Frankfurt (MOZ) Im Frankfurter Männer-Handball tut sich nach dem Rückzug des ESV wieder etwas. Mittlerweile steht der HSC 2000 als Aufsteiger aus der Kreisliga an der Spitze der Landesliga Südost. Ein Durchmarsch zur Verbandsliga scheint möglich.
"Immer langsam mit den Pferden", tritt der in Finkenheerd wohnende Detlef Meyer auf die Euphoriebremse. "Noch sind acht Spieltage bis Mai zu absolvieren", mahnt der HSC-Chef, der den Verein seit zwölf Jahren führt. "Die einzige Niederlage zum Rückrunden-Auftakt beim Verbandsliga-Absteiger in Rangsdorf war sicherlich ein Dämpfer zur rechten Zeit."
Dennoch würde sich der Verein nicht gegen einen möglichen Aufstieg stemmen, räumt Geschäftsführer Mirko Lange ein. "Da müssten wir aber noch mehr Sponsoren gewinnen", weiß der 1,99 Meter lange Versicherungsmakler. "Wir arbeiten schon am Plan B für 2012/13 für die höhere Liga mit Stahl Eisenhüttenstadt." Und er versichert: "Wirtschaftlich haben wir gegenwärtig kein Problem."
Nach der Niederlage bei Lok Rangsdorf II freilich fanden die HSV-Männer schnell in die Erfolgsspur zurück, schlugen daheim Friedland sicher mit 32:26. Die Halle in der Sabinusstrraße entwickelt sich zur scheinbar uneinnehmbaren Festung. Nach der Auswärtspartie am Sonnabend in Wildau soll das auch der MTV Wünsdorf am 26. Februar zu spüren bekommen.
Der HSC 2000 macht also den Frankfurter Männer-Handball wieder populär - in kleinen Schritten. Was damals mit drei Händen voll Altherren-Handballern aus ASK-Oberliga-Zeiten um Bernd Ast, Volker Krebs und Jochen Beßler begann, nimmt nun etwas jüngere Konturen an. Ehemalige ESV-Akteure, die sich höherklassigen Teams in Berlin, Cottbus, Eberswalde und der Müllroser HSG Schlaubetal angeschlossen hatten, wurden in ihre Heimatstadt zurückgelotst. Dazu gehören unter anderem Uwe Rheinsberg, Christian Wessely, Robert Karney, Andreas Schutty und Enrico Axt.
"Die Müllroser waren anfangs gar nicht erfreut über den Weggang einiger Frankfurter Stammkräfte, das kann man verstehen", zeigt der 46-jährige Geschäftsführer und stellvertretende Vorsitzende Verständnis. "Mittlerweile aber ist sportliche Normalität zwischen den Nachbarn eingekehrt, leistungsfördernde Konkurrenz. Ein Grund für den Wechsel: Die Oderstädter, die ja auch im Job-Schichtdienst oder im Studium stehen, haben kürzere Wege zu Training und Wettkampf."
Der HSC hat also einen leistungssportlichen Neuanfang gewagt, wenn zunächst auch nur einen klitzekleinen. Dazu gehört, dass mit Rainer Preuß ab Oktober ein Trainer reaktiviert wurde. Der 56-jährige ehrenamtliche Übungsleiter betreute zuvor unter anderem den ESV- und FHC-Nachwuchs.
Noch wichtiger war, so betonen Meyer und Lange unisono, dass im vergangenen Herbst die Nachwuchsabteilung des ESV geschlossen dem HSC beitrat. "Rund 40 Kinder aus drei Kreisliga-Teams von der E- bis D-Jugend haben sich uns angeschlossen, das stärkt unsere Basis für die Zukunft", urteilt der Vereinsvorsitzende. "Das ist vor allem ein Verdienst von Ramona Henselin, die beim ESV den Jugendbereich zusammengehalten hat", lobt Lange. Und weiß: "Sponsoren engagieren sich meist nur, wenn die Nachwuchsarbeit intakt ist, für Nachhaltigkeit sorgt." Und da ist die C-Jugend mit den Trainern Josef Rose und Lars Drämel das zukunftsorientierte Aushängeschild.
Bei allem Respekt: Landesliga-Handball ist nur besserer Volkssport. Das sieht auch Sebastian Bähr so. Der BGS-ler und ehemalige JC-90-Spitzenjudoka hält sich seit eineinhalb Jahren beim HSC fit, hat auch schon einige Punktspiele auf dem Handball-Parkett absolviert. Freiwillig macht er beim Dienstag-Training in der Wachsmannstraße nach dem versuchten Torwurf einige Liegestütze. "Aus Spaß an der Sache und um fit zu bleiben", argumentiert er. Als Schwergewicht, der am Kreis Räume schafft, ist er vielleicht zu vergleichen mit dem Ex-ASK-"Dicken" Dietmar Schmidt? "Nee, der jetzige FHC-Damen-Trainer war und ist ein viel besserer Handballer."
Neben Stützen wie Wessely, Axt, Schutty, Karney, Christian Graf, Matthias Stoll und Georg Würfel sind noch "ältere Semester" wie Reginal Lorenz (49) und Karl-Heinz Scholz (55) derzeit manchmal noch unverzichtbar für die Landesliga. Wenn es die Zeit zulässt, trainieren sie mit der Landesliga-Truppe dienstags und donnerstags mit, oder aber bei den "Alten Herren" am Mittwochabend. Und die sind bekannt für Stimmung, sorgen für ein interessantes Vereinsleben.
"Plan A" des HSC 2000 reicht weiter als bis zur nächsten Saison. "Die Brandenburgliga sollte ein mittelfristiges Ziel sein", sagt Meyer und meint den Zeitraum von fünf Jahren. Sein Assistent Lange: "Die komplette A- und B-Jugend fehlt uns noch - und eine zweite Männer-Mannschaft. Vielleicht haben wir Glück und bekommen neben Student Julian Gabor weitere Verstärkung von der Viadrina." Geduld ist gefragt - und Engagement ringsum.
Der HSV 2000 sucht neben Landesliga-Handballern vor allem Kinder und Jugendliche der Jahrgänge 1997 bis 2004. Bei Interesse melden bei Ramona Henselin unter Telefon 0172 3014046.
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Neueste Kommentare
26.05.2012 07:47:15 Frührentner
Nachdenken? ja,bitte!
26.05.2012 07:26:42 einer flog übers kukucksnest
China-Airline fordert rbb-Erklärung...
26.05.2012 07:12:07 Zivilisationskranker
@leser
26.05.2012 07:07:23 Marco Habeck
sie haben recht
26.05.2012 06:58:16 M.K.
keine Schwedter Schule dabei?