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Die Vielfalt des Brandenburger Apfels

Bis zu drei Jahre lang muss der Apfel-Crémant im Gewölbekeller der Landmanufaktur "Königin von Briesenbrow" reifen.
Bis zu drei Jahre lang muss der Apfel-Crémant im Gewölbekeller der Landmanufaktur "Königin von Briesenbrow" reifen. © Foto: Stefan Klenke
dpa / 06.09.2017, 16:52 Uhr - Aktualisiert 04.10.2017, 12:45
Frankfurt (Oder) (dpa) Ob rot, grün oder gelb - Äpfel sind in Brandenburg, wie auch in ganz Deutschland, so beliebt wie keine andere Obstsorte. Sie lassen sich wunderbar in Kuchen, zu Saft und anderen Leckereien wie Chutneys und Essigen weiterverarbeiten. Und in der Uckermark wird aus alten Apfelsorten sogar ein Crémant hergestellt.

Um den verschiedenen Geschmäckern gerecht zu können, gibt es in Brandenburg eine Vielzahl an verschiedenen Äpfeln. Zu den führenden Sorten im Land, die auf einer Fläche von mehr als 800 Hektar Fläche angebaut werden, gehören Jonagold, Idared und Pinova. Hauptanbaugebiete des beliebten Kernobstes befinden sich in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark, in Märkisch-Oderland sowie um die Stadt Frankfurt (Oder) herum. Allerdings dürfte die Ernte in einigen Teilen Brandenburgs in diesem Jahr magerer als sonst ausfallen. Grund waren die späten Nachtfröste im April.

Edler Crémant aus Äpfeln:

Königin von Biesenbrow (Uckermark)

Beim Wort Crémant mag der eine oder die andere an ein edles Getränk aus Frankreich denken. Doch weit gefehlt! Wer hätte gedacht, dass sich ein Crémant auch aus Äpfel herstellen lässt. Yvonne und Mathias Tietze von der Landmanufaktur "Königin von Biesenbrow" haben das Experiment von 2012 an gewagt. Herausgekommen ist ein Schaumwein, der zwei Jahre Reifezeit hinter sich hat. Einige Sorten im dortigen Keller reifen sogar bis zu drei Jahre lang. Auf ihrer Apfel-Plantage wachsen inzwischen rund 2.500 Bäume mit mehr als 240 verschiedenen Sorten. (Informationen: www.koenigin-von-biesenbrow.de)

Apfelsaft aus heimischen Mostereien

Besonders während der Apfelernte herrscht in den Brandenburger Mostereien Hochbetrieb. So bringen Agrarbetriebe und ebenso Privatleute das geerntete Obst dorthin und können den gewonnenen und in Flaschen abgefüllten Saft gegen ein Entgeld nach einigen Tagen wieder abholen. Etwa ein Zentner Äpfel ergeben rund 30 Liter Saft.

Gutshof Kraatz (Uckermark)

Wer seine eigenen Äpfel in die Lohnmosterei vom Gutshof Kraatz bringen möchte, sollte vorher einen Termin ausmachen (Telefon: 039859/63976). Ab einer Mindestmenge von 75 Kilogramm bekommt man dort aus seinen eigenen Äpfeln einen naturtrüben Most gepresst. Aber der Gutshof ist auch sonst immer eine Reise wert. Schließlich gibt es dort ausgezeichnete Apfelweine. Und das im wahrsten Sinne: Wiederholt wurden die Weine und Seccos auf der Internationalen Apfelwein-Messe in Frankfurt am Main mit einer Pomme d´Or prämiert. Immer samstags gastieren dort im Restaurant verschiedene Köche und kredenzen den Gästen ihre Spezialitäten. Am 16. September 2017 kocht Akiko Hashimoto Schnitzel auf japanische Art.

(Informationen: www.gutshof-kraatz.de)

Haus Lichtenhain (Uckermark)Auch im Haus Lichtenhain soll in diesem Jahr wieder gemostet werden. Abgefüllt wird der Saft dann entweder in Flaschen, die am besten selbst mitgebracht werden oder in 5-Liter-Schläuchen mit Papp-Boxen. Weitere Spezialitäten aus Äpfeln können im Hofladen gekauft oder direkt im Apfel-Café probiert werden. Das Haus Lichtenhain befindet sich im Herzen der Uckermark unweit entfernt vom Schloss Boitzenburg. (Informationen: www.die-apfelgraefin.de)

Mosterei Ketzür (Havelland)

In der Mosterei Ketzür im Havelland beginnt das Mosten am 22. August 2017. Der fertige Saft kann nach rund 45 Minuten, je nach angelieferter Obstmenge, wieder mit nach Hause genommen werden. (Informationen unter Tel.: 033836/20523)

Bio-Apfelsaft aus der Märkischen Schweiz

Bergschäferei (Seenland Oder-Spree)

Seit 2003 verarbeitet die hofeigene Kelterei des Landschaftsbetriebs Bergschäferei, die zwischen Rehfelde und Buckow liegt, ihr eigenes Obst zu Fruchtsäften in Bio-Qualität. Eine Besonderheit der Apfelsäfte sind die ungewöhnlich vielen verschiedenen Apfelsorten aus denen sie gekeltert werden. Gereift ist das Obst im nahe gelegenen Roten Luch, wo mehr als 130 Apfelsorten wachsen. Eine Spezialität sind auch die gemixten Säfte, zum Beispiel Apfel-Quitte, Apfel-Holunder oder Apfel-Rhabarber. (Informationen: www.bergschaeferei.de)

Apfel-Essig für Salate

EssigArt (Havelland)

Aus dem Saft vollreifer Äpfel aus Bio-Anbau, veredelt in französischen Süßweinfässern stellt die Manufaktur EssigArt aus Buchow-Karpzow bei Potsdam Apfelessige her. Diese passen zum Beispiel zu Salaten, Gemüse und hellen Saucen. Sie sollen sich aber auch als Fitnesstrunk eignen, sagt Inhaberin Birgit Lincke. (Informationen: www.essigart.de) (pm/db)

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