Sonntag, 12. Februar 2012

Frankfurt
Schneeschauer
-10°C/-7°C

09.09.2010 17:34 Uhr

wirtschaft/wirtschaft/artikel-ansicht/dg/0/

OECD warnt: Wirtschaftserholung verlangsamt sich

Paris (DPA) Die Wirtschaft der Industriestaaten kommt langsamer als erhofft aus dem tiefsten Konjunkturtal der Nachkriegsgeschichte. In den sieben wichtigsten Industrieländern (G7) könnte das Wachstum im zweiten Halbjahr gerade einmal 1,5 Prozent betragen, teilte die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag in Paris mit. Bisher war die OECD von einem Wachstum um 1,75 Prozent ausgegangen. In der ersten Jahreshälfte wuchs das Bruttoinlandsprodukt in dieser Ländergruppe noch um 2,5 Prozent.    Für Deutschland sagt die OECD im dritten Quartal ein Wachstum von 0,7 Prozent vorher. Im vierten Quartal soll die deutsche Wirtschaft 1,1 Prozent zulegen. Die OECD prognostiziert dabei die Veränderung des Bruttoinlandsproduktes im Vergleich zum Vorquartal in Prozent hochgerechnet auf ein ganzes Jahr. Für das abgelaufene zweite Quartal ergibt sich danach ein aufs Jahr hochgerechnetes Wachstum von 9,0 Prozent.

Die wichtigsten drei Länder der Euro-Zone - Deutschland, Frankreich und Italien - kommen nach OECD-Berechnung im gemeinsamen Durchschnitt für den gleichen Zeitraum im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal auf ein Wachstum von 0,4 beziehungsweise 0,6 Prozent. Dennoch betonte OECD-Chefökonom Pier Carlo Padoan: „Es ist aber unwahrscheinlich, dass wir uns auf einen weiteren Abschwung zubewegen.“    Vor allem Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt könnte dem privaten Konsum einen erheblichen Dämpfer verpassen. Die Autoren räumen allerdings ein, dass es in ihrer Vorhersage mehrere Unsicherheiten gibt: „Es ist noch nicht ganz klar, ob der Antriebsverlust beim Aufschwung nur vorübergehend ist, (...) oder ob er größere Schwächen bei den privaten Investitionen zu einer Zeit signalisiert, in der unterstützende finanzielle Anreize entfallen.“    Die Autoren empfehlen, den Wegfall steuerlicher Anreize eventuell um mehrere Monate zu verschieben, sollte die anhaltende Verlangsamung der Konjunkturerholung nur temporär sein. Sinnvoll könnte auch eine Politik sein, die die Zinsen auf ihrem geringen Niveau halten würde. Insgesamt betrachtet habe sich die finanzielle Lage der OECD-Länder jedoch verbessert. Die Inflation bleibe trotz steigender Rohstoffpreise auf niedrigem Niveau.    Angesichts „robuster Unternehmensprofite“ sowie einer eh schon geringen Investitionstätigkeit sei auch keine weitere Schwächung der Nachfrage zu erwarten. Wachstumsimpulse gingen vor allem von den Schwellenländern aus. Die USA dürften nach der Prognose im dritten und vierten Quartal jeweils ein Wirtschaftswachstum von 2,0 und 1,2 Prozent, Japan dagegen von 0,6 und 0,7 Prozent erwarten.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Lesezeichen setzen

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

28.11.2011 20:40 Thema

OECD redet Klartext

Wirtschaft (MOZ) Organisation kritisiert zögerliches Verhalten der Regierungen in der Schuldenkrise Klare Worte von der OECD: Weltweit stottert der Wachstumsmotor, die... mehr

14.12.2011 14:54 Thema

Deutschland schrammt an Rezession vorbei

Wirtschaft (DPA) Die Euro-Schuldenkrise und der Abschwung der Weltkonjunktur verpassen der deutschen Wirtschaft 2012 einen starken Dämpfer. Nur noch 0,4 Prozent Wachstum... mehr

26.05.2010 16:02 Thema

OECD erwartet Aufschwung ohne neue Jobs

Wirtschaft (DPA) Die Wirtschaft kommt schneller als befürchtet aus dem tiefsten Konjunkturtal der Nachkriegsgeschichte. Entgegen vielen Befürchtungen bleiben die Preise... mehr




Regionalnavigator

Angermünde Bad Freienwalde Beeskow Bernau Eberswalde Eisenhüttenstadt Erkner Frankfurt (Oder) Fürstenwalde Schwedt/Oder Seelow Strausberg

Ort, PLZ oder Redaktion

Regional

© 2010 moz.de Märkisches Verlags- und Druckhaus GmbH & Co. KG
...