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Greenville-Festival: Latex-Anzüge und Katzenjammer

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Mathias Puddig / 28.07.2013, 10:11 Uhr - Aktualisiert 28.07.2013, 14:19
Paaren/Glien (MOZ) Der Sonnabend hat beim Greenville Festival wie überall in Brandenburg begonnen: in großer Hitze. Gegen die Lethargie in Paaren (Havelland) halfen ein energievoller Auftritt von Gentleman, zwei Pools und zahlreiche Rasensprenger. Die Probleme, mit denen der Wu-Tang Clan zu kämpfen hatte, waren jedoch anderer Natur.

Das Greenville bleibt sich im zweiten Jahr treu. Bei strahlendem Sonnenschein ist das Festival am Freitag in Paaren (Havelland) eröffnet worden. Erneut war die Stimmung friedlich und freundlich. Das Line-Up, das bereits im Vorfeld für viel Staunen und große Erwartungen gesorgt hatte, zog mehr Leute an als zuletzt. Darunter war nicht nur das übliche Festivalpublikum.
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In der prallen Nachmittagssonne hat zum Glück Gentleman seinen Auftritt. Der deutsche Reggae-Musiker bringt ersten Schwung in die Sache. Schließlich hat er hat einige Zeit auf Jamaika verbracht. Die Hitze scheint ihm nichts auszumachen. Gekonnt performt er mit seinen Musikern - und mitreißend. Der Platz vor der Hauptbühne füllt sich schnell, die Leute springen und tanzen und machen das nur 45-minütige Konzert zum ersten Höhepunkt des Sonnabends.

Auch Veranstalter Carlos Fleischmann ist am Nachmittag zufrieden: Keine Vorkommnisse, gute Stimmung. Er schätzt, dass am Sonntagabend bis zu 20000 Menschen da gewesen sein werden. Wenn das stimmt, hat das Greenville seine Besucherzahl im zweiten Jahr annähernd verdoppelt. Fleischmanns Rechnung, im kommenden Jahr endlich in die schwarzen Zahlen zu kommen, könnte aufgehen.

Keinesfalls zufrieden dürfte nur der Wu-Tang Clan sein. Beim ersten Konzert in Deutschland seit zehn Jahren ziehen die Amerikaner zwar so viele Fans wie keine Band zuvor an die Bühne. Beiden dürfte jedoch vor allem der schlechte Sound in Erinnerung bleiben. Selbst wenn es einmal nicht von der Bühne pfeift und schnarrt, klingt der Clan, als würde er aus einer Butterbrotdose spielen.Fast schon verweifelt ruft Rapper RZA: "Bringt das verdammte Mikrofon in Ordnung!" Doch das hilft kaum. Das sollte besser gehen und überrascht auch. Schließlich haben die Soundtechniker an beiden Tagen bislang einen guten (Thees Uhlmann am Freitag) bis hervorragenden (Icona Pop am Sonnabend) Job gemacht.

Doch auch ohne diese Probleme ist der heiß erwartete Auftritt des Wu-Tang Clans überraschend mau. Eine gute halbe Stunde brauchen die Rapper, bis ihre Show einigermaßen aus dem Knick kommt und anfängt, auch denen Spaß zu machen, die nicht extra für sie angereist sind. Für einen der Haupt-Acts ist das dürftig.

Anderen gelingt da mehr. Die norwegischen Folk-Damen von Katzenjammer rocken das Festival mit Kraft, Charme und gekonnten Flirts mit dem Publikum, und das Duo Icona Pop spielt seinen 75-Minuten-Auftritt tapfer gegen den Wu-Tang Clan und Bonaparte an.

Bonaparte sind es dann auch, die dem Festival den zweiten Höhepunkt des Sonnabends bescheren. Zugegeben: ihr Anarcho-Erfolgsrezept ist nicht neu. Doch mit Kunstblut, unzählbaren ausgefallenen Kostümen vom Pferdekopf bis zum Ganzkörper-Latex-Anzug in pink, viel nackter Haut und eingängigem Dada-Trash-Punk legen sie am späten Abend einen der exzessivsten Gigs des Festivals bislang hin.

Das macht Lust auf den Sonntag. Am letzten Tag des Greenville treten unter anderem Tocotronic, die Kaiser Chiefs und Nick Cave mit den Bad Seeds auf.

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musiker 29.07.2013 - 01:06:53

Carlos Fleischman..

..Der Ärmste, veranstaltet nur aus Liebe zur Menschheit ein Festival und hofft darauf im 3. jahr dann endlich in die schwarzen Zahlen zu kommen. Wer´s glaubt wird selig. wer das Geschäftsgebaren dieses Kollegen näher kennt muss sich keine Gedanken machen ob Herr Fleischmann am Hungertuch nagt.

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