Vielleicht seien sogar noch mehr bei dem starken Gewitter Ende Mai ums Leben gekommen, die noch nicht den Schnabel über den Rand gestreckt hatten und entdeckt worden waren. Von 64 Paaren haben 29 nachweislich Jungen ausgebrütet. In Zützen und Wilmersdorf gerieten Altstörche in einen Kampf um den Horst und der Sieger warf die Eier über den Rand.
49 Junge haben überlebt, durchschnittlich 0,8 pro Paar. Im vergangenen Jahr waren es 1,9. Rekord waren 154 Junge Anfang der 1990er und bis zu sechs in einem Nest. Im Storchendorf Criewen, das mit sieben Paaren die Statistik anführt, überlebten vier Jungstörche, acht starben. In Zützen kam bei fünf Paaren ein Küken durch. Uwe Schünmann macht dafür das Wetter verantwortlich. Das Nahrungsangebot sei im Nationalpark groß genug. "Das Untere Odertal ist die wichtigste Schneise für die Störche in unserer Region."
In Pinnow holte Uwe Schünmann einen toten Altstorch aus dem Nest, der eine Wunde an der Brust hatte. Leider sei nicht mehr nachvollziehbar, wie sich das Tier verletzt hatte: beim Anflug oder bei einer Begegnung mit einem Wilderer. "Das gab es schon, dass auf Störche geschossen wurde, aber selten", sagt Uwe Schünmann. Dass von 100 Störchen nur zehn die Geschlechtsreife erreichen, habe mit anderen Gefahren zu tun. Viele blieben beim Zug über 9000 Kilometer nach Südafrika an Stromleitungen hängen.
Aktuell machen die Jungstörche erste Flatterübungen, in drei Wochen starten die Zugvögel dann in den Süden. Uwe Schünmann hofft auf das kommende Jahr. Von zwei neu aufgestellten Nestern in Schwedt wurde eines am Fitnessstudio etwa fünf Wochen lang immer wieder von einem einzelnen Storch inspiziert. "Wir haben einiges getan in den letzten Jahren, und es lohnt sich", sagt Uwe Schünmann. Vor allem wünscht er sich noch ein Nest auf dem Dach des Herrenhauses am Besucherzentrum in Criewen. Doch da müsse der Denkmalschutz mitspielen..