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Ein wirklich gefährlicher Präsident

Peter DeThiers
Peter DeThiers © Foto: Peter DeThiers
Peter DeThier / 02.07.2017, 19:40 Uhr - Aktualisiert 01.08.2017, 14:39
(MOZ) Dass er schon aufgrund seines Temperaments für das Amt des US-Präsidenten ungeeignet ist, hat Donald Trump mehrfach bewiesen. Spätestens nach seiner jüngsten Twitter-Tirade drängen sich aber Fragen auf: Wird der 45. US-Präsident jemals imstande sein, auch nur halbwegs effektiv zu regieren? Wichtiger noch: Wie gefährlich kann Trump angesichts der kolossalen Machtfülle, über die er verfügt, tatsächlich werden? Die erste Frage ist leicht beantwortet: Bekommt der unberechenbare und dünnhäutige Immobilienunternehmer seine Emotionen nicht in den Griff, dann wird er als der erfolgloseste Präsident aller Zeiten in die US-Geschichte eingehen. Trumps unaufhörliche Entgleisungen lenken nicht nur das Weiße Haus, sondern auch den Kongress vom politischen Tagesgeschäft ab. Und nichts deutet darauf hin, dass sich der 71-Jährige ändern kann oder will.

Zu Recht stellen sich US-Bürger daher immer häufiger die Frage, was ihr empfindlicher Präsident alles anrichten könnte, wenn er zu einer potenteren Waffe als seinem Smartphone greift. Könnte Trump, wenn er sich von Wladimir Putin oder Kim Jong Un eines Tages auf den Schlips getreten fühlt, genauso leichtfertig einen Nuklearangriff in Auftrag geben, wie er morgens um vier Uhr Tweets abfeuert? Ganz so leicht ginge das nicht, da mehrere Personen beteiligt sind. Sie könnten versuchen, dem Präsidenten ein solches Ansinnen auszureden. Beunruhigend aber ist: Wenn Trump beharrlich bleibt, und Sturheit zählt zu seinen hervorstechendsten Eigenschaften, dann gibt es keinen General, keinen Minister und kein Gericht, die ihn an seinem Vorhaben hindern könnten.

Man kann nur hoffen, dass Trump, wenn es einmal richtig ernst wird, bereit ist, auf kühlere Köpfe zu hören. Denn leider hat dieser Präsident als Oberbefehlshaber ausnahmslos das letzte Wort. Nicht ohne Folgen bleibt aber auch Trumps Vorliebe, ausschließlich per Dekret zu regieren. Teile seines Einreiseverbots für Personen aus sechs vorwiegend muslimischen Ländern hat der nun mehrheitlich von Konservativen besetzte Oberste Gerichtshof bestätigt. Bewiesen ist damit, dass Trump die Möglichkeit hat, die Verfassung zu umgehen. Wie sollten ausländische Regierungschefs mit einem solchen Mann folglich umgehen? So, wie Angel Merkel es vorexerzierte - höflich, aber resolut und wohl wissend, dass man nur nichts sagen darf, was der US-Präsident in den falschen Hals bekommen könnte.

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