Wir befinden uns in einer etwas neuen Welt. Junge Menschen finden sich in Situationen wieder, die es vorher nicht gab. In der Musiktherapie können Kinder, die verschiedene psychische Probleme haben, ihre Gefühle ausdrücken. Kinder mit Autismus, mit geistigen Behinderungen sind oft nicht in der Lage, ihre Gefühle auszudrücken. Durch Musik können wir sie ansprechen und ihnen bei ihrer Therapie helfen – erklärt Małgorzata Wyrębska-Rozpara von der Beratungsstelle für psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen am Stettiner Krankenhaus „ZDROJE“.
Musiktherapie ist ein sich rasch entwickelnder Fachbereich an der Schnittstelle zwischen Medizin und Musik. Die Behandlung durch Kunst ist eine Form der Psychotherapie, bei der die Schaffung eines künstlerischen Werks als primäres Kommunikationsmittel behandelt wird. Auf diese Weise können Menschen in der Therapie Bedeutungen und Emotionen mit ihren Mitmenschen teilen und ihre Probleme und Schwierigkeiten besser verstehen. Dieser Prozess kann zu einer besseren Selbstwahrnehmung, Verbesserung der bestehenden Beziehungen und einer höheren Lebensqualität beitragen.
Die schwierige Zeit der Isolation war für die Philharmoniker ein Moment, unsere Rolle neu zu definieren, d.h. nicht nur als Institution, die gute Klänge in Form von Konzerten liefert, sondern auch als eine, die inspirieren und vor allem wichtige Themen aufgreifen kann – betonte Dorota Serwa, Direktorin der Philharmonie in Szczecin.
Im ersten Block der Konferenz sprachen unter anderem Experten, die mit psychologischen Beratungsstellen und psychiatrischen Kliniken zusammenarbeiten. Im nächsten Teil stellten Psychotherapeuten, die sich auf die Musiktherapie und Kunsttherapie spezialisiert haben, Schlussfolgerungen aus ihrer Arbeit vor. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion über die Rolle von Kultureinrichtungen bei der Durchführung von gesundheitsfördernden Aktivitäten und unterstützenden Aufgaben im Bereich der Kunsttherapie.
Warum gehen manche Menschen zu Kunstveranstaltungen in der Grenzregion und andere bleiben zu Hause oder wählen andere Aktivitäten? Die Frage wurde während der Covid19-Pandemie sehr aktuell, als wir alle zunächst zu Hause bleiben mussten und dann nur wenige Veranstaltungen und in sehr begrenzter Zahl besuchen konnten. Es war ein Test – wer würde zu Konzerten und Theateraufführungen zurückkehren und warum? Ist es möglich, eine klare Antwort auf diese Frage zu formulieren?
Diese Überlegungen lagen dem grenzüberschreitenden Forschungsprojekt „Modelle des Verbraucherverhaltens auf dem Markt der darstellenden Künste“ zugrunde, das von der Philharmonie in Szczecin in Zusammenarbeit mit den Uckermärkischen Bühnen Schwedt durchgeführt wurde.
Die Förderung der positiven Auswirkungen der Kunst auf die Lebensqualität ist eines der Hauptziele der Arbeit zeitgenössischer Kultureinrichtungen. Besondere Bedeutung bekommt sie nach der langanhaltenden Covid19-Pandemie und der Abkehr vieler Menschen von früheren Verhaltensweisen und Gewohnheiten der Teilhabe an der Kultur.
Wenn Sie mehr über deutsch-polnische Projekte der Philharmonie in Szczecin erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen den Besuch auf der Internetseite: filharmonia.szczecin.pl/projekte
Projekt „Deutsch-polnische ONLINE-Konferenz: EduFilharmonie – neue Herausforderungen in der Musiktherapie“ wurde durch die Europäische Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und dem Staatshaushalt (Fonds für kleine Projekte im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG V A Mecklenburg-Vorpommern / Brandenburg / Polen) mitfinanziert.