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Aussage von Comey: Wahrheit und Illusion

Guido Bohsem
Guido Bohsem © Foto: privat
Guido Bohsem / 08.06.2017, 19:10 Uhr - Aktualisiert 01.08.2017, 14:38
(MOZ) Für die political animals in Washington, also für die Menschen, die ihre Dollars mit oder durch die Politik verdienen, war es ein gigantisches Spektakel. Ein ehemaliger FBI-Chef sagt live gegen den Präsidenten aus, der ihn vor nicht allzu langer Zeit gefeuert hat. Das ist der Stoff, aus dem Blockbuster für Politik-Junkies gemacht werden.

Etwas anders ist das tatsächliche Ergebnis der Anhörung, die in fast allen amerikanischen Fernsehsendern live übertragen wurde. James Comey sagte, dass Präsident Donald Trump nicht versucht habe, die Russland-Ermittlungen zu stoppen. Er entschied sich aber dazu, Notizen über die persönlichen Gespräche mit Trump anzufertigen, weil er den Eindruck hatte, der Präsident könnte später über diese Unterhaltungen lügen.

Man muss nun kein FBI-Agent sein, um zu wissen, dass Trumps Verhältnis zur Wahrheit sehr ambivalent ist. Das hat er im Wahlkampf und auch im Amt immer wieder eindrucksvoll bewiesen. Dass Comey den Präsidenten in Sachen Russland-Ermittlungen nicht belastet, zeigt eines deutlich. Wer immer sich die Hoffnung gemacht hatte, dass die Russland-Affäre dazu führen könnte, Trump zum Rücktritt zu bewegen oder ihn gar aus dem Amt zu zwingen, hat sich getäuscht. Es handelt sich um eine Illusion.

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