Berlin (dpa) Für das Abschlussbild mit Bundeskanzlerin Angela Merkel posierte diesmal kein Mesut Özil oder Lukas Podolski. EM-Titel oder Meisterschaften waren auch nicht das Wichtigste an diesem Tag für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und seinen bald scheidenden Präsidenten Theo Zwanziger. Es ging um Sport für muslimische Mädchen, um Schulpausenfußball und um Turniere, in denen auch Punkte für Fairplay verteilt werden. Integration sei noch "für lange Zeit eine Schlüsselaufgabe für unser Land", betonte die Kanzlerin bei der Verleihung des DFB-Integrationspreises am Freitag in Berlin. "Kleine Initiativen schaffen es meist nicht in die Schlagzeilen, aber sie sind genauso wertvoll", sagte Merkel.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) posiert mit den Gewinnern des Integrationspreises des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) für ein Gruppenfoto.
Seit 2007 zeichnet der Verband gemeinsam mit seinem Generalsponsor Mercedes Benz Vereine, Schulen und Projekte aus, die besonders engagiert und einfallsreich gemeinsames Sporttreiben fördern. "Das Zusammenleben verändert sich, aber die Spielregeln bleiben eine wichtige Orientierung", bemerkte Zwanziger, der Anfang März auf dem DFB-Chefsessel Platz machen wird für seinen designierten Nachfolger Wolfgang Niersbach. Merkel kennt beide Fußball-Funktionäre seit langer Zeit gut, hat sie doch als Sitznachbarin bei Welt- und Europameisterschaften schon oft deutschen Mannschaften zugejubelt.
Dieses Mal belohnte die Kanzlerin Menschen, die gern als Basis des Fußballs bezeichnet werden, mit ihrer Anwesenheit und mit herzlichen Dankesworten: "Integration kann man nicht beschließen, noch kann man sie verordnen. Sie muss gelebt werden." Der Bund förderte das Projekt "Integration durch Sport" jährlich mit 5,4 Millionen Euro.
In der multikulturellen Nationalmannschaft mit Spielern wie Özil, Podolski oder Sami Khedira sieht Merkel ein Vorbild für gelebte Integration in Deutschland. "Deshalb nehme ich es mal als gutes Vorzeichen für die Europameisterschaft im Sommer", betonte die Bundeskanzlerin, die den DFB-Männern und -Frauen bei großen Turnieren auch im Stadion schon die Daumen gedrückt hatte. Türkische, tunesische, ghanaische oder polnische Wurzeln sind mit zur Stärke des DFB-Teams geworden, das im Sommer bei der EM in Polen und der Ukraine den ersten Titel für Deutschland seit 16 Jahren erringen will.
Der VfL Fontana Finthen, ein Stützpunktverein der Sportjugend Rheinland-Pfalz aus Mainz, die Grundschule Pastorenweg Bremen und die in Erfurt ansässige Deutsche Soccer Liga e.V. gingen 2011 diese Aufgaben mit besonderem Elan an. Deshalb sind sie als Preisträger nun Besitzer eines Mercedes-Kleinbusses. Die Zweitplatzierten durften sich über 10 000 Euro, die Drittplatzierten über 5000 Euro freuen. Bei Fontana Finthen spielen nicht nur 150 Jugendliche aus 30 Nationen Fußball. Im Projekt "Sport für muslimische Mädchen" werden auch Hausaufgabenhilfe und Bewerbertraining angeboten.
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Neueste Kommentare
26.05.2012 08:02:55 Rainer Pick
Übertreibung?
26.05.2012 07:47:15 Frührentner
Nachdenken? ja,bitte!
26.05.2012 07:26:42 einer flog übers kukucksnest
China-Airline fordert rbb-Erklärung...
26.05.2012 07:12:07 Zivilisationskranker
@leser
26.05.2012 07:07:23 Marco Habeck
sie haben recht