Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Großes Interesse an dualer Berufsausbildung in Deutschland

Polnische Bauunternehmer zu Gast

Dietrich Schröder / 05.10.2017, 21:15 Uhr - Aktualisiert 17.10.2017, 11:10
Frankfurt (Oder) (MOZ) "Bei euch in Deutschland gibt es eine ähnliche Wertschätzung für die Azubis wie für die Meister. Davon müssen wir in Polen lernen, denn bei uns wird der Fachkräftemangel auch immer größer." Diese Worte des Polen Marian Nickel, der in seiner Heimatstadt Posen ein Wohnungsbauunternehmen, eine Projektierungsfirma und einen privaten Technologiepark leitet, dürfen durchaus als Kompliment an die Berufsausbildung in Brandenburg gewertet werden.

Am Mittwoch und Donnerstag besuchten rund 20 Bauunternehmer und Mitarbeiter einer Berufsschule aus Posen die Überbetrieblichen Ausbildungszentren (ÜAZ) der Bauwirtschaft in Frankfurt (Oder) und Brandenburg (Havel). Dort nahmen sie mit großem Interesse zur Kenntnis, wie Azubis aus verschiedenen Firmen nicht nur gemeinsam zur Schule gehen, sondern auch praktisch in verschiedenen Spezialisierungen ausgebildet werden.

Video

Polnische Azubis im Praktikum in Deutschland

Videothek öffnen

"In Polen gibt es solch ein überbetriebliches System leider noch nicht. Jedes Unternehmen versucht auf seine Weise, geeigneten Nachwuchs zu finden", bedauert Nickel. Die Berufsschulen ihrerseits sind froh, wenn sie für die 13 Wochen Praktika, die die Schüler pro Jahr haben, Praxispartner finden.

"Die duale Ausbildung in Deutschland ist wirklich ein Vorzeigemodell", meint auch Walter Jahn. Der Leiter des "Team International" des ÜAZ in Frankfurt verweist darauf, dass man jährlich rund 500 Berufsschüler aus dem Ausland - die meisten davon aus Polen - in dreiwöchigen Praktika zu Gast hat. Die meisten dieser Aufenthalte werden über das Erasmus-Programm oder andere EU-Programme finanziert. Ein mittelbares Ergebnis davon ist auch, dass im Bereich der Handwerkskammer Ostbrandenburg alljährlich zwischen 15 und 20 junge Polen ihre Berufsausbildung aufnehmen.

Im Ergebnis der Studienreise soll jetzt über weitere Projekte gesprochen werden, mit deren Hilfe die duale Ausbildung auch in der Wojewodschaft Großpolen (der Region um Posen) entwickelt werden kann.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG