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"Gesund leben an der Schiene" aus Panketal unterstützt Programm mit 31 Thesen zur Analyse der politischen Standpunkte

Bürgerinitiative gegen Baulärm bietet einen "Bahn-o-Mat" an

Olav Schröder / 13.09.2017, 20:13 Uhr - Aktualisiert 13.09.2017, 22:23
Bernau/Panketal (MOZ) Die Bürgerinitiative Nord/Ost - Gesund Leben an der Schiene e.V. (BINO) ruft gemeinsam mit anderen Bürgerinitiativen gegen Schienenlärm zur Nutzung eines interaktiven Online-Angebots zur Bundestagswahl auf. Bürger können sich ein Bild davon machen, was die stärksten Parteien in der nächsten Legislaturperiode für weniger Bahnlärm tun wollen.

Nach dem Vorbild des Wahl-O-Mats ist unter Federführung der Bürgerinitiative Bahnemission-Elbtal erstmals vor einer Bundestagswahl ein "Bahn-o-Mat" entwickelt worden. Unter www.bahn-o-mat.de können Bürger bis zum Wahltag am 24. September ihre eigene Position zum Bahnlärm durch Güterzüge mit denen der mitgliederstärksten Parteien abgleichen. Dazu müssen sie per Mausklick oder Fingerberührung 31 Thesen jeweils mit "Stimme zu", "Egal/ weiß nicht" oder "Stimme nicht zu" beantworten. Der gesamte Durchlauf dauert rund drei Minuten.

Im Hintergrund analysiert das Programm, mit welcher Partei die Übereinstimmung am größten ist. Dazu haben die sechs mitgliederstärksten Parteien im Vorfeld selbst zu allen Aussagen Stellung bezogen. Die Thesen wurden von mehreren Bürgerinitiativen erarbeitet, die sich in verschiedenen Teilen Deutschlands für eine leise Bahn engagieren und das Bahn-o-Mat-Projekt unterstützen. So auch von der Bürgerinitiative Berlin Nord/Ost Gesund leben an der Schiene, die sich im Raum Bernau-Panketal-Berlin engagiert.

"In den Wahlprogrammen der Parteien spielt das Thema Bahnlärm eine ganz untergeordnete Rolle", sagt auch BI-Vorstand Dietrich Peters aus Panketal. "Darum wollen wir mit dem Bahn-o-Mat die betroffenen Anwohner darüber informieren, was von den mitgliederstärksten Parteien in der nächsten Legislaturperiode gegen den Güterbahnlärm geplant ist." Die Nutzung ist nicht nur äußerst simpel, sondern auch zeitlich flexibel und natürlich kostenfrei möglich. Es ist ein Angebot von Bürgern für Bürger. Möglich ist die Realisierung dank einer Förderung im Rahmen des Programms "Demokratie leben", das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert wird.

Seine Premiere erlebte der Bahn-o-Mat 2014 zur sächsischen Landtagswahl. Damals nahmen 3500 Personen das interaktive Onlineportal in Anspruch. Diesmal liegt die Hoffnung bei bis zu 10000 Nutzern.

Seit der Freischaltung am 4. September besuchen täglich mindestens 300 Leute die Plattform. "Je höher die Beteiligung ist, desto mehr Eindruck macht es auf die Politik", erklärt der BINO-Vorstand, "denn desto deutlicher wird die Dringlichkeit des Themas für die Bevölkerung." Das Votum der Bürger wird nach der Wahl den Mitgliedern des neuen Bundestages übergeben.

Die BINO tritt seit Jahren für mehr Lärmschutz an der Bahntrasse von Berlin-Buch über Panketal bis Bernau ein. Ein Forderung, die dabei immer wieder im Vordergrund steht, zielt auf die tatsächliche Feststellung des Lärmpegels, der von der Bahn ausgeht. Statt diesen lediglich rechnerisch anhand vorgegebener Parameter zu bestimmen, fordert die Bürgerinitiative, konkrete Messungen zur entscheidenden Grundlage von Lärmschutzmaßnahmen zu machen.

Die Initiative wendet sich dabei nicht grundsätzlich gegen den Ausbau der Schienennutzung. Allein durch eine Modernisierung der eingesetzten Fahrzeuge könne der Lärm entlang der Bahnstrecke deutlich reduziert werden. Dies gelte insbesondere für Güterzüge mit Kesselwagen, die nachts eingesetzt werden.

Anwohner klagen über gesundheitliche Beeinträchtigungen wie massive Schlafstörungen, Nervosität oder Kopfschmerzen, aber auch über den Verlust an Lebensqualität. Die Belastungen hätten in jüngerer Zeit sogar noch zugenommen.

Weitere Informationen im Internet unter www.bahn-o-mat.de, Kontakt:Dietrich Peters, Vorsitzender der BINO, Telefon 0172 8310944

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