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Dieter B. Herrmann 23.05.2012 14:15 Uhr - Aktualisiert 03.01.2013 14:38 Uhr
Red. ,

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Manche Pärchen enden im großen Crash

Berlin (MOZ) In einer neuen Serie stellt der Astronom Dieter B. Herrmann 24 Himmelsphänomene vor: Teil 4: DOPPELSTERNE.

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Sternenkarte Juni 2012

© MOZ

 

Der Blick zum Himmel belehrt uns darüber, dass die Sterne recht ungleichmäßig verteilt erscheinen. Doch mitunter stehen auch zwei Sterne ganz eng beieinander. Das kann aber reiner Zufall sein, ein Scheinphänomen aus unserer Blickrichtung. In diesem Fall sprechen wir von optischen DOPPELSTERNEN.

Hingegen gibt es aber auch echte DOPPELSTERNE, die gleichsam durch ihre Schwerkraft aneinander gekettet sind, so wie unsere Planeten an die Sonne. Es handelt sich um Sterne, die sich um ihren gemeinsamen Schwerpunkt bewegen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatte Christian Mayer in Mannheim zahlreiche eng beieinander stehende Sterne entdeckt, die er für ferne Planetensysteme hielt. Doch seine Kollegen lehnten die These ab. Ein Umdenken setzte erst ein, als Friedrich Wilhelm Herschel um 1800 mehr als 1000 solcher Objekte fand und dann nachweisen konnte, dass sie sich umeinander bewegten. Bald gelang es, aus wenigen Positionsbeobachtungen die gesamte Bahn eines umlaufenden Sterns zu berechnen. Das war ein untrüglicher Beweis dafür, dass Newtons Gesetz der allgemeinen Massenanziehung auch in den Tiefen der Fixsternwelt gültig ist. Damit eröffnete die Erforschung der DOPPELSTERNE zum ersten Mal die Möglichkeit, die Massen ferner Sonnen zu bestimmen, eine für das Verständnis der Sterne außerordentlich wichtige sogenannte Zustandsgröße.

 

Heute wissen wir, dass mehr als die Hälfte aller Sterne als „Pärchen“ existieren. Außerdem gibt es auch Systeme von Sternen, bei denen drei, vier oder mehr Komponenten sich auf komplizierte Weise umeinander bewegen. Haben DOPPELSTERNE extrem unterschiedliche Massen, entwickeln sie sich verschieden schnell. Dabei kann es zu Wechselwirkungen zwischen beiden Sternen kommen. Masse des einen fließt in den anderen, was bis zur Explosion einer Supernova führen kann.

 

Das wichtigste astronomische Ereignis des Juni spielt sich am Tageshimmel ab. Am 5./6. Juni läuft die Venus vor der Sonne entlang. Wegen der Größe des Planeten ist dieses Schauspiel mit dem bloßen Auge zu sehen. Die Venus erscheint als kleiner schwarzer Punkt. Man sollte aber unbedingt eine Finsternisbrille benutzen! Leider kann im mitteleuropäischen Raum nur die letzte Phase gesehen werden, da die Sonne erst um 4 Uhr 46 Minuten MESZ (Berlin) aufgeht und die Venus die noch tief stehende Sonnenscheibe bereits ab 6 Uhr 37 wieder verlässt. Wer das Ereignis verpasst, müsste theoretisch bis zum Jahre 2125 auf das nächste warten.

 

Am 21. Juni um 1 Uhr 09 Minuten beginnt übrigens der astronomische Sommer. Wir erleben den längsten Tag des Jahres und zum Mittag den höchsten Sonnenstand von 61° für Berlin.

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