Prunkstück der Exposition ist ein Modell des Storkower Bahnhofes. Die Anlage entstand ursprünglich in einer Schularbeitsgemeinschaft und wurde vor zehn Jahren in einer Schau zum 100-jährigen Jubiläum der Bahnstrecke das erste Mal gefahren. Das Jubiläum ist seinerzeit auch Anlass gewesen, dass sich die Modellbauer zum Verein Brandenburgische Eisenbahngeschichte Storkow 98 e.V. zusammengeschlossen haben. Dieser hat sein Domizil nun schon seit mehreren Jahren im ehemaligen Konsum von Storkow/Karlslust, wo immer in der Adventszeit Vorführungen stattfinden.
Aus Anlass des 110-jährigen Jubiläums der Eisenbahnstrecke lädt der Verein nun außer der Reihe an allen vier Septemberwochenenden zu einer Sonderausstellung ein. Besuchermagnet wird dabei sicher das Storkower Bahnhofsmodell sein, das völlig modernisiert wurde. "Wir haben alles auf den neuesten Stand der Gleistechnik gebracht", sagt der Vereinsvorsitzende Bernd Kirstein. Der Bahnbereich Bahnhof Storkow ist hier als Modell in der Nenngröße HO im Maßstab 1:87 dargestellt. Zu sehen ist auch noch der alte Wasserturm, der erst 1988 abgerissen wurde. Auf den Informationstafeln mit Dokumenten, Illustrationen und Beiträgen zur Geschichte dieser Eisenbahnlinie, die die Schau komplettieren, erfährt der Besucher auch warum: Bei einer Schwellenauswechselung war seinerzeit ein Zuleitungsrohr zum Wasserturm beschädigt worden.
Am 20. September 1898 ist die Eisenbahnlinie von Königs Wusterhausen nach Beeskow, die später dann auch über Grunow nach Frankfurt (Oder) führte, durch die königliche Preußische Eisenbahnverwaltung in Betrieb genommen worden. Das hat seinerzeit zu einem Aufschwung in der Entwicklung der Region geführt. Der Storkower Verein für Brandenburgische Eisenbahngeschichte will mit seiner Schau an dieses bedeutende Datum erinnern. Die beiden jüngsten Vereinsmitglieder Marcus und Max bereiten sich schon fleißig darauf vor, den Besuchern der Ausstellung etwas über die historische Bahnstrecke zu erzählen, außerdem dürfen sie dann auch die Züge steuern, die über die Gleise des Modellbahnhofes sausen werden.
Wer von den Gästen etwas ausruhen möchte, kann in einem nachgestalteten S-Bahn-Abteil Platz nehmen und sich einen Kaffee servieren lassen. Die Sitze stammen von einer ausrangierten S-Bahn. Mancher wird sich vielleicht erinnern, mit so einer Bahn mal selbst gefahren zu sein. Typisch sind die buntgefleckten Kunststoffbezüge der Bänke. "Das sollte nach der Wende die Graffiti-Sprayer fernhalten", erklärt Kay Nöthel vom Verein. Und er weist auch noch auf die kleine Schau neben der Modellanlage hin, wo historische Gegenstände rund um die Eisenbahn zu bestaunen sind. Unter anderem das Original-Läutewerk eines Bahnhofes, eine echte Schrankenkurbel, Eisenbahneruniformen mehrerer Epochen, Brief- und Geldtaschen von Zugbegleitern sowie alte Dienstvorsschriften.
Die Ausstellung in der Storkower Karl-Marx-Straße 15 ist an allen vier September-Wochenenden von 10 bis 18 Uhr geöffnet.