Donnerstag, 17. April 2014



31.01.2013 07:08 Uhr

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Experten: Im Januar wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose

Nürnberg (dpa) Zum Jahresauftakt hat die Zahl der Arbeitslosen nach Einschätzung von Experten wieder die psychologisch wichtige Drei-Millionen-Marke überschritten. Insgesamt seien im Januar 3,18 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit gewesen. Dies wären rund 340 000 mehr als im Dezember und knapp 100 000 mehr als vor einem Jahr, berichteten Volkswirte in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die offiziellen Arbeitsmarktzahlen für Januar will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag in Nürnberg bekanntgeben.

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Hauptgrund für die starke Zunahme sei vor allem der frostige Winter. Bei Schnee und Eis ruhe auf vielen Baustellen, vor allem aber in Gärtnereien und beim Landschaftsbau die Arbeit und zwinge Firmen zum vorübergehenden Stellenabbau. Auch in der Gastronomie werde ohne das Biergarten- und Terrassengeschäft zumeist weniger Personal gebraucht. Hinzukomme dass zum Jahreswechsel viele befristete Jobs endeten; die Betroffenen würden sich daher im Januar erst einmal arbeitslos melden, bis sie eine neue Stelle gefunden haben, geben einige Fachleute zu bedenken.

Aber auch ohne diesen alljährlich wiederkehrenden Saisoneffekt sei die Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn gestiegen - und zwar zwischen 10 000 bis 15 000, schätzen die von dpa befragten Volkswirte. Der saisonbereinigte Anstieg macht nach Einschätzung von Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld deutlich, "dass das konjunkturelle Umfeld im Moment noch schwierig ist".

Auch Allianz-Volkswirt Rolf Schneider sieht den Arbeitsmarkt derzeit "in einem Tal mit seit Monaten steigender Arbeitslosenzahl". Ebenso wie seine Kollegen geht auch Christian Reicherter von der DZ-Bank davon aus, dass der Arbeitsmarkt vor ein paar schwierigen Monaten steht.

Alle Fachleute rechnen allerdings bis zur Jahresmitte mit einer Besserung. Frühindikatoren wie der Einkaufsmanager-Index signalisierten bereits für Frühjahr wieder eine Konjunkturbelebung. "Im Verlauf des zweiten Quartals dürfte diese positive Entwicklung dann auch auf dem Arbeitsmarkt ankommen", gibt Tuchtfeld zu bedenken. Bis dahin werde die Arbeitslosigkeit - selbst nach Abzug saisonaler Faktoren - zunächst noch weiter steigen. Von einer Krise könne aber angesichts der historisch niedrigen Arbeitslosigkeit keine Rede sein. Eher sollte man von einer "Delle" sprechen.

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