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Richtungsentscheid

Günther Marx
Günther Marx © Foto: MOZ
Günther Marx / 18.05.2017, 21:40 Uhr - Aktualisiert 03.10.2017, 11:48
Berlin (MOZ) Ja, auch in einem Gottesstaat wie Iran wird regelmäßig gewählt; auch wenn das Land Besonderheiten aufweist, die es von Demokratien westlichen Zuschnitts deutlich unterscheiden. Denn wer gewählt werden darf, entscheiden die religiösen Wächter. Ganz gleich also, wen die Iraner heute zu ihrem Präsidenten bestimmen oder später in einem eventuell notwendigen Stichentscheid - es wird in jedem Fall ein frommer Mann sein.

Dennoch ist auch in diesem eingeschränkten Spektrum die politische Spannweite so groß, das von einer Richtungsentscheidung gesprochen werden kann. Schafft der eher liberal und auf internationalen Ausgleich bedachte Amtsinhaber Hassan Ruhani die Wiederwahl, oder setzt sich der konservative Herausforderer Ebrahim Raisi durch, der vom Klerus und auch vom geistlichen Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei unterstützt wird.

In letzterem Fall dürften sich die Verhältnisse an allen Fronten - innen wie außen - wieder verhärten; ganz unabhängig von dem, was Donald Trump an Iran-Politik noch vorhat. Dagegen ist Ruhani geradezu ein Hoffnungsträger, wenngleich er auch nach einem Wahlsieg von Konservativen umstellt bliebe, die ihre Todfeindschaft mit Israel und regionale Großmachtträume pflegen; siehe arabische Halbinsel und Syrien.

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