Liepe (MOZ) Geplant ist es seit Jahren, jetzt soll es Wirklichkeit werden: Die Umstellung vom analogen zum digitalen Funk, die sämtliche Notfall-Einsatzkräfte betrifft. Damit kommen erhebliche Kosten auf die Gemeinden im Amt Britz-Chorin-Oderberg zu, die jetzt neue Funkgeräte für ihre Feuerwehren anschaffen müssen.
Im Jahr 2015 soll die Umstellung auf den sogenannten BOSDigitalfunk abgeschlossen sein. Dazu werden flächendeckend im Land neue Funkmasten mit den erforderlichen Antennen errichtet. Polizei, Katastrophenschutz und andere Rettungskräfte sind bereits für die Umstellung gerüstet. Es fehlen noch die Feuerwehren im Amtsbereich.
Das Land Brandenburg will jetzt eine Sammelausschreibung für die Funkgeräte starten, um mit Mengenrabatten möglichst kostengünstig neue Funktechnik ordern zu können. Dazu sollen die Amtsverwaltungen zunächst einen verbindlichen Bedarf anmelden, sprich die erforderliche Menge an Funkgeräten bestellen.
Die Amtswehrführung von Britz-Chorin-Oderberg hat nun eine Auflistung mit den erforderlichen Anschaffungen zusammengestellt und gegenüber dem Amtsausschuss verteidigt. Mit Kosten von insgesamt 91 802 Euro, die sich auf die Haushaltsjahre 2013 - 15 verteilen würden, würde die Umstellung zu Buche schlagen. Von dieser Summe sollen den Planungen nach 51 Handsprechfunkgeräte, 20 Anlagen für Einsatzfahrzeuge sowie die erforderliche Software angeschafft werden.
"Es ist eine Riesensumme, aber technisch ist das für uns einfach erforderlich", erklärte Wehrführer Rainer Hähnel aus Oderberg. "Wir sind mit 51 Handsprechfunkgeräten noch unter der Norm." In dem flächenmäßig ausgedehnten Amt Britz-Chorin-Oderberg seien die Funkgeräte absolut unverzichtbar, da sonst im Ernstfall immer einige Wehren zunächst ohne sie ausrücken und sich die Technik später im Einsatz von ihren Kollegen aus anderen Dörfern bringen lassen müssten. Eine adäquate Kommunikation der Einsatzkräfte untereinander sei dann in extremen Einsatzbedingungen schlicht nicht möglich. "Bis dahin können Leute in einem brennenden Haus schon verbrannt sein", warnte Rainer Hähnel mit eindringlichen Worten.
Die Empörung unter den Amtsausschussmitgliedern über die Pläne des Landes ist groß. Zweifel wurden geäußert, ob die Umstellung auf Digitalfunk tatsächlich eine höhere Abhörsicherheit gewährleisten kann.
Als eine Art "Abwrackprämie für die Elektronikindustrie" schmähte ein Ausschussmitglied die Umstellung. Und weiter hieß es im Plenum: "Das Land stellt um und wir müssen bezahlen. Das ist eine Schweinerei." Die derzeitigen Funkgeräte der Feuerwehren sind laut Rainer Hähnel auf einem technisch einwandfreien Stand.
Amtsdirektor Ulrich Hehenkamp schlug vor, zwar einen Bedarf anzumelden, aber darauf zu insistieren, dass es sich um eine unverbindliche Bestellung handelt. "Vielleicht findet sich noch der eine oder andere Verbündete, der sagt: So geht es einfach nicht."
Die Idee der Umstellung von analog auf digital ist, neben einer höheren Sicherheit, eine Vereinheitlichung der Systeme. Die bisherige Unterscheidung beispielsweise in verschiedene Frequenzbereiche wie Zwei-Meter-Band und Vier-Meter-Band entfällt damit.
"Zum ersten Mal wird ein bundesweit einheitliches Funknetz für Rettungs- und Sicherheitskräfte flächendeckend für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung stehen und die bestehenden, voneinander unabhängigen Analogfunknetze ablösen", heißt es von der zuständigen Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Ferner soll die Sprachqualität im neuen Funknetz erheblich verbessert sein.
Geplant sind für die Gewährleistung des Betriebes bundesweit etwa 4 300 bis 4 500 Basisstationen sowie 64 sogenannte Kernnetzstandorte. Bis Ende September waren bereits 2 358 Basisstationen in Betrieb. Insgesamt sollen das neue Netz bis zu 500 000 Funker parallel nutzen können.
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26.05.2012 08:02:55 Rainer Pick
Übertreibung?
26.05.2012 07:47:15 Frührentner
Nachdenken? ja,bitte!
26.05.2012 07:26:42 einer flog übers kukucksnest
China-Airline fordert rbb-Erklärung...
26.05.2012 07:12:07 Zivilisationskranker
@leser
26.05.2012 07:07:23 Marco Habeck
sie haben recht