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Monsieur Messiers Leidenschaft für Nebel

Dieter B. Herrmann / 05.03.2013, 19:20 Uhr - Aktualisiert 08.04.2013, 11:41
Berlin (MOZ) In einer Serie stellt der Astronom Dieter B. Herrmann 24 Himmelsphänomene vor: Teil 13: Messier-Objekte:

 

Wer regelmäßig Berichte über astronomische Themen in den Medien verfolgt, der liest häufig von Objekten, die mit einem groß geschriebenen "M" und einer nachfolgenden Ziffer benannt sind. So trägt z.B. unsere Nachbargalaxie, der Andromedanebel, die Bezeichnung "M 31". Was hat es damit auf sich?

Der Buchstabe "M" steht für den Nachnamen des französischen Astronomen Charles Messier (1730-1813), der u.a. durch die Entdeckung von 20 Kometen bekannt geworden ist. Da aber Kometen - wenn sie noch relativ weit von der Sonne entfernt stehen - oft nur als verwaschene Fleckchen erscheinen, kam es häufig zu Verwechslungen mit anderen neblig aussehenden Objekten. Deshalb begann Messier 1758 damit, solche nebligen Gebilde, die eindeutig keine Kometen waren, systematisch zu suchen und zu verzeichnen. Daraus entstand schließlich ein erster Katalog mit 45 Nebeln, den er 1771 veröffentlichte.

Da auch andere Astronomen auffällige verschwommen erscheinende Objekte beobachtet hatten, nahm er deren Kataloge zu Hilfe und setzte schließlich seine Suche gemeinsam mit dem 14 Jahre jüngeren Pierre Méchain fort. Die letzte erweiterte Fassung des Messier-Katalogs umfasste schließlich drei Teile, deren letzter 1784 publiziert wurde. Die Arbeit hatte sich gelohnt, denn die meisten der insgesamt 101 Nebel waren zuvor nicht bekannt gewesen. Aufgrund von Messiers Arbeit setzte eine umfassende Erforschung dieser Objekte ein. Dabei zeigte sich nun, besonders mit immer leistungsfähigeren Teleskopen, dass es sich ihrer Natur nach um ganz verschiedenartige Gebilde handelte, die Messier in Unkenntnis gleichsam alle "über einen Kamm geschoren" hatte. Zum Teil waren es ferne Sternsysteme (Galaxien), zum anderen waren es Gas- und Staubnebel innerhalb unseres eigenen Sternsystems, aber ebenso auch Anhäufungen von Sternen, also offene und Kugelsternhaufen. Mit den immer besseren Teleskopen wurden natürlich weit mehr solcher Objekte aufgespürt, als Messier zu seiner Zeit sehen konnte. Deshalb kam es auch zu neuen Katalogen mit einer deutlich größeren Anzahl von Objekten.

Die wohl bekannteste Erweiterung des Messier-Katalogs ist der "New General Catalogue" (NGC), der 1888 herauskam und knapp 8000 Objekte enthält. Heute werden meist Kataloge für die verschiedenen Objekttypen angelegt. Messiers Arbeit ist dennoch unvergessen, denn für die inzwischen weit verbreiteten kleineren Teleskope sind all seine "Messier-Objekte" zugänglich. Wie schön erstrahlen doch schon die Plejaden (M 45) in einem kleinen Fernglas!

Frühling mit Winterbildern: Während die Sonne am 20. März wieder den nördlichen Himmel erreicht (Frühlingsanfang), können wir am abendlichen Firmament noch die schönsten Wintersternbilder sehen. Allerdings haben sich Orion, Stier, Fuhrmann und Zwillinge zur Monatsmitte um 21 Uhr bereits über dem Westhorizont platziert. Im Südosten prangt hingegen die Figur des Löwen als typisches Frühlingsbild. Jupiter steht im Stier und dominiert noch die erste Nachthälfte. Der lichtschwächere Saturn ist im Sternbild Waage zu finden und kann nach seinem Aufgang zur Monatsmitte um etwa 22.30 Uhr die ganze Nacht hindurch gesehen werden.

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