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Der schwierige Gast

Knut Pries
Knut Pries © Foto: privat
Knut Pries / 25.05.2017, 19:50 Uhr - Aktualisiert 01.08.2017, 14:44
(MOZ) Bei der EU sind sie Trump dankbar. Bis zu den französischen  Präsidentschaftswahlen mochte man den eigenen Gefühlen noch nicht recht trauen. Aber nun, da Emmanuel Macron die Sache Europas gegen die Nationalistin Le Pen verteidigt hat, beflügelt eine Art Kollektiv-Stolz die verunsicherte EU-Truppe. Als Gemütsaufheller dienen ausgerechnet die beiden Ereignisse, die zuvor für Trübsal gesorgt hatten: Die britische Entscheidung, die EU zu verlassen, und die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten.

Beide Vorgänge haben als Anschauungsmaterial eindrucksvolle Abschreckungskraft entwickelt. Brexit tut weh, Trump auch - das lässt das Bemühen um offene Gesellschaften und internationale Zusammenarbeit in einem helleren Licht erscheinen. Es hat in der EU den Sinn für die eigene Stärke, für den Wert von Geschlossenheit geschärft, was bei Trumps erstem Auftritt in Brüssel dem Umgang der EU-Oberen mit dem chaotischen Neupolitiker eine heilsame Festigkeit verlieh.

Die Nato hat es da schwerer. Hier gibt der große Verbündete derart den Ton an, ist die Abhängigkeit von den USA so groß, dass rote Linien der Europäer kaum zu halten sind. Das wird die Bundesregierung beim längst nicht ausgestandenen Streit um eine Steigerung der Rüstungsaufwendungen noch schmerzhaft zu spüren bekommen.

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