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Furcht vor strafferer Geldpolitik belastet den Dax

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).
Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). © Foto: Fredrik Von Erichsen/dpa
dpa-infocom / 06.07.2017, 18:39 Uhr - Aktualisiert 06.07.2017, 18:34
Frankfurt/Main (dpa) Sorgen um eine straffere Geldpolitik in Europa haben den deutschen Aktienmarkt wieder fest im Griff. Der Leitindex Dax rutschte im Handelsverlauf zeitweise um mehr als 1 Prozent in die Verlustzone.

Mit einem Abschlag von 0,58 Prozent ging er schließlich bei 12 381,25 Punkten aus dem Tag. Auf die Stimmung drückte vor allem, dass die Rendite deutscher Staatspapiere mit zehnjähriger Laufzeit erstmals seit Januar 2016 über 0,5 Prozent geklettert ist. Bereits seit gut einer Woche legt die Verzinsung von Bundesanleihen im Handel fast kontinuierlich zu, was im Gegenzug die Attraktivität von Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren verringert.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen fiel um 0,78 Prozent auf 24 557,08 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,47 Prozent auf 2213,65 Punkte nach unten. Ähnlich sah es in ganz Europa und den USA aus. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,47 Prozent auf 3462,06 Punkte und auch in London und Paris schwächelten die Börsen. An der Wall Street in New York sank der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa um 0,35 Prozent.

Auf die Stimmung an den Börsen drückte auch die Unsicherheit über den staatlichen US-Arbeitsmarktbericht für Juni, der an diesem Freitag veröffentlicht wird. Die Beschäftigungszahl in der Privatwirtschaft, die als Indikator gilt, war laut aktuellen Daten schwächer gestiegen als erwartet.

«Am Ende könnte sich bestätigen, dass die US-Konjunktur sich seit Monaten abkühlt und eine Wende nicht in Sicht ist», fasste Jochen Stanzl von CMC Markets die Befürchtungen der Anleger zusammen. Das schwäche auch den US-Dollar und treibe so den Euro hoch, der am frühen Abend um die Marke von 1,14 Dollar pendelte. Die EZB hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1385 (Mittwoch: 1,1329) Dollar festgesetzt.

Bankaktien profitierten hingegen von der Aussicht auf eine straffere Geldpolitik und damit wieder steigenden Zinsen. Für das Papier der Deutschen Bank ging es um 2,05 Prozent nach oben, womit es nach dem der Commerzbank der zweitstärkste Wert im Dax war. Commerzbank-Titel gewannen 3,32 Prozent.

Medienwerte hingegen gerieten nach einer skeptischen Studie der US-Bank JPMorgan unter Druck. So büßten die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 am Ende des Leitindex 3,53 Prozent ein. Im MDax verloren die Papiere von RTL 1,72 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,31 Prozent am Vortag auf 0,33 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,12 Prozent auf 140,51 Punkte. Der Bund Future sackte um 0,86 Prozent auf 160,49 Punkte ab.

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