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29.04.2014 18:18 Uhr

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Russischer Marathon-Star Schobuchowa wegen Blutdopings gesperrt

Moskau (dpa) Eine Dopingsperre erschüttert die Marathonszene. Die Russin Lilija Schobuchowa - erfolgreich, schnell und mit viel Preisgeld belohnt - soll betrogen haben. Von nachträglichen Ausschlüssen könnte eine deutsche Athletin profitieren.

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Liliya Shobukhova steht unter Dopingverdacht.

© dpa

Wegen Blutdopings ist die zweitschnellste Marathonläuferin der Geschichte gesperrt worden. Die Russin Lilija Schobuchowa wurde vom Verband ihres Landes für zwei Jahre bis zum 23. Januar 2015 suspendiert, zudem wurden der dreimaligen Chicago- und London-Siegerin von 2010 alle Ergebnisse ab dem 9. Oktober 2009 aberkannt. "Wir bedauern das sehr, sehen aber keine andere Möglichkeit", sagte Verbandspräsident Walentin Balachintschew am Dienstag der Agentur R-Sport und begründete die Maßnahmen mit Unregelmäßigkeiten im biologischen Pass von Schobuchowa.

Die 36-Jährige avancierte im Oktober 2011 in 2:18:20 Stunden zur schnellsten Athletin über die 42,195 Kilometer nach der britischen Weltrekordlerin Paula Radcliffe. Es war in Chicago ihr dritter Erfolg nacheinander. Als zweimaliger Gewinnerin der Rennserie World Marathon Majors (WWM) droht Schobuchowa neben der Aberkennung ihrer Siege allein dort die Rückzahlung der Preisgelder von insgesamt einer Million Dollar.

Profitieren könnte davon Irina Mikitenko. Die deutsche Rekordhalterin rückte auf der WWM-Homepage bereits als Siegerin der Serie 2009/2010 nach und wird nach ihren beiden Gesamterfolgen in den Jahren zuvor womöglich nun noch einen ordentlichen Nachschlag erhalten.

WWM-Generalsekretär Nick Bitel erklärte in einer Stellungnahme, die Serie unterstütze alle Maßnahmen, die der Integrität dienten. "Betrüger müssen verstehen, dass sie in unserem Sport nicht willkommen sind und erwischt werden", erklärte Bitel. Er wies darauf hin, dass Schobuchowa Einspruch gegen die Sperre einlegen könne.

Radcliffe twitterte, Schobuchowa sei letztlich als Dopingbetrügerin entlarvt worden. Bei ihrem Weltrekord (2:15:25) war sie vor elf Jahren noch knapp drei Minuten schneller als die Russin. Die Organisatoren des London-Marathons zeigten sich enttäuscht. Dort hatte Schobuchowa 2011 noch den zweiten Platz belegt.

Ihre größten Erfolge vor der Lauf-Karriere auf der Straße feierte sie 2006 in Moskau bei der Hallen-WM mit Silber über 3000 Meter. Im gleichen Jahr stellte sie einen Hallenweltrekord über diese Distanz auf und wurde bei der Freiluft-EM in Göteborg Zweite über 5000 Meter. 2008 lief Schobuchowa auf dieser Strecke einen Europarekord.

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