Berlin (DDP) Nach dem Hitze-Chaos in Zügen der Deutschen Bahn hat die Bundespolizei acht Ermittlungsverfahren eingeleitet. Diese richteten sich gegen Zugchefs und Zugbegleiter, berichtete das „Westfalen-Blatt“ (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf das Bundespolizeipräsidium Potsdam. Dabei gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, der unterlassenen Hilfeleistung und der Freiheitsberaubung.
So gebe es Hinweise, dass trotz überhitzter Züge und kollabierter Reisender die Türen nicht geöffnet worden seien. Die Sammlung der Beweise sei noch nicht abgeschlossen, sagte der Sprecher des Bundespolizeipräsidiums, Jörg Kunzendorf. Die Verfahren seien von den zuständigen Bundespolizeidirektionen eingeleitet worden.
Im Juli waren bei der Deutschen Bahn in zahlreichen ICE-Zügen die Klimaanlagen ausgefallen. Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen wurden in den Waggons teilweise Temperaturen von 50 Grad Celsius gemessen. Züge mussten gestoppt und Reisende ärztlich versorgt werden.
Am Wochenende hatte die Bahn mitgeteilt, dass bislang rund 23 000 Bahnkunden für die Beeinträchtigungen infolge zu hoher Temperaturen in Zügen entschädigt worden seien. Den Angaben zufolge wurden insgesamt 2,7 Millionen Euro in bar oder in Form von Reisegutscheinen erstattet. Allerdings seien noch nicht alle Fälle bearbeitet. Da es zudem keine Frist für die Anmeldung möglicher Ansprüche gebe, könnten sich sowohl die Zahl der entschädigten Kunden als die dafür aufgewandte Summe noch erhöhen.
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