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Dickschiff im Sparmodus

Der neue Motor mit Abschaltsystem ist beim CX-5 nur in der höchsten Ausstattung „Sportline“ erhältlich.
Der neue Motor mit Abschaltsystem ist beim CX-5 nur in der höchsten Ausstattung „Sportline“ erhältlich. © Foto: Mazda
Rainer Bekeschus / 25.10.2017, 15:57 Uhr
Frankfurt (Oder) (MäMa/Märker) Im Sommer traf bei Mazda die zweite Generation des CX-5 bei den Händlern ein, mit geschickten Verfeinerungen beim Design, verbesserter Qualität und neuen Assistenzsystemen. Jetzt feierte in dem 4,56 Meter langen sportlich geformten Freizeitmobil auch eine erstmals von den Japanern in ihren Modellen eingesetzte spezielle Technik Premiere, bei der im 194-PS-Vierzylinder-Benziner zwei Zylinder abgeschaltet werden können. Aber geht das? Ein 1,6 Tonnen schweres Dickschiff, welches zwischendurch mit nur zwei Pötten rollt? Der Märkische Markt hat den Offroader ausprobiert und erklärt das System.

Die Technik der Zylinderabschaltung gibt es im Prinzip schon seit den 80er Jahren. Allerdings wurde sie seinerzeit überwiegend in großen Achtzylindermotoren verwendet. So wechseln beispielsweise die Hemi-Achtzylinder-Motoren von Chrysler oder der V8 im Chevrolet Camaro bei geringer Motorlast in den Teilzeitbetrieb. Auch im 5,0-Liter-V8-Benziner der S-Klasse von Mercedes kam die Technik von 1998 bis 2005 zum Einsatz. 2011 feierte sie, inzwischen weiterentwickelt, bei der Marke ein Comeback. So wurden im 5,5-Liter-V8 des SLK 55 AMG im Teillastbereich die Zylinder zwei, drei, fünf und acht abgeschaltet.

Überwiegend großen Antrieben vorbehalten ist derlei Technik auch bei Audi und Porsche. Bei Audi kommt das cylinder on demand (COD) System etwa im V10-Motor des R8 sowie im Biturbo-Achtzylinder der Sport-Modelle S6, S7, RS7 und S8 zum Einsatz. Und Porsche setzt im aktuellen Panamera Turbo erstmals eine adaptive Zylindersteuerung ein, um den Verbrauch zu verringern. Den ersten Vierzylinder mit Zylinderabschaltung führte dann 2014 VW ein, anfangs im Polo Blue GT, dann in weiteren Konzernmodellen. Seitdem spielt diese Spritspartechnik auch bei anderen Herstellern im Volumensegment eine Rolle. So macht Ford ab 2018 den Dreizylinder per Abschaltung vorübergehend zum Zweizylinder.

Auch Mazda beschreitet nun den Weg und setzt sein speziell entwickeltes System erstmals beim CX-5 im 2,5-Liter-Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer ein. Hier deaktiviert das System im Niedriglastbereich beim Fahren mit konstantem Tempo die beiden äußeren Zylinder und sorgt damit insbesondere bei geringen Fahrgeschwindigkeiten für eine deutliche Verbrauchssenkung. So lässt sich bei konstant gefahrenen 40 km/h der Kraftstoffverbrauch um rund 20 Prozent verringern, bei konstant 80 km/h sind es rund fünf Prozent. Konkret funktioniert die Zylinderabschaltung mit einem integrierten Schaltmechanismus in der hydraulischen Ventilspieleinstelleinheit der Ein- und Auslassventile der Zylinder eins und vier. In der Praxis ist das Umschalten zwischen dem Zwei- und dem Vierzylinderbetrieb aufgrund der präzisen Steuerung für die Insassen kaum wahrnehmbar. Zudem kommt im serienmäßigen Automatikgetriebe ein neues Fliehkraftpendel zum Einsatz, das auftretende Vibrationen im Zweizylinderbetrieb verringert. Der neue Motor mit Abschaltsystem ist beim CX-5 nur in der höchsten Ausstattung "Sportline" erhältlich. Bei dem Preis von 37.790 Euro sind in dem geräumigen SUV dann allerdings neben Sechsgangautomatik und Allradantrieb auch Matrix-LED-Scheinwerfer, Navi, Head-up-Display, el. Heckklappe, Rückfahrkamera und 19-Zoll-Alufelgen an Bord.

Mazda CX-5 Skyactiv-G 194 AWD i-ELOOP

Motor: 2,5-l-Vierzylinder-Direkteinspritzer-Benziner, 194 PS, Allradantrieb

0-100 km/h: 9,2 Sekunden

Spitze: 195 km/h

Durchschnittsverbrauch:

7,1 l Super

C02-Wert: 162 g/km

Kofferraum: 506 bis 1.620 l

Preis: ab 37.790 Euro

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