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Dieter B. Herrmann 29.08.2012 14:44 Uhr - Aktualisiert 03.01.2013 14:36 Uhr
Red. ,

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Alles dreht sich um ein schwarzes Loch

Berlin (MOZ) In einer neuen Serie stellt der Astronom Dieter B. Herrmann Interessantes aus der Astronomie vor: Teil 7: Galaxis

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Sommerdreieck

© MOZ

Oft wird das Sonnensystem, zu dem unsere Erde gehört, als unser "kosmisches Haus" bezeichnet. Bleiben wir bei diesem Vergleich, dann ist die Galaxis die Stadt, in der sich unser Haus befindet: das Milchstraßensystem. Im Vergleich zu den Dimensionen des Planetensystems mit einem Durchmesser von einigen Lichtstunden ist die Galaxis ungeheuer groß: Von einem Ende zum anderen wäre ein Lichtstrahl rund 100 000 Jahre unterwegs. Die "Dicke" des Systems beträgt etwa 3000 Lichtjahre, abgesehen von einer Verdickung im zentralen Bereich, dem sogenannten Bulge (Ausbuchtung), der sich bis 16000 Lichtjahre über die Scheibe des sonstigen Systems erhebt. Die Masse der Galaxis beträgt etwa 200 Milliarden Sonnenmassen. Unsere Sonne bewegt sich in einem Abstand von circa 25 000 Lichtjahren in rund 220 Millionen Jahren einmal um das Zentrum. Damit rast die Sonne (und mit ihr die Erde) auf ihrer galaktischen Bahn mit einer Geschwindigkeit von knapp einer Million Kilometer je Stunde dahin.

Im Draufblick erweist sich die Galaxis als ein Spiralsystem mit zwei vom Kern fast gerade verlaufenden Balken, von denen die Spiralen ausgehen. Diese bestehen hauptsächlich aus Wasserstoff und sehr jungen Sternen, die in diesen Regionen auch heute noch entstehen, sich aber im Laufe ihres "Lebens" über die gesamte Scheibe verteilen. Von besonderem Interesse für die Forschung ist ein massives Schwarzes Loch im Zentrum des Systems. Seine Masse beträgt gut vier Millionen Sonnenmassen, die in einem Bereich von der Größe unseres Sonnensystems vereint sind. Man nimmt heute an, dass massive Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien den Normalfall darstellen und die Entwicklung eines Sternsystems von Anfang an begleiten.

Am Himmel präsentiert sich unsere Galaxis als das mattschimmernde Band der Milchstraße.

Wir schauen gleichsam auf die Hauptebene des Systems und erblicken dort besonders viele weit entfernte Sterne. Im September verläuft das Band der Milchstraße von Nordost nach Südwest über das Firmament.

Jupiter, der Gigant unter den Planeten unseres Sonnensystems, steigt zur Monatsmitte um 22 Uhr über den Horizont und kann dann die gesamte Nacht hindurch im Sternbild Stier als helles Objekt gesehen werden. An Helligkeit wird er von der Venus übertroffen, die als Morgenstern um 2 Uhr 30 aufgeht und zunächst im Sternbild Krebs und gegen Monatsende im Löwen steht.

Am 22. September beginnt der astronomische Herbst. Die Sonne bewegt sich an diesem Tag in südlicher Richtung über den Himmelsäquator. Damit beginnt für uns Bewohner der Nordhalbkugel der Erde das Winterhalbjahr. Der Fixsternhimmel wird jedoch immer noch durch die Sommersternbilder geprägt. Das Sommerdreieck, gebildet aus den drei hellen Sternen Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler ist um 22 Uhr im Süden zu finden. Deneb thront hoch über unseren Köpfen unweit des Zenits. Der Riesenstern steht einige tausend Lichtjahre von uns entfernt.

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