Ein lokales Musikereignis sind die Weihnachtskonzerte des Uckermärkischen Konzertchores in Prenzlau längst nicht mehr. Mittlerweile im 29. Jahr angekommen, ziehen sie ein Publikum weit über die Uckermark hinaus an. Fortgezogene kommen zurück, Musikfreunde, die einmal dabei gewesen sind, kommen wieder. Es ist das Besondere an diesen Konzerten, was das Publikum mag: die dramaturgisch abgestimmte Folge von Werken, die Auswahl der Stücke, der Wechsel zwischen jenen Kompositionen, die seit Jahren und gefühlt Jahrzehnten schon zum Programm gehören, sowie die neu für die Weihnachtskonzerte bearbeiteten Werke.
"Das ‚Adeste, fideles‘ wird vom Publikum ebenso erwartet wie unser ‚Cantique de Noël‘", weiß Jürgen Bischof, Dirigent und musikalischer Leiter des Konzertchores. Neben diesen "Säulen" des Konzertes gibt es jedoch immer wieder auch Neuentdeckungen, die mit Sicherheit auf die künftige Wunschliste des Publikums geraten, würde es wieder einmal befragt.
Neues Arrangement
Eine Premiere feierten Chor und Orchester so mit "Sing Noël: A Christmas Fanfare". "Das Weihnachtslied aus Frankreich mit Arrangement und Text von Jay Althouse wurde in unserem Auftrag von dem Potsdamer Komponisten Gisbert Näther für Chor und Orchester neu arrangiert." Ebenfalls von Jay Althouse stammt "A Festive Gloria". Das Orchesterarrangement dafür schrieb Preußen-Musiker Jakub Rabizo. Für den zweiten Konzertmeister, der die erste Violine spielt, war dies quasi ein Einstand, nachdem jahrelang Eugen Moldovan mit dem Gros der neuen Arrangements beauftragt war. Rabizo dürfte damit eine neue Aufgabe haben, zeigte sich Jürgen Bischof mit dem Ergebnis doch außerordentlich zufrieden. Die Tradition, immer wieder auch Weihnachtslieder aus anderen Ecken der Welt dem hiesigen Publikum nahezubringen, wurde mit "Heil’ge Nacht – Julenatt" aus Norwegen fortgesetzt. Am Ende ertönt stürmischer Beifall, wird mit den Füßen getrampelt, erschallen Bravo-Rufe. Vorsichtig deutet Jürgen Bischof nach dem letzten Konzert an, dass man darüber nachdenken könnte, im 30. Jahr ausnahmsweise, so wie früher, zu vier Weihnachtskonzerten einzuladen. Zum Jubiläum. Denn er weiß um die Warteliste, die es jedes Jahr gibt.