Die Mund-Nase-Bedeckung ist längst im Alltag angekommen, ihre Schutzfunktion unbestritten, wenngleich in unterschiedlichem Wirkungsgrad. Neben den Eintags- und FFP-Masken kommen immer mehr Neuentwicklungen auf den Markt, die den aktuellen Anforderungen der Corona-Pandemie entsprechen sollen. Wenn die Maske nicht nur in Gebäuden, sondern auch im öffentlichen Raum immer öfter zur Pflicht wird und nahezu den ganzen Tag getragen werden muss, steigen die Anforderungen an sie. Nicht nur bei der Alltagstauglichkeit, sondern auch in Sachen Schutzwirkung und Kosteneffizienz. Drei Beispiele für neue Ideen, die die Zukunft einfacher und sicherer machen können.

Mehr Abstand, auch zwischen Mund und Maske

Jene, die viel reden müssen oder unter Kontaktallergien leiden, kennen die Qual. Die mehrlagigen Einmalmasken ebenso wie die selbstgehäkelten sind einfach zu dicht am Mund. Das behindert das Sprechen, man hat stets den eigenen Atem in der Nase und nicht zuletzt sind Hautirritationen rund um Mund und Nase die Folge des dauernden Kontakts mit Vlies oder Baumwolle. Dem ganzen Spektrum der Probleme soll „Protect Me Talk“ zu Leibe rücken. Aus dem Ländle kommt diese innovative Idee, die eigentliche Maske über ein anti-allergenes Silikongestell zu stülpen, das den Nase- und Mund-Bereich freihält und damit nicht nur das Aufliegen des Stoffes in der sensiblen Region verhindert, sondern tatsächlich ungehindertes Sprechen ermöglicht.

Bandana aus Öko-Textil

Auch wenn die Konstruktion auf den ersten - und wirklich nur auf den ersten - Blick wie der Maulkorb von Hannibal Lecter erscheint, so ist das für den Gebrauch vollkommen unerheblich. Denn der Hersteller AlbStoffe liefert ein entsprechendes Microfasertuch mit, das eher wie ein Bandana getragen wird und durch seine hohe Elastizität das „Protect Me Talk“-Gestell hält, ohne wirklich großen Druck auf das Gesicht auszuüben. GOTS-zertifiziert, also mit Öko-Textil-Siegel, besteht das Gewebe aus antimikrobieller Faser und Elasthan. Dazu kommen Silberionen zur Anwendung, die das Wachstum von Mikroorganismen hemmen und somit auch der Geruchsentwicklung. Nicht zuletzt transportiert die Mircrofaser Feuchtigkeit nach außen, wichtig bei langem Tragen. Ebenso, dass das Gewebe schnell trocknet. Last but not least dürfte die äußere Form jene ansprechen, die es rein optisch nicht so mit Maske tragen haben. Protect-Me-Talk-Website

An echten Corona-Viren getestet

Ein echtes HiTech-Produkt kommt aus Korea. Die Coppermask soll als erste ihrer Art an echten Corona-Viren auf ihre Wirksamkeit getestet worden sein. Dies zumindest bestätigen ein halbes Dutzend Zertifikate, u.a. der Universität von Southampton. Die Asiaten setzen bei ihrer Maske, die in der äußerlichen Form den eher eng anliegenden im V-Design folgt, voll auf Biotechnologie. Denn für die dreilagige Konstruktion wurde ein ionisiertes Kupfergarn verwendet, das die Eigenschaft hat, Viren und Bakterien aktiv zu abzutöten. Dabei macht man sich zunutze, dass die positiv geladenen Kupfer-Ionen Bakterien und Viren anziehen, deren Wasserstoffverbindungen aufbrechen und damit die DNA zerstören. Das Covid-19-Virus soll demnach fünf Minuten nach auftreffen auf der Maske unschädlich sein.

Von SARS gelernt

Copperline hat bereits vor mehreren Jahren mit der Entwicklung dieser Maske in Erwartung einer neuen SARS-Welle begonnen und in den vergangenen zwei Jahren reichlich Erfahrungen am Markt damit gesammelt. Speziell für den asiatischen Raum gibt es so noch einen Anti-Staub-Hepa-Filter aus Vlies, der sich einfach in die Maske einsetzen lässt. Gehalten wird er vom Nasenbügel, den es bei allen Masken gibt und den die Südkoreaner nicht wie üblich aus Metall oder Plastik, sondern in Form einen Polsters aus dem Maskenstoff gefertigt haben. Der schmiegt sich bestens an die Oberfläche an und sorgt somit auch dafür, dass es keinen unnötigen Zwischenraum zwischen Maske und Gesicht gibt. Dennoch ist der Atemwiederstand vertretbar gering, auch bei längerer Nutzung. Einzig die konstruktionsbedingt - weil aus einem Stück gefertigt - etwas breiteren Ohrenschlaufen verlangen einen kleinen Kompromiss in Sachen Passform.

Schutz auch nach der Wäsche

Da das spezielle Gewebe Bakterien und Viren abzutöten vermag, gilt die Copperline Mask als selbst desinfizierend. Dennoch sollte sie regelmäßig gewaschen werden. Der Hersteller gibt an, dass auch nach 30 Reinigungsvorgängen die Schutzfunktion des Materials bei über 99 Prozent liegt. Damit scheint der Maske ein langes Leben beschieden, was natürlich seinen Preis hat. Knapp unter 40 Euro muss man investieren, dafür gibt’s verschiedene Größen und Farben. Copperline-Website

Positiv gegen Viren

In einer ähnlichen Preisliga spielt die viral Protect Maske. Und wer hat’s erfunden? Die Schweizer! Das eidgenössische Unternehmen Livinguard stellt die Gewebe auf Baumwollbasis her, die so behandelt werden, dass auch sie postitiv geladen sind und damit die Viren anziehen und deren äußere Hülle zerstören. „Das Prinzip der Technologie besteht darin, die Textiloberfläche mit einer starken positiven Ladung zu versehen. Wenn Bakterien und Viren mit der Technologie in Kontakt kommen, wird die negativ geladene mikrobielle Zelle zerstört, was zu einer dauerhaften Vernichtung der Krankheitserreger führt“, bestätigt auch eine Untersuchung der Freien Universität Berlin.

Maske desinfiziert sich selbst

Innerhalb weniger Stunden könnten so Viruspartikel nahezu komplett reduziert werden. Damit gilt die viral Protect Maske zu den sich selbst desinfizierenden, nach Herstellerangaben ist sie wahrscheinlich gar die beste. Denn auch Pilze und Bakterien haben auf der Spezialbaumwolle keine Überlebenschance. Bis zu 200 Tage soll dieser Schutz anhalten. Mit einer notwendigen Wäsche wöchentlich sieht Livinguard damit eine Einsatzzeit von rund 200 Tagen. Damit relativiert sich dann natürlich auch der Preis.
Aufgebaut ist die schwarze Maske ebenfalls dreilagig, wobei die innere und äußere Schicht jener speziellen Behandlung unterzogen wurden. So sollen auch ausgeatmete Viren abgetötet werden. Bei der mittleren Lage handelt es sich um einen KN95-Filter, der bis zu 95 Prozent aller Partikel bis zu 0,3 Mikrometer blockiert.

Kaum Kontakt im Mund-Nase-Bereich

Im Profil etwas weiter geschnitten sorgen verstellbare Ohrbänder sowie ein Gummiband unter dem Kinn dafür, dass der Stoff in den Randregionen optimal anliegt. Eine v-förmige Nasenklammer gibt im oberen Bereich halt. Dazwischen dann ist reichlich Platz, so dass im direkten Mund-Nase-Bereich eher kaum Kontakt zur Haut besteht. Das wird Allergiker ebenso freuen wie jene, die viel sprechen müssen. Vom Gefühl her geht’s zumindest besser. Und auch der Atemwiderstand bewegt sich eher im unteren Bereich. Das Livinguard-Material ist durchaus weich und angenehm zu tragen. Viral-Protect-Website

Kein vollständiger Schutz


Ungeachtet der auch nachgewiesenen Wirkung gegen Viren, Bakterien und Pilze kann natürlich keiner der drei Kandidaten allein gegen diese vollständigen und alleinigen Schutz bieten. Dafür ist ebenso der sorgsame Umgang mit den Masken, regelmäßige Handhygiene sowie die Einhaltung sonstiger Maßnahmen notwendig.

Weitere Informationen zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.