Halten Sie einmal inne, konzentrieren Sie Ihre Gedanken auf das Thema Energie, erneuerbare Energie, Energiewende. Wägen Sie ab, wie umweltverträglich umweltfreundliche Energieerzeugung ist, die aus Wind- oder Sonnenkraft oder Biomasse hergestellt wird, wägen Sie Lasten und Nutzen ab für Mensch und Umwelt, denken Sie kurz an das Erneuerbare Energiengesetz und dessen Auswirkungen auf die Strompreisentwicklung ...Dazu will die bundesweite Aktion "Stunde der Vernunft" am heutigen Tage anregen, die von der Bundesinitiative Vernunftkraft ins Leben gerufen wurde. Dieser Initiative gehören mittlerweile neben unabhängigen Wissenschaftlern über 200 Bürgerinitiativen aus ganz Deutschland an. Auch die Bürgerinitiative "Keine neuen Windräder für Crussow" ist Mitglied dieser Vereinigung und trug den Gedanken der Vernunft nun direkt ins Rathaus. Der stellvertretenden Bürgermeisterin Birgit Ritter überreichten Rainer Ebeling und Hartmut Konipanzki von der Bürgerinitiative am Freitag ein Positionspapier, das über die bundesweite Vernunftaktion informiert und die Argumente der Crussower darlegt. "Wir appellieren an die Stadtverordneten und die Verwaltung, den Ausbau der erneuerbaren Energien, vor allem auch der Windkraft, in unserer Region mit Vernunft und Augenmaß zu planen und unser Anliegen zu unterstützen, den weiteren Zubau der Landschaft mit neuen Windrädern zu verhindern", erklärte Rainer Ebeling. "Der übereilte und massive Windkraftbau ist allein subventionsgetrieben, basiert auf einem unausgereiften Energiekonzept und Fehlanreizen des EEG, schädigt die Natur und unsere Lebensqualität", argumentiert die Crussower Initiative. Darüber hinaus werde das Landschaftsbild nachhaltig zerstört.
Für Angermünde als staatlich anerkannter Erholungsort seien die Folgen gravierend. Schon jetzt zählt Rainer Ebeling rund um Angermünde 50 Windkraftanlagen. Allein Crussow ist bereits von 13 Windrädern umzingelt. "Wir kritisieren, dass Kriterien wie Tourismus oder technogene Überprägung der Landschaft für die Planung der Regionalen Planungsgemeinschaft überhaupt keine Rolle spielen, obwohl es eines der wichtigsten Argumente in der Stellungnahme der Stadt ist und wir uns zwischen Nationalpark und Biosphärenreservat in einer besonders sensiblen Region befinden", so Ebeling. Die Bürgerinitiative fordert außerdem ein unabhängiges Umweltverträglichkeits- und Vogelschutzgutachten, für das sich bisher niemand zuständig fühlt und appelliert auch dabei an die Unterstützung durch die Stadt. "Wir haben eine eigene Vogelzählung vorgenommen und damit Aufsehen bei Experten erzielt. Angermünde und Crussow gehören zu den bundesweit 30 ausgewählten "Hotspots der biologischen Vielfalt", das sind Gebiete mit besonderer Dichte und Vielfalt an charakteristischen Arten und Lebensräumen.
Info: www.vernunftkraft.de