Mit dem Range Rover Velar D300 verbindet der britische Hersteller zwei Welten miteinander. Auf der einen Seite steht ein waschechtes SUV mit markentypischen Gelände-Genen – wie man sie aus dem Hause Land Rover seit jeher kennt. Auf der anderen Seite steht ein Designer-Dress, luxuriös anmutend und eigentlich viel zu schade für Schmutz und Dreck. Haute Couture für den Geländewagen möchte man meinent.

Motor

Für adäquaten Vortrieb sorgt im Range Rover Velar D300 ein Sechszylinder-Dieselmotor mit 300 Pferdestärken. Das Drehmoment beträgt gewaltige 700 Newtonmeter und steht bereits ab 1.500 Umdrehungen pro Minute bereit. Bereits dies lässt erahnen, dass hohe Drehzahlen diesem SUV fremd sind. Damit die Kraft nicht in Rauch aufgeht, verfügt der Velar über Allradantrieb.
In 6,7 Sekunden ist der Spurt auf 100 km/h erledigt, maximal sind 241 Stundenkilometer möglich. Die Kraftübertragung wird durch eine sehr sanft schaltende Achtgang-Automatik realisiert, die im Falle des D300 nicht durch ein anderes Getriebe ersetzt werden kann.
Insgesamt stehen für den Velar fünf verschiedene Antriebe bereit – zwei Benziner, zwei Selbstzünder und ein Plug-in-Hybrid. Der D300 ist dabei der stärkere Diesel, darunter rangiert ein D200 genannter Vierzylinder-Diesel. Auf der Benzinerseite gibt es derweil einen P250 genannten Vierzylinder mit 250 PS sowie den P400, welcher mit Sechszylinder, Mildhybridtechnik und 400 PS aufwartet.
Der Plug-in-Hybrid kombiniert einen Zweiliter-Vierzylinder-Benzinmotor mit einem E-Aggregat und generiert hierdurch eine Systemleistung von 404 PS.

Karosserie/Ausstattung

Der Range Rover Velar darf sich mit Fug und Recht als hübschester Vertreter des Markenportfolios von Land Rover bezeichnen. Die Front zeigt absolute Markenzugehörigkeit und offeriert dem Betrachter eine massive, aber in ihren Details filigran gestaltete Stirn. Hinzu kommt eine verschnörkelte Lichtsignatur, die sowohl am Tag als auch bei Nacht Wiedererkennung gewährleistet.
Betrachtet man das Designer-SUV von der Seite, bekommt man weitere Facetten zur Schau gestellt. Hier wären unter anderem Coupé-artige Nuancen sowie das weit nach hinten versetzte Greenhouse. In Summe wirkt der Velar sehr avantgardistisch, was besonders Freunde der gepflegten Ästhetik zu schätzen wissen dürften.
Am Heck geht es keinesfalls minder stylish zu. Ein bündiger Abschluss ohne krawallige Endrohre, dafür jedoch mit einem Unterfahrschutz in Schwarz sowie formschön integrierten Heckleuchten – mehr braucht es hier nicht. Apropos: Die Lackierung in Kaikoura Stone – einer Art Sandbeige – steht dem SUV hervorragend und bildet einen tollen Kontrast zu den vielen schwarzen Anbauteilen.
Im Innenraum geht es luxuriös zur Sache. Platz genommen wird auf bequemen Sitzen, die mit feinem Windsor-Leder bespannt sind. In unserem Falle sind die vorderen Plätze beheizt und belüftet, warten darüber hinaus mit einer Massagefunktion auf. Auch im Fond lässt es sich bequem reisen. Mit vier Personen kommt sich im Velar niemand in die Quere, der Reisekomfort ist auf einem außerordentlich hohen Level.
Materialauswahl und Verarbeitungsqualität sind indes auf einem sehr hohen Niveau und werden dem Premium-Anspruch absolut gerecht. Die Liebe zum Detail wird ebenfalls schnell erkennbar; so warten die Lautsprecherabdeckungen wie auch die Lochung in den Sitzen im Stil der britischen Flagge auf – vorzüglich.
Hinzu kommt ein Infotainment mit zwei untereinander angeordneten Bildschirmen, welches auf den Namen Pivi Pro hört. Die Bedienung erwies sich im Test nach kurzer Eingewöhnung als gut. Dankbarerweise gibt es hier noch immer einen Drehregler für die Lautstärke.
Der Laderaum bietet 552 Liter Volumen, was für den Standardbedarf vollkommen ausreichen sollte. Mit umgeklappten Rückenlehnen sind maximal 1.358 Liter verfügbar.

Fahrverhalten

Während der optische Eindruck des Velar anfangs durchaus ambivalent auszufallen vermag, gibt es beim Fahrverhalten keine zwei Meinungen. Das SUV ist durch und durch auf Komfort getrimmt und überzeugt ab dem ersten Meter mit Laufruhe und stoischem Geradeauslauf.
Doch auch in Kurven neigt sich der Range nur bei forcierter Fahrt – das ESP greift hier früh ein, doch auch das passiert selten, denn der Allradantrieb hält die Fuhre stets sicher auf Kurs. Vergleicht man den Velar mit der etablierten Konkurrenz aus dem Hause BMW, Porsche und Konsorten, so wird der Fokus abermals deutlich. Besagte Konkurrenten sind teilweise deutlich agiler und dynamischer. Der Velar belässt es hier beim komfortablen Vorankommen und lässt stets eine Note der Noblesse mitschwingen.
So können wir dem Velar auch unter Berücksichtigung der guten Dämmung eine uneingeschränkte Langstreckentauglichkeit bescheinigen. In der Stadt hingegen helfen Parksensoren und Kameras beim Parken und Rangieren, die aus Sicht der Redaktion auch notwendig sind. Die Übersichtlichkeit ist im Velar nämlich nicht die beste.

Wirtschaftlichkeit

Der Einstieg in die Welt der Velars beginnt bei 56.745 Euro für den kleinen Benziner. Hierin enthalten ist bereits eine recht umfangreiche Ausstattung, die das Gros aller relevanten Annehmlichkeiten abdeckt. Getreu der Devise „Mehr geht immer“ scheint jedoch auch die Ausstattungsliste schier unendlich. Da lohnt sich dann doch ein Blick auf die beiden Modelle „R-Dynamic“ und „Velar Edition“.
Für den herrlichen D300 werden derweil mindestens 66.795 Euro fällig. Hierin sind bereits LED-Scheinwerfer, elektrisch verstellbare Ledersitze, 19-Zoll-Räder, Spurhalte- und Notbremsassistent sowie ein Rundum-Kamerasystem inkludiert.
Unser fast vollausgestatteter Testwagen bringt es derweil auf knapp 100.000 Euro, womit der Velar sicherlich kein Schnäppchen ist, allerdings auch zeigt, in welcher Liga er spielt. Gering ist hingegen der Verbrauch. Im Durchschnitt genehmigte sich das SUV knapp siebeneinhalb Liter Diesel pro 100 gefahrener Kilometer.

Fazit

In der Riege der Premium- und Luxus-SUVs nimmt der Range Rover Velar eine durch und durch exponierte Stellung ein. Stilsicher und mondän sind nur zwei Adjektive, die auf den Briten zutreffen. Dabei schließt er nicht nur die Lücke zwischen dem kleineren Evoque und dem Range Rover Sport sondern positioniert sich als eigenständiges Fahrzeug mit dem Hang zum künftigen Design-Klassiker.
Wer auf der Suche nach einem extrovertierten Designer-SUV ist, sollte unbedingt einen Blick auf den Range Rover Velar werfen.