Denn die gehen dem ganzen Systemstreit einfach aus dem Weg und machen ihr eigenes Ding. Bone Conduction Technology ist das Stichwort - oder zu gut Deutsch: Knochenschall. Weder drin noch drauf, sondern neben dem Ohr werden die Schallwandler platziert, die keinem normalen Kopfhörer gleichen. Am Ende eines flexiblen Halbrings finden sich zwei dickere Enden, die mittels eines eingearbeiteten Bügels sicher, aber nicht zu fest vor dem Ohr auf den Wangenknochen platziert werden. Dabei senden die sogenannten Transducer Mini-Vibrationen über die Wangenknochen den Schall zum Innenohr, sodass das Trommelfell für Umgebungsgeräusche frei bleibt. Oder einfacher ausgedrückt, man entrückt nicht in seine eigene Welt, kann Gespräche führen und gleichzeitig Musik oder Podcasts in sehr ordentlicher Qualität genießen. Zugegeben, die ersten Versuche sind gewöhnungsbedürftig, aber recht schnell vergisst der Träger, dass da überhaupt etwas ist. Kein Wunder, denn unter der Kunststoffummantelung sorgt ein ultraleichter Titanrahmen für Stabilität.
Ein echter Trainingspartner an Land ist dabei der Aeropex. Leichte Bassverstärkung sorgt für genügend Wumms beim Workout und auch in der Höhe muss sich der Schallwandler nicht verstecken. Wenngleich weder die 20 noch die 20 000 Hz wirklich zu hören sein werden. Sechs Stunden dauerhafte Wiedergabe dagegen sind ein realer und überprüfbarer Wert. Und dank der IP67 Zertifizierung sind die Hörer absolut schweißresistent, können bis zu einer halben Stunde sogar bis zu einem Meter tief in Wasser getaucht werden. Um das sicherzustellen, ist jedoch ein besonderer Ladeanschluss notwendig, der natürlich der Packung beiliegt.
Apropos Wasser. Für alle Freunde des feuchten Elements gibt es die Xtrainerz. Diese sind dann komplett wasserdicht und dürfen auch beim Schwimmen aufbehalten werden. Für alle, die nun Fragen, wo man dann bitte das Smartphone hin packen soll: Nirgendwo. Denn im Gegensatz zu den Aeropex, die sich kinderleicht via Bluetooth koppeln lassen, verfügen die "Wasserhörer" über einen internen 4 GB-Speicher, auf den die Musik zuvor aufgespielt werden muss. Sie werden dabei vom PC problemlos als externes Laufwerk erkannt. Jedoch sollte man über eine Auswahl an MP-3-Songs verfügen. Denn eine Playlist vom Streaming-Dienst lässt sich nicht platzieren. Nicht eben ganz so easy zu handhaben. Das Hörerlebnis im Wasser selbst ist dann durchaus gut, da es einen speziellen Schwimmmodus gibt, der die Höhen anhebt. Im direkten Vergleich zu wasserdichten Bluetooth-Lautsprechern in der Badewanne ist das Ergebnis geradezu sensationell. Der sonstige Aufbau ähnelt den Aeropex. Nur geladen wird induktiv, ebenfalls über einen speziellen Adapter.
In der Praxis erweisen sich beide Hörer als alltagstauglich, wenngleich die Xtrainerz nur jenen Usern zu empfehlen sind, die tatsächlich im Wasser Musik oder ähnliches hören wollen. Für ein paar Bahnen im Hotelpool sollten gar die Aeropex taugen, solange man nicht zu tief und zu lange unter Wasser ist. Im Gegensatz zu "normalen" InEars brauchen beide Varianten bauartbedingt ein wenig mehr Platz beim Transport, da der Halbring zwar flexibel, aber nicht einem Kabel ähnlich zusammenrollbar ist. Die mitgelieferte Silikonhülle ist jedoch eine sehr praktische Verpackung.
Mit deutlich über 100 Euro sind beide Hörer nicht im Billigsegment angesiedelt. Doch der große Einsatzbereich bzw. der sehr spezielle, die hohe Material- und Qualitätsanmutung sowie die durchweg sehr guten Höreindrücke, rechtfertigen diesen Preis. Zudem passen beide sozusagen auf jeden Kopf, ohne dass man hier wirklich Kompromisse eingehen müsste.
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