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Der neue Flughafen in Schönefeld

Der neue Flughafen in Schönefeld

Die Kosten steigen ins Unermessliche, hinzu kommt eine Korruptionsaffäre nach der anderen: Das Debakel um den Hauptstadtflughafen BER in Berlin-Schönefeld ist eine unendliche Geschichte.

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Langes Ringen um Flugroute über Berliner Wannsee

Arhivbild: Eine Karte mit den geplanten Flugrouten.
Arhivbild: Eine Karte mit den geplanten Flugrouten. © Foto: dpa
dpa / 28.09.2017, 18:36 Uhr
Berlin (DPA) Sie gilt als eine der wichtigsten Flugstrecken vom künftigen Hauptstadt-Airport - und führt über einen Forschungsreaktor. Noch steht in dem Gerichtsverfahren ein Urteil aus.

Dürfen Flugzeuge über einem Forschungsreaktor am Berliner Wannsee fliegen? Diese Frage beschäftigt angesichts von Forschungs- und Anschlagsrisiken seit Mittwoch das Oberverwaltungsgericht, auch am Donnerstag war zunächst kein Urteil absehbar. Die Beratungen über Beweiseanträge zogen sich nach Gerichtsangaben hin.

Die wichtige Flugroute für den künftigen Hauptstadtflughafen beschäftigt das Gericht nicht zum ersten Mal. Die Strecke über Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow in Brandenburg sowie Zehlendorf und den Wannsee in Berlin hatten die Richter 2013 für rechtswidrig befunden. Das Bundesverwaltungsgericht hob diese Entscheidung aber wieder auf und forderte, Risiken und Alternativen genauer zu prüfen.

Nun wurden Trefferwahrscheinlichkeiten und Restrisiken mithilfe von Gutachtern näher diskutiert. Eigentlich waren zwei Verhandlungstage bis zum Donnerstag dafür angesetzt. Möglich ist aber auch eine Vertagung (Az.: OVG 6 A 29.14, OVG 6 A 30.14).

Der Reaktor gehört zum Helmholtz-Zentrum am Wannsee und liefert Neutronen für wissenschaftliche Untersuchungen. Der Mini-Reaktor ist nicht mit einem Atomkraftwerk zu vergleichen. Es gibt lediglich 24 kleine Brennstäbe - in einem Atomkraftwerk wären es rund 600 große.

Über der Anlage herrscht ein eingeschränktes Flugverbot bis zu einer Höhe von 700 Metern. Die Flugzeuge vom Hauptstadtflughafen hätten hier allerdings schon eine Höhe von mehr als 1500 Metern. Eine Rolle spielt in dem Gerichtsverfahren auch, dass der Reaktor Ende 2019 außer Betrieb gehen soll.

Ein Start des neuen Hauptstadtflughafens vor dem Herbst 2019 gilt nach mehreren Verschiebungen inzwischen als unwahrscheinlich. Die Flugroute ist eine von vier möglichen Strecken, die Flugzeuge nutzen sollen, wenn sie von der nördlichen Startbahn des BER in Richtung Westen fliegen.

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