Erkner Auktion Namhafte Künstler sorgen für Andrang in Erkner

Zwei Hingucker: Marianne Dorau aus Schöneiche gefallen die witzigen Ölbilder von Alek Sandner aus Berlin. Sie und ihr Mann sind öfter bei Auktionen, um Bilder als Schmuck für ihre Wohnung und als Wertanlage zu ersteigern.
Ruth Buder / 20.01.2020, 06:00 Uhr
Erkner (freie Autorin) Zum ersten, zum zweiten, zum dritten! Im Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner schwang am Sonntagnachmittag der Leipziger Kunsthändler und Auktionator Michael Ulbricht bereits zum zweiten Mal den Hammer.

Weil die erste Auktion im vergangenen Jahr so erfolgreich war, zog es erneut zahlreiche Interessierte schon ab Mittag ins Museum, in dessen Saal über 70 nummerierte Kunstwerke zum Ansehen ausgestellt waren. Darunter von so namhaften Künstlern wie Max Klinger, Wolfgang Mattheuer, Armin Müller-Stahl, Jouan Miro, Marc Chagall oder Picasso, aber auch von zeitgenössischen Künstlern, die vielleicht in ein paar Jahren einen großen Namen haben werden.

Auf dieses lustbringende Spiel, bei dem alle Seiten das Gefühl haben, zu gewinnen,  lässt sich auch Marianne Dorau aus Schöneiche ein, die öfter mit ihrem Mann zu Auktionen fährt. "Wir machen das gern, gucken, was und gefällt, in unsere Wohnung passt und gehen davon aus, dass Bilder auch eine gute Wertanlage sein können", sagt die 65-Jährige. Diesmal haben es ihr die witzigen Ölbilder von Alek Sandner angetan, einem zeitgenössischen Maler aus Berlin.

Als um 15 Uhr die Pianistin Sofia Heller ihr untermalendes Klavierspiel beendet, die Besucher die Plätze einnehmen und die Auktion ihren Anfang nimmt, haben die meisten der Anwesenden ihre Favoriten schon im Kopf. Auktionator Michael Ulbricht, unterstützt von mehreren Hospitanten, ermuntert im besten Sächsisch, mutig die Bieterkarten zu heben. Schon für kleines Geld kommen gleich am Anfang die Besucher auf ihre Kosten, die für die schwarz-weißen Siebdrucke mit originellen Sprüchen und Zitaten von Joseph Beuys ein "freches Angebot" machen dürfen. Der Druck "Ich bin auf der Suche nach dem Dümmsten" ging nach dem dritten Hammerschlag für 30 Euro weg.

Für die meisten Kunstwerke musste man jedoch tiefer in die Tasche greifen. Das höchste Mindestgebot lag bei 1200 Euro für eine Farblithographie von Wassily Kandinsky. Für 1500 Euro ging sie weg.  Wer Glück hatte, konnte wegen mangelnden Interesses sogar Kunstwerke unter dem Mindestgebot kaufen. Das teuerste Bild, das an diesem Nachmittag den Besitzer wechselt, ist die Lithographie "Anemonen" von Erich Heckel für 1800 Euro.

Stefan Rohlfs, Leiter des Gerhart-Hauptmann-Museums, beobachtete mit Freuden das Feilschen mit dem Hammer. Je mehr Werke verkauft wurden, desto mehr profitiert auch er. Denn zum Zuschlagspreis kommt ein Aufpreis von 15 Prozent, der dem Museum zu Gute kommt. "Im vergangenen Jahr haben wir knapp 3000 Euro erhalten", berichtet Rohlfs. Davon konnte Gerhart Hauptmanns Erzählung "Fasching" verlegt werden. Jetzt sei geplant, den aus dem Jahre 1920 stammenden Roman "Die Insel der großen Mutter" mit Aquarellen von Charlotte E. Pauly, einer Zeitgenossin von Hauptmann, drucken zu lassen.

Wie viel Geld das Hauptmann-Museum aus der diesjährigen Benefizaktion bekommt, war bis zum Redaktionsschluss am Sonntagabend noch nicht bekannt. Michael Ulbricht brachte etwa die Hälfte seiner Kunstwerke unter den Hammer: "Es hat wieder Spaß gemacht. Und alle guten Dinge sind drei. Nächstes Jahr kommen wir wieder."

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