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Die Kindernachsorgeklinik war am Freitag das Ziel der größten privat organisierten Benefiz-Radtour

Zeichen der Hoffnung

Spendenübergabe: Schirmherrin Petra Behle mit dem Scheck der Kindernachsorgeklinik. Mit Mikro: Geschäftsführerin Sandra Bandholz
Spendenübergabe: Schirmherrin Petra Behle mit dem Scheck der Kindernachsorgeklinik. Mit Mikro: Geschäftsführerin Sandra Bandholz © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 06.08.2017, 21:39 Uhr - Aktualisiert 07.08.2017, 08:39
Bernau (MOZ) Die Tour der Hoffnung, sie radelte in diesem Jahr durch Hessen, Berlin und Brandenburg, machte am Freitagnachmittag auch Station an der Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg in der Waldsiedlung.

Tour der Hoffnung in der Nachsorge Klinik
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Tour der Hoffnung

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Die Unterstützung von krebskranken Kindern - das ist das Ziel der größten privat organisierten Benefiz-Radtour in Deutschland. Seit 1983 schwingen sich jährlich namhafte Sportler, Politiker, Ärzte und Menschen, die einfach nur helfen wollen, auf den Drahtesel, um Spenden zu sammeln. In den vergangenen 33 Jahren sind so mehr als 34 Millionen Euro zusammengekommen, die für verschiedene Projekte in Forschung, der Entwicklung neuer Behandlungskonzepte, der pflegerischen und psychosozialen Betreuung sowie der klinischen Versorgung verwendet wurden. Am Freitagmorgen war die diesjährige Tour der mehr als 200 Radler in Berlin gestartet. Sie führte über das Bundeskanzleramt und die Landesvertretung von Rheinland-Pfalz nach 75 Kilometern schließlich in die Waldsiedlung.

Die Geschäftsführerin der Kindernachsorgeklinik, Sandra Bandholz, hatte um 15 Uhr das jährliche Familienfest am Habichtweg eröffnet. Durch das kleine Programm führte anschließend die 19-jährige Lizanne Kraft. Die junge Frau aus Hoppegarten war vor acht Jahren an Leukämie erkrankt und konnte durch eine Knochenmarktransplantation gerettet werden. Nach einem Aufenthalt in einer Nachsorgeklinik im Schwarzwald hatte sich Lizanne Kraft entschlossen, selbst etwas zu tun. Durch den Verkauf von Schlüsselanhängern konnte die 19-Jährige zuletzt 400 Euro für die Arbeit in den Einrichtungen spenden.

Für die musikalische Umrahmung sorgte Leona Heine. Die Songwriterin präsentierte unter anderem ihr Lied "Hier und Jetzt", in dem es darum geht, "den Augenblick zu genießen". Die Kinder konnten eine Hüpfburg erklimmen, sich schminken lassen oder einen Spiele-Parcours durchlaufen. Die Kloster-Triker luden zu kurzen Rundfahrten auf ihren Maschinen ein.

Um 16.37 Uhr bog der Tross, von Trillerpfeifen und klatschenden Händen begrüßt, schließlich in die Zielgerade ein. Sandra Bandholz begrüßte nach kurzer Verschnaufpause die Fahrer, allen voran Schirmherrin und Biathletin Petra Behle. "Seit 2009 kämpfen wir mit vielen Partnern und Sponsoren um die Existenz dieser Einrichtung", betonte die Geschäftführerin. Dabei sei immer klar gewesen, dass man an diesem Standort nicht ewig bleiben könne. "Wir brauchen die besten Bedingungen für die kranken Kinder und ihre Familien", so Sandra Bandholz. In Strausberg habe man nun eine neue Heimat gefunden. Die Peter und Ingeborg Fritz-Stiftung finanziere die Hülle. "Für die Ausstattung und medizinische Geräte benötigen wir aber noch rund fünf Millionen Euro", sagte die Klinik-Geschäftsführerin. Man sei daher weiterhin auf Spenden angewiesen und freue sich, dass die Tour der Hoffnung diesmal nach Bernau gekommen ist.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze lobte in ihrem Grußwort das "tolle Konzept" der Einrichtung. Kranke Kinder würden mehr als nur eine medizinische Versorgung benötigen. "Nichts hilft besser, als eine Familie, die bei den kleinen Patienten ist", so die Linken-Politikerin. Golze versprach, die Einrichtung zu unterstützen. Dazu führe man derzeit die entsprechenden Gespräche.

Anschließend übergab Thomas Ernst eine Spende in Höhe von 22 000 Euro an die Tour der Hoffnung. Diese Summe war von fünf Lions-Clubs in Westdeutschland gesammelt worden.

Aber auch die Kindernachsorgeklinik hatte kräftig die Trommel gerührt. Dank vieler kleiner und größerer Spenden waren insgesamt 30 501 Euro zusammengekommen. Einen symbolischen Scheck überreichte Sandra Bandholz an Tour-Schirmherrin Behle. Ein Gremium wird nun darüber entscheiden, welche Projekte in diesem Jahr finanziell unterstützt werden. Die Kindernachsorgeklinik hatte auch einen Antrag eingereicht.

Mit dem gemeinsamem Start von vielen Luftballons und dem Tour-Lied "Atlantis", gesungen von Michael Heck, klang das Familienfest in der Waldsiedlung am Abend aus.

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