Die Uckermark bekommt einen Ehrenamtsmanager. Das hat der Kreistag gerade beschlossen. Die Personalstelle wird zurzeit ausgeschrieben und soll künftig zum Kreisentwicklungsamt gehören. Der Ehrenamtsmanager soll einen neuen kommunalen Engagement-Stützpunkt in Prenzlau leiten.
Was zunächst sehr kompliziert und bürokratisch klingt, ist die Reaktion des Landes Brandenburg auf eine bessere Anerkennung der vielen ehrenamtlich tätigen Menschen in allen Bereichen der Gesellschaft. Dafür zahlt die Staatskanzlei nun in den kommenden zwei Jahren 50 000 Euro zur Finanzierung des Stützpunkts. Außerdem gibt es noch einmal 30 000 Euro extra für die Ehrenamtlichen. Denn die können nun bei der Kreisbehörde einen pauschalen Mobilitätszuschuss von 100 Euro pro Jahr erhalten. Das Geld soll vor allem als Entschädigung für Fahrten mit dem eigenen Auto oder mit Bus und Bahn gelten. Damit will das Land einer Benachteiligung von Ehrenamtlichen aus ländlichen Regionen entgegen wirken.
Das bedeutet: In der Uckermark reicht das Geld für insgesamt 300 Menschen. Wer in den Genuss kommt, muss nun der neue Ehrenamtsmanager auf Antrag entscheiden. Voraussetzung: Es darf keine andere Aufwandsentschädigung geben.
Ehrenamtskarte
Außerdem wird über die neue Personalstelle auch die Ehrenamtskarte Berlin-Brandenburg verteilt. Sie berechtigt den Inhaber, bei zahlreichen Partnerunternehmen in beiden Ländern Vergünstigungen zu erhalten. Partner der Ehrenamtskarte sind zum Beispiel Museen, Einzelhändler, Gastronomiebetriebe, Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen oder Dienstleistungsunternehmen.
Bisher gab es in der Uckermark für das Ehrenamt nur in geringem Umfang Entschädigungen. Der Kreis vergibt in jedem Jahr bei einer Festveranstaltung eine Ehrennadel und lädt ausgewählte Personen zu einem Essen ein. Verdiente Feuerwehrleute erhalten Treuemedaillen bei einer Auszeichnungsveranstaltung Ende des Jahres im Plenarsaal.
Schon bei der Kommunal- und bei der Landtagswahl haben sich viele Parteien die Förderung des Ehrenamts auf die Fahnen geschrieben. Das Land will nun mit seinen flächendeckenden Engagement-Stützpunkten eine bessere Struktur schaffen. Es geht dabei auch um Informationen, um Vermittlung, Beratung, Weiterbildung, Qualifizierung und Vernetzung.
Zusätzlich soll es noch einen neuen Ehrenamtskoordinator geben, der vom Bund gefördert wird. Der hilft zum Beispiel bei der Beteiligung an Wettbewerben und Ausschreibungen. Auch diese Stelle ist ausgeschrieben.