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Henning Kraudzun 21.10.2016 10:33 Uhr

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Bad Saarow ist Davos des Ostens: Banger Blick in die Zukunft

Bad Saarow (MOZ) Wirtschaftsforscher, Unternehmer und Politiker diskutieren bei einem Kongress in Bad Saarow (Oder-Spree) über die Chancen der ostdeutschen Wirtschaft. Im Kern geht es auch um die Frage, ob den neuen Ländern der Aufholprozess zum Westen jemals gelingen wird.

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Gefragter Interviewpartner: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) beim ersten Ostdeutschen Wirtschaftsforum im A-Rosa-Resort in Bad Saarow

© dpa

Als "Davos des Ostens" haben die Veranstalter ihre Konferenz bezeichnet, das seit Donnerstag im idyllisch gelegenen Kurort am Scharmützelsee stattfindet und ein besonderes Netzwerk aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft formen will. Natürlich sei es gewagt, sich begrifflich an das Treffen der internationalen Wirtschaftslenker im schweizerischen Davos anzunähern, sagt Initiator Frank Nehring. Allerdings verstehe man sich durchaus als "Gipfeltreffen", in dem Impulse gesetzt werden sollen. Auf der zweitägigen Tagung wollen die rund 130 Teilnehmer den Blick in die Zukunft der ostdeutschen Wirtschaft richten und Lösungen finden, damit den Unternehmen angesichts der strukturellen Nachteile nicht die Kraft ausgeht. Prominente Redner wie Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), Forschungsministerin Johanna Wanka (CDU) sowie die Regierungschefs der ostdeutschen Länder geben ihre Einschätzung der Lage.

Gabriel machte zum Auftakt des ersten ostdeutschen Wirtschaftsforums am Donnerstag deutlich, dass die neuen Länder nicht weiter ein "Experimentierfeld für Billiglöhne" seien dürfen, sondern die Unternehmen bei der Bezahlung zulegen müssten. Sonst werde die Suche nach Fachkräften noch schwieriger. Zudem seien die Firmen gefordert, deutlich mehr als bislang in Forschung zu investieren und eigene Innovationskraft zu entwickeln.

Der Vize-Kanzler erkennt durchaus Stärken in Ostdeutschland wie gute Ausbildung, bezahlbaren Wohnraum und hervorragende Kinderbetreuung. Allerdings zeigten Statistiken der letzten Jahre, dass die Wirtschaft dort zuletzt schwächer gewachsen sei als in Westdeutschland. Nach Angaben der Bundesregierung lag die Wirtschaftskraft je Einwohner im Osten im vergangenen Jahr noch 28 Prozent unter dem Niveau der alten Länder.

Als einen Schwerpunkt der politischen Arbeit bezeichnete Gabriel zudem den demografischen Wandel, der in Ostdeutschland wie in kaum einer anderen Region Europas zu spüren ist. Trotz des Bevölkerungsrückgangs dürfe die Infrastruktur nicht völlig wegbrechen. Daher plädierte er für eine neue Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern, mit der die Folgen finanziell abgemildert werden. "Wir dürfen die Leute nicht allein lassen", so der Bundeswirtschaftsminister.

Ein pessimistisches Zukunftsbild zeichnete der Wirtschaftsforscher Joachim Ragnitz. "Ich mache mir um einige Regionen im Osten große Sorgen", sagte der Experte des Ifo-Instituts in Dresden. In Brandenburg seien etwa Elbe-Elster und die Uckermark davon bedroht, den Anschluss zu verlieren. "Die Politik sollte ehrlich zu den Leuten sein", forderte Ragnitz. Vor allem die geringe Investitionsbereitschaft vieler ostdeutscher Firmen stellt aus seiner Sicht ein Problem dar.

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