Mit deutlich über 1000 Euro hat Samsung das Galaxy Note20 Ultra 5G im Markt platziert. Viel Geld, für das der User aber auch viel Smartphone erhält. Zumindest von den Eckdaten her passen Preis und Leistung zusammen.

6,9-Zoll-Display leicht bedienbar

Knapp über 200 Gramm schwer und mit einem riesigen 6,9-Zoll-Display ausgestattet ist der erste Kontakt schlichtweg beeindruckend. Ebenso, dass das „Brett“ dabei alles andere als einen schwerfälligen Eindruck macht. Im Gegenteil. Dank der gewohnten Ecken und der extrem flachen Bauweise von nur wenig über acht Millimetern Stärke wollen haptischer und optischer Eindruck irgendwie nicht zueinander passen. Das Ultra lässt sich leicht greifen und trotz seiner Größe mit einer Hand bedienen. Dabei ist der Sitz immer sicher. Und irgendwie scheint sich das Gewicht gut zu verteilen, so dass ein Gefühl von heavy nicht wirklich aufkommen mag.

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Doch das extrem schlanke Design zeigt auch schnell seinen ersten Nachteil. Denn die Kamera-Abteilung ragt deutlich aus der Rückseite hervor. Einerseits hat man damit zwar einen weiteren Haltepunkt, aber rein optisch ist das sicher Geschmackssache. Mal davon abgesehen, dass das Handy so auf keiner Oberfläche richtig aufliegt und bei Vibrationsalarm einen Höllen-Lärm verursacht. Mittlerweile hat die weltweite Zubehörindustrie allerdings reichlich Cases im Angebot, die das vermeintliche Manko wettmachen. Dann jedoch verzichtet man auf das rundum edle Aussehen des matten Gorilla-Glases, das mit Härtegrad sieben eigentlich genügend Schutz fürs teure Gadget bietet. Abgerundete Kanten und der gewohnte Stylus gehören noch zu den erwähnenswerten Äußerlichkeiten.

Dynamic AMOLED bei der Helligkeit Spitze

Zentrales Element eines jeden Smartphones ist natürlich das Display. Wie erwähnt riesig, kann das Dynamic AMOLED auch mit Bestwerten bei der Helligkeit punkten und dürfte so bei allen Lichtverhältnissen seinen Besitzer glücklich machen. Zudem kann die Bildwiederholrate auf 120 Hertz verdoppelt werden, was ein absolut flüssiges Scrollen beispielsweise ermöglicht. Allerdings gibt es dabei einen kleinen Haken. Zum einen läuft die Darstellung dann nur Full HD und nicht mit maximaler Pixelzahl von 3088x1440 und der Strombedarf steigt deutlich an. Letzteres ist ohnehin ein Problem, mit dem Ultra-User lernen müssen zu leben. Denn trotz des kräftigen 4.500 mAh-Akkus will die Ausdauer desselben nicht ganz zu den sonstigen Spitzenwerten passen.

Auf kürzere Distanz sehr guter Zoom

Das gilt ein stückweit auch für die Kamera. 108 Megapixel für die Hauptkamera und Videos in 8K sind eine Ansage. Wer die Theoriewerte dann aber in der Praxis voll ausreizen will, wird nicht immer zufrieden sein. Der Laser-Autofokus arbeitet dabei superschnell und präzise. Und vor allem auf kurze und mittlere Distanz liefern der fünffach optische und der 50-fache Digital-Zoom gute Ergebnisse. Wenn weiter weg oder die Lichtverhältnisse schwieriger werden, darf man dann aber keine Wunder erwarten. Dabei fragt sich allerdings, wer das wie oft in der wirklichen Praxis auch nutzt.

Stylus Pen vielfältig einsetzbar

Da kommt der Stylus Pen sicher mehr zum Einsatz. Und der ermöglicht, für alle, die das Ultra auch produktiv nutzen wollen, eine große Anwendungsbreite. Angefangen von Notizen, die man eben mal schnell aufs Display kritzelt - inklusive Papier-Kratzgeräusch - und die beispielsweise mit One Note synchronisiert werden können, über die komplette Bedienung des Note bis hin zu aus der Ferne, können sich ganz Kreative in Sachen Artificial Intelligence im Foto- und Videobereich austoben. Hier gibt es viel zu entdecken und noch mehr zu verwirklichen. Das geht weit über ein „Telefon“ hinaus.

Mit DeX auch kabellos an den TV

Und tatsächlich bewirbt Samsung das Note20 Ultra als PC-Ersatz im mobilen Einsatz. Denn via DeX lässt sich das Smartphone entweder per Docking-Station und HDMI oder drahtlos per Miracast mit dem TV verbinden und als eine Art Desktop-Variante verwenden. Das klappt gut und flüssig, ist gerade bei Präsentationen aller Art eine sehr praktische Sache. Nach der Arbeit darf dann auch noch gezockt werden. Denn erstmals kann man mit einem Handy nun am Cloud-Gaming per Xbox Game Pass von Microsoft teilgenommen werden.
Das 5G im Namen verrät, dass das Note Ultra für den neuen Mobilfunkstandard gerüstet ist. Probieren konnte man das bisher schlichtweg wegen mangelndem Angebot nicht. Aber in allen sonstigen Verbindungsarten zeigt das Smartphone keine Schwächen. Die Sprachqualität ist durchweg gut und gleich zwei Lautsprecher sorgen dafür, dass auch alles verständlich beim Nutzer ankommt.

Bestes Smartphone-Paket fürs Geld

Rund 1300 Euro für ein Smartphone sind eine Ansage. Das Galaxy Note20 Ultrag 5G bietet aber dafür eine ganze Menge. Wer die produktiven Seiten des Handys über den normalen Gebrauch als Telefon und Kamera hinaus nutzen und im 5G-Standard einer der ersten sein will, bekommt hier ein nahezu perfektes Tool für die Hosentasche. Vielleicht gibt es in Einzelpositionen immer wieder andere Geräte, die besser performen, wer aber alles will, wird kaum etwas vergleichbares in einem Paket finden. Das rechtfertigt dann irgendwie auch den Preis.

Samsung Galaxy Note20 Ultra 5G


Software: Android 10;

Prozessor: Exynos 990;

Display: 6,9 Zoll, 3.088 x 1.440 Pixel;

Arbeitsspeicher 12 GB, interner Speicher 512 GB;

Hauptkamera 12032x9024 (108,6 Megapixel);

Akku 4.500 m Ah, induktives Laden;

USB-Port 3.1 Typ C;

IP-Zertifizierung IP68 (Schutz gegen Untertauchen);

Gewicht 208 g;