Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

OBOA macht Fort Gorgast zum Besucher-Magneten des Wochenendes / Veranstalter hoffen auf Wiederholung 2014

Feiern im Flair der Festung

Marco Marschall / 28.07.2013, 19:55 Uhr - Aktualisiert 28.07.2013, 22:13
Gorgast (MOZ) Er war spürbar, der Festival-Sommer in Brandenburg an diesem Wochenende. Während die Bloodhound Gang im Havelland und Mia in Frankfurt rockten, entstand im Fort Gorgast ein Parallel-Universum für musikalische Entdecker und wilde Tänzer gleichermaßen.

Die vielen Autos auf der Rasenfläche an der Einbiegung zum Fort Gorgast deuten es an. Etwas ist anders an diesem Wochenende. Es ist OBOA. Junge Menschen mit Rasta-Zöpfen laufen über die Brücke zur Festung, wo am Freitagabend kurz vor acht die erste Band, Hard Ford Truk, kernigen Jam-Rock, mit vielen Solo-Parts durch die Boxen der Sonnenbühne schiebt. Noch haben sich erst wenige eingefunden.

Video

Oderbruch Open Air

Videothek öffnen

Die Anwesenden lassen sich immerhin zu anerkennendem Nicken hinreißen. Es ist zu heiß, und es ist zu früh. Die Stimmung steht auf Vorglühen auf dem Zeltplatz vor dem Gelände, oder schlichtweg auf Anreise. Noch als es dunkel ist, wandern kleinere Menschengruppen mit Rucksack und Isomatte bepackt vom Bahnhof zum Areal. Sie werden am Sonnabend schon früh aus ihren Zelten krabbeln, geweckt von Rekordtemperaturen, die selbst unter Zuhilfenahme von viel Schlummertrunk niemanden lang schlafen lassen.

Oderbruch Open Air (OBOA)
Bilderstrecke

Oderbruch Open Air

Bilderstrecke öffnen

Es ist das 14. OBOA-Festival und wahrscheinlich eines der heißesten. Ihren wahrscheinlich heißesten Auftritt hat am Sonnabend gegen 21 Uhr auch die Chanson-Punk-Gruppe The Incredible Herrengedeck, deren Mitglieder aus Berlin und Leipzig kommen und die der Hitze vor allem mit Humor trotzt. Selbst bei ihrem nicht ganz ernst gemeinten Wahl-Werbe-Rap für die FDP gehen die Hände in zustimmender Hip-Hop-Pose in die Luft. Dass einige Gags und Überraschungen ihres Bühnenprogramms von Zwischenrufern vorgesagt werden, zeigt, dass die dreiköpfige Gruppe mit Piano, Akustik-Klampfe und Kontrabass kein unbeschriebenes Blatt mehr ist und für andere wiederum zur Neuentdeckung taugt.

Das unterscheidet das OBOA von den größeren kommerziellen Festivals. Während die Helene in Frankfurt mit Mia, Madsen und Max Herre lockt, und beim Greenville in Paaren im Glien Nick Cave, die Bloodhound Gang und Katzenjammer Star-Potenzial versprechen, bietet das OBOA mehr Raum für Originalität.

Nicht nur Richtung Hauptbühne kann der Festivalbesucher auf Entdeckungsreise gehen. Auf dem mit alten Schallplatten dekorierten Beatsbasar hat Sebastian Arnold seine Loop-Maschine angeworfen, die es dem Berliner Schlagzeuger ermöglicht, allein eine ganze Elektro-Band zu ersetzen. Dass das in jedem Fall tanzbar ist, zeigt die große Menschentraube, die sich vor der kleinen DJ-Bühne in der Ecke des Forts versammelt hat.

Aus dem Goldenen Rössel, der Kneipenbühne in den herrlich kühlen Kasematten des Forts, dröhnt Metal, und auf einem weiteren versteckten Hof der Festung dreht sich King Louie auf dem Plattenteller. Der Weg zur Tanzfläche gestaltet sich als nächtlicher Basar mit kleinen kulinarischen Besonderheiten und den in dieser heißen Nacht unverzichtbaren Bierständen. Die roten Backsteinmauern, mit Lichtspielen dekoriert, verleihen der Festung das besondere Flair. Die kühlen Gewölbe im inneren laden zur Verschnaufpause ein.

"Super ruhiges Festival ohne Zwischenfälle, super Stimmung", resümiert auch Marius Jahn vom Veranstaltungsteam am Sonntag zufrieden. Die erwarteten 500 Gäste pro Tag seien erreicht und aufgrund der Temperaturen auch viele alkoholfreie Getränke verkauft worden. Der Absatz ist letztlich wichtig für die Schlussrechnung. "Wir setzen uns in den nächsten Tagen zusammen, um alles auszuwerten", sagt Jahn, in der Hoffnung, dass auch 2014 wieder gratis im Fort getanzt werden kann.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG