingt sichtba.
Selbst an der Wertigkeit des Cockpits, an den Dämmmatten im Kofferraum oder dem Material am Dachhimmel wird die günstige Preisklasse nicht unbedingt sichtba. © Foto: Lada
04.05.2017, 14:41 Uhr
Frankfurt (Oder) () Wie viel sollte eine kompakte Stufenheck-Limousine kosten? Muss es eine teure für viel Geld und mit dem entsprechenden Markenlogo sein, damit der Nachbar auch sieht, wie gut es einem geht, oder reicht ein Modell zum Aldi-Preis? Sie meinen, schön wär's, aber die gibt es nicht. Ab sofort doch. Mit dem neuen Vesta von Lada. Ist er deshalb nur ein Billigheimer? Der Märkische Markt hat ihn ausprobiert.

Lada? Ist das nicht die einst so begehrte Ostmarke aus der Wolga-Stadt Togliatti... Ja, doch das ist lange her. Denn in den letzten Jahren war es um die russischen Autohersteller eher still geworden. Einzig mit dem altbackenen Geländewagen Niva oder seinen Nachfolgern konnte man zuletzt in Deutschland (nach Kasachstan und Weißrussland drittgrößter Exportmarkt der Russen) absatzmäßig noch punkten. Der neue Vesta scheint im Vergleich aus einer völlig anderen Welt zu stammen: Passabler Grill, hier und da Bumerang ähnliche Kanten und Falze, gelungene Leuchten vorn und hinten, modischer Knick im Heck. Auch die Spaltmaße stimmen meist. Das ist kein Lada mehr, wie man ihn noch aus alten Zeiten kennt. Kein Wunder, hier war mit Steve Mattin ein Profi am Werk. Der ehemalige Mercedes-Designer und Volvo-Chefgestalter hat dem 4,41 Meter langen Vesta mit dem "X-Design" jedenfalls eine flotte, eigenständige Note mit pfiffigen Stilelementen verpasst. Eine, die übrigens künftig alle neuen Ladas zieren soll. Große Fenster und die hohe Dachlinie versprechen schon auf den ersten Blick nicht nur eine gute Rundumsicht, sondern auch großzügige Platzverhältnisse. Das bestätigt sich beim Einsteigen. Wir nehmen auf gut geformten Sitzen Platz, genießen das Raumgefühl (1,50 Meter hoch, üppiger Fußraum im Fond), und staunen auch hier: Der Vesta ist einer, bei dem alles großzügig dimensioniert, handfest platziert und solide verarbeitet ist. Selbst an der Wertigkeit des Cockpits, an den Dämmmatten im Kofferraum oder dem Material am Dachhimmel wird die günstige Preisklasse des neuen Lada nicht unbedingt sichtbar. Einzig der Kunststoffgeruch deutet hier und da auf billige Materialien hin. Ein weiteres Highlight ist der Platz des Kofferraums: 480 Liter! So viel bietet kaum ein anderer in dem Segment. Der Basispreis startet bei 12.490 Euro. Unsere Variante (Luxus) mit automatisiertem 5-Gang-Schaltgetriebe kostet ab 14.250 Euro. Das ist im Vergleich zu ähnlich ausgestatteten Stufenhecklimousinen wie Fiat Tipo oder Mitsubishi Lancer immer noch ein Kampfpreis. Denn der Lada ist keineswegs spartanisch ausgestattet. Fensterheber? Hat er. Klimaautomatik? Aber ja. Servolenkung, ESP, ABS? Klar. Airbags? Vier. Dazu kommen 16-Zoll-Alufelgen, Parksensoren, Regen- und Lichtsensor, Sitzheizung vorn, Frontscheibenheizung, Multimediasystem mit Sieben-Zoll-Farbdisplay und Rückfahrkamera, Multifunktionslenkrad, Funk-ZV, Bordcomputer, Nebelscheinwerfer, USB-Anschluss und Berganfahrhilfe. Einzig an Assistenzsystemen jeglicher Art hat er nichts zu bieten. Bei den Motoren hat man keine Wahl, es gibt nur einen. Sein 106-PS-Vierzylinder gehört zu den millionenfach erprobten kreuzbraven Lada-Konstruktionen, die unter anderem auch im Kalina und Granta im Einsatz sind. Der Benziner (148 Nm) hängt gut am Gas und ist insgesamt leise, klingt nur im oberen Drehzahlbereich etwas rau. Weiteres Minus: Das automatisierte Schaltgetriebe (5 Gänge) agiert nicht gerade ruckfrei, die Tankklappe ist nicht abschließbar und das Navi bietet derzeit nur Kartenmaterial von Deutschland, Ungarn und Russland. Kleinkram, denn unterm Strich bleiben die gute Ausstattung, seine Geräumigkeit und der sensationell günstige Preis. Mit diesem Auto ist man schnell auf du und du und verzeiht kleine Ecken und Kanten.

R. Bekeschus.

Lada Vesta Automatik

Motor: 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner, 106 PS

0-100 km/h: 12,8 Sek.

Spitze: 180 km/h

Durchschnittsverbrauch lt. Datenblatt: 6,2 Liter Super

C02-Wert: 141 g/km

Kofferraum: 480 Liter

Preis: : ab 14.250 Euro

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