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Volksvertreter werten Basisvariante für Waldsportanlage nur geringfügig auf / Denkbar knappe Entscheidung

Bauausschuss schwingt Rotstift

Blick aufs Sportlerheim: Die Waldsportanlage Finow gilt als dringend sanierungsbedürftig.
Blick aufs Sportlerheim: Die Waldsportanlage Finow gilt als dringend sanierungsbedürftig. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 14.09.2017, 08:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Wenn es nach dem Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt geht, wird die in der Basisvariante beschlossene Sanierung der maroden Waldsportanlage nur geringfügig aufgepeppt. Die meisten Aufwertungsvorschläge sind auf der Sitzung am Dienstagabend durchgefallen.

Die Volksvertreter hätten nach der Taube auf dem Dach greifen können, gaben sich aber mit dem Spatz in der Hand zufrieden. Dieses Fazit lässt sich nach einem Abstimmungsmarathon im Ausschuss ziehen, bei dem es um zehn zusätzliche Positionen gegangen war, die den Ausbau der Waldsportanlage insgesamt um knapp 1,5 Millionen Euro auf 5,1 Millionen Euro verteuert hätten. Das wären etwa 300 000 Euro mehr gewesen, als die bisherigen Kostenschätzungen des Baudezernates ergeben hatten. Die Stadtverordneten hätten das Komplettpaket also um diesen Betrag kürzen oder aber darauf hoffen müssen, dass bei der Basisvariante Geld eingespart werden kann, falls die gerade laufende baufachliche Prüfung eine für Eberswalde günstige Förderquote ergibt. Doch da sie zu der Mehrzahl der Zusatzmodule Nein gesagt haben, entfällt das Streichen und Bangen fürs Erste. Allerdings werden die Karten mit jedem Fachausschuss, der tagt, neu gemischt. Und erst wenn die Stadtverordnetenversammlung am 28. September zusammengekommen ist, steht fest, wie die neue Waldsportanlage aussehen wird, die im September 2019 in Betrieb genommen werden soll.

Sicher ist bislang nur, dass die Basisvariante kommt, die unter anderem den Neubau eines Sportfunktionsgebäudes, einer Kampfbahn mit zwei 400-Meter-Lauf- sowie sechs Kurzstrecken, zweier Weitsprung-, einer Kugelstoßanlage und eines Kunstrasenplatzes vorsieht und knapp 3,6 Millionen Euro kosten darf. Schon diese kleinere Lösung sichere ein funktionierendes Stadion für den Schul- und Vereinssport, hieß es im Baudezernat.

"Wir leisten uns mit Zoo, Baff und Familiengarten bereits drei Einrichtungen, die uns finanziell mächtig unter Druck setzen", sagte Volker Passoke (Linke) im Bauausschuss. Seine Fraktion sei davon überzeugt, dass die Stadt klug beraten wäre, es für den Ausbau der Waldsportanlage bei der Basisvariante zu belassen.

In der Beschlussvorlage würden die Aussagen zu den Folgekosten fehlen, kritisierte Karen Oehler (Bündnis 90/Die Grünen). "Das macht es uns unmöglich, den Zusatzmodulen leichten Herzens zuzustimmen", betonte die Volksvertreterin.

Sie ließ sich auch nicht durch die Aussage aus dem Baudezernat umstimmen, die Zahlen würden errechnet, sobald die Politik entschieden habe, was sie wolle.

Der Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt befürwortete einen Wirtschaftshof für die Waldsportanlage, der knapp 25 000 Euro kosten soll. Gut geheißen wurden zudem eine Skate- und BMX-Anlage für knapp 380 000 Euro sowie schnörkellos angelegte Vorplätze und Wege für etwa 120 000 Euro, mit denen die Zufahrten der Basisvariante ergänzt werden.

Durchgefallen ist ansonsten fast alles, was die Waldsportanlage für Individualsportler interessanter machen sollte - unter anderem eine 1000-Meter-Rundlaufbahn inklusive Lauftrichter für knapp 108 000 Euro, eine Kletterlandschaft für knapp 190 000 Euro, ein Beachvolleyballfeld für etwas mehr als 40 000 Euro und ein Trimm-Dich-Areal für knapp 102 000 Euro.

Ebenfalls abgelehnt wurden der Bau einer Tribüne für fast 46 000 Euro, eines Kinderspielplatzes für etwa 108 000 Euro und einer über Schotter hinausgehenden Parkplatzbefestigung für etwas mehr als 50 000 Euro.

Die meisten dieser Einzelabstimmungen gingen denkbar knapp aus. Der Stadtverordnete Carsten Zinn von der Fraktion Alternatives Wählerbündnis Eberswalde, der die Sitzung von den Zuschauerreihen aus verfolgt hatte, nannte die Beschlussempfehlungen im Anschluss "eine kommunalpolitische Farce". Und Viktor Jede vom Bündnis Eberswalde, der ohne Stimmrecht teilnahm, reagierte sauer. "Wäre es ums Zentrum gegangen, hätten viele wohl zugestimmt", urteilte er.

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