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Rock im Planetarium

Sternengucker: Ole aus Angermünde ist in den Ferien bei Oma und Opa in Frankfurt und besucht das Planetarium. Interessiert schaut er den Sternenprojektor an.
Sternengucker: Ole aus Angermünde ist in den Ferien bei Oma und Opa in Frankfurt und besucht das Planetarium. Interessiert schaut er den Sternenprojektor an. © Foto: René Matschkowiak
René Matschkowiak / 20.04.2017, 19:38 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Bewegte Bilder zum Abtauchen in ferne Welten, die gibt es seit einiger Zeit im Frankfurter Planetarium zu sehen. Die beiden Betreiber bieten attraktive Programme an und haben viel Geld sowie Zeit investiert.

Komplimente hat Michael Maaß in den letzten Tagen viele bekommen, besonders wenn er im Planetarium in Frankfurt die beiden 360 Grad Projektoren eingeschaltet hat. Phantastische Bilder, in die Kuppel projiziert, nehmen nicht nur Kinder mit in eine andere Welt. Auch Uta Kurzwelly von der Volkshochschule zeigt sich begeistert. Im Ferienprogramm hatte die Volkshochschule mehrere Angebote integriert. Die Resonanz war gut.

"In den nächsten Ferien wollen wir das Planetarium gern wieder ins Programm aufnehmen", betont Uta Kurzwelly. Auch sie lobt die sogenannten Fulldome-Filme. "Es sind tolle Bilder und man lernt selbst als Erwachsener etwas dazu", sagt sie. Dabei geht es in den Filmen natürlich auch um Sterne, aber längst nicht mehr nur. Ein Konzertfilm der legendären Rockband Queen etwa, ist ein besonderer Leckerbissen nicht nur für Fans. Phantasiefiguren zur Musik und Original-Filmstücke sind in diesem Fulldome-Film integriert. Ein recht einmaliges Erlebnis, finden die Besucher. Auch bei dem Film "Das Geheimnis der Bäume" für Kinder ab sechs Jahre wird die gesamte Kuppel genutzt.

Die Projektoren hat Michael Maaß selbst gebaut, erzählt der Elektroingenieur. Ähnliches von Zeiss würde um die 100 000 Euro kosten. 10 000 Euro und viele Arbeitsstunden hat er in die Technik investiert. Alles andere wäre in Frankfurt unbezahlbar, zumal das Planetarium außer einer günstigen Miete bisher keine Unterstützung von der Stadt erhält. "Die Sparkasse hat uns geholfen", sagt Michael Maaß, sonst hätte es auch die selbstgebauten Projektoren nicht gegeben.

Geld verdienen könne man nicht mit diesem Hobby. Vor zwei Jahren haben er und Andreas Jahn aus Berlin sich bereit erklärt, dass Planetarium weiter zu betreiben. "Sonst wäre es wohl von der Stadt abgeschlossen worden", meint Maaß. Aus einer Ankündigung der Stadt Fördermittel für das Planetarium zu aquirieren, ist bisher nichts geworden. "Zwar gibt es jetzt einen Antrag auf Fördermittel, aber der Mitarbeiter, der das bearbeitet, ist wohl für längere Zeit erkrankt", sagt Maaß frustriert.

Man könnte selbst mit kleinen Mitteln etwas erreichen, so der Sternen-Fan. Im Cottbuser Planetarium, wo Michael Maaß auch mitarbeitet, gibt die Stadt pro Jahr 30 000 Euro dazu. Das doppelte erwirtschaftet das Planetarium selbst und kann so zwei Mitarbeiter bezahlen. Das Cottbuser Planetarium ist immer offen, auch für Schulklassen in der Woche.

Michael Maaß kommt aus Guben und arbeitet in Schichten, sein Kollege aus Berlin. "Wenn meine Schicht günstig liegt, komme ich auch am Vormittag her", sagt er. Anfragen für Vorführungen in der Woche gibt es jedenfalls einige. "Vielleicht findet sich auch ein Frankfurter, der ehrenamtlich mitarbeiten will", hofft er.

Nächste Vorstellungen sind am 6. Mai. Folldome: 19.30 Frankfurter Himmel, 21 Uhr Queen-Heaven

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