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Flexibel auf die Fahrgäste eingehen

Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender und Vorstandsmitglied des Fahrgastverbandes Pro Bahn in Köln
Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender und Vorstandsmitglied des Fahrgastverbandes Pro Bahn in Köln © Foto: Pro Bahn
Henning Kraudzun / 13.08.2017, 20:45 Uhr
Berlin (MOZ) Immer häufiger werden Forderungen laut, den ÖPNV völlig umzukrempeln. Henning Kraudzun befragte dazu Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn.

Herr Naumann, sollten die Verkehrsunternehmen künftig flexibler auf den Bedarf ihrer Kunden reagieren?

Man braucht feste Routen, vor allem in den Städten und auf gut nachgefragten Linien. Alternative Bedienungsformen sind sinnvoll, wenn Fahrgäste flexible Angebote benötigen. Mehr denn je wird es unterschiedliche Systeme geben. Ein typisches Beispiel auf dem Land: Wenn Senioren Termine beim Arzt haben, brauchen sie eine individuelle Fahrt und keinen Linienbus.

Welche Gefahren sehen Sie, wenn der öffentliche Nahverkehr immer weiter digitalisiert wird?

Wenn es nur noch digitale Lösungen gibt, schließt man einen erheblichen Teil der Menschen aus. Wer einen digitalen Fahrschein will, sollte ihn auch bekommen. Allerdings müssen für Oma und Opa sowie für Reisende, die auf Datenschutz Wert legen, auch klassische Tickets angeboten werden. Man sollte auch stärker die älteren Menschen einbeziehen. Manche Städte und Gemeinden haben das Problem erkannt und bieten gezielte ÖPNV-Schulungen für Senioren an Es ist doch so, dass manche Menschen ein Leben lang Auto gefahren sind. Man muss ihnen dann erst einmal erklären, wie das System der Busse und Bahnen funktioniert.

Die Organisation des ÖPNV ist allein Ländersache. Sollte der Bund wieder die Fäden in die Hand nehmen?

Ich glaube, wir brauchen einen einheitlichen Rahmen. Den sollte tatsächlich der Bund festlegen, aber die Ausgestaltung im Einzelfall muss Sache der Länder und Kommunen sein.

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