Paris (DDP) . Die Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums wird nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im zweiten Halbjahr 2010 stärker ausfallen als bisher angenommen. Daher müssten die Zentralbanken möglicherweise ihre Konjunktur stimulierenden Maßnahmen verstärken und die Regierungen einiger Länder die geplanten Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung verschieben, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbericht zur Konjunktur.
Das annualisierte Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der sieben führenden Industrieländer (G 7) wird der OECD-Prognose zufolge im dritten Quartal auf 1,4 und im Schlussquartal 2010 auf 1,0 Prozent sinken. Im ersten Quartal war ein Wachstum von 3,2 und im zweiten Jahresviertel von 2,5 Prozent registriert worden.
Den stärksten Wachstumseinbruch erwartet die Organisation in Deutschland. Das annualisierte Wachstum des Bruttoinlandsprodukts werde in Deutschland im dritten Quartal 0,7 Prozent und im Abschlussquartal 1,1 Prozent betragen, nach dem außergewöhnlichen starken Zuwachs um 9,0 Prozent im zweiten Quartal 2010.
In den USA wird im dritten Quartal den Angaben zufolge nun nur noch ein BIP-Plus von annualisiert 2,0 und im vierten Quartal von 1,2 Prozent erwartet. Im Juni waren noch Wachstumsraten von 2,8 und 2,7 Prozent prognostiziert worden. Auch in Japan rechnet die OECD im weiteren Jahresverlauf nicht mit einem ausgeprägten Aufschwung.
Allerdings dürfte die Wachstumsverlangsamung der OECD zufolge vorübergehend sein. Die Prognose sei jedoch mit großen Unsicherheiten behaftet. Die Verbraucherausgaben dürften schwach bleiben, doch sei eine weitere Rückführung der Investitionen nicht zu erwarten.
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